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Şafak Sarıçiçek: Kometen Kometen

Rezensionen / Verlage


Kristian Kühn

Şafak Sariçiçek: Kometen Kometen. Gedichte. Dortmund (edition offenes feld) 2019. 72 Seiten. 16,00 Euro

Die Himmelsreise, der Kompass, das Augenmaß


o nacht! ich nahm schon flugbenzin ..
(Thomas Kling: Ratinger Hof, zettbeh (3) in „geschmacksverstärker“)

Zur „Psychonautik“ hin, wie Frieder von Ammon diese Art poetischer Himmelsreise nennt, und zwar bezüglich Thomas Klings Ratinger Hof, hat es schon manche Dichtung gezogen, zumeist jedoch von Männern, wenn man hier die Genderdiskussion mit einbeziehen will, man denke an Homers Odyssee, die mit einer Windstille beginnt, worauf alles Mögliche unternommen wird, um dem Helden die 10jährige Seelenreise durch die Meere diesseits und jenseits des Sichtbaren hin zur „Heimat“ zu erwirken und damit zu bestehen, sich zu verwirklichen. Die meisten diesbezüglichen Mythen, die der Argonauten, die von Daidalos und Ikaros, des Phaethon, dem Sohn des Helios, der zum Vater hin, zur physischen Sonne, fliegen will, warnen davor, dies ungeschützt und ohne erfahrene Gefährten zu tun.
    Und dennoch beginnt – laut Ammon – genau damit, mit diesem Durchbrechen der „Pforten der Wahrnehmung“ (Blake, später Aldous Huxley) die Moderne, mit dieser doppelten Sichtweise, hier Himmel, da Hölle.
    Die Romantik kennt diese doppelte Welt ein und derselben Erscheinung, ebenso wie später die surrealistische Traumwelt. Und so hat sich nun auch der junge Autor Şafak Sariçiçek auf den Weg gemacht, sie ebenfalls zu erkunden, und deshalb hat er auch zwei Bände gleichzeitig herausgebracht, in dem Verlag eof (edition offenes feld), der eine heißt „Kometen Kometen“, der andere „Jamsids Spiegelkelch“. Beide sind quasi zwei Seiten ein und derselben Medaille. Wobei ich der Meinung bin, dass „Kometen Kometen“ die Reise beschreiben will, halb noch im Diesseits, und „Jamsids Spiegelkelch“ die Rückseite, die Schwelle vor dem Ziel, die Blau- oder Lichtpause innerer Erlebnisse, auf die Welt der Anhaftungen, Illusionen, feinstofflichen Erscheinungen bezogen – und so kommt es nicht von ungefähr, dass über diese sich ein Schleier von Blendung legt, von Abschreckung und sich daher am meisten darüber streiten lässt, zumal dieser Blick in den Spiegel so eine Art dämonische Rückschau sein kann wie ein schlechter LSD-Trip, bei dem man die Schattenseiten der eigenen Ichsplitter wahrnimmt, denn dieser Spiegel fetzt und flimmert und führt zu so mancher Synästhesie (siehe Hesse: Klingsors letzter Sommer, oder Borges: Das Aleph* oder auch Dylan: Just like Tom Thumb’s Blues – my fingers are all in a nut – oder E.T.A. Hoffmanns „Goldner Topf“, der bürgerlichen Spießern als Suppenterrine an die Decke spritzt, weil er nicht von ihnen zu halten ist). Samuel Taylor Coleridge, auf dessen Glück sich Ammon in seinem Artikel bezieht, wurde unsanft aus seiner Vision durch ein profanes äußeres Ereignis herausgerissen, und so blieb sein traumhaftes Gedicht „Kubla Khan“ der Legende nach ein Fragment.**

Es ist die Nussschale, in die wir hineinblicken (siehe Hamann: Aesthetica in nuce - die sinnliche Wahrnehmung in einer Nuss), in sie starrt man angeblich wie in den Aleph, wenn man diese Schwelle zwischen beiden Welten, der geistigen und der physischen, erreicht. Borges beschreibt sie so: „Im unteren Teil der Treppenstufe, ein Stück weit rechts, sah ich einen kleinen regenbogenfarbenen Kreis von fast unerträglicher Leuchtkraft. Anfangs glaubte ich, er schwinge um sich selbst; nachher begriff ich, daß die schwindel-machende Fülle dessen, was sichtbar in ihm vorging, an dieser Täuschung schuld war. Im Durchmesser mochte das Aleph zwei oder drei Zentimeter groß sein, aber der kosmische Raum war ohne Schmälerung seines Umfangs in ihm versammelt. Jedes Ding (etwa wie die Scheibe des Spiegels) war eine Unendlichkeit von Dingen, da ich sie deutlich von allen Punkten des Weltalls aus erblickte.“

1.     Die Himmelsreise

Şafak Sariçiçek hatte zunächst in seinem ersten Band (Spurensuche, ELIF Verlag) eher sensible eigene Erfahrungen beschrieben, und auch sein zweiter Band (der gestaute und der frei fließende fluß, Brot und Kunst Verlag) ist noch nicht unterwegs zur großen Himmelsreise, wenn auch schon dieser Titel auf zu enge formale Lebensfesseln verweist und auf das Lösen von formalen Stofflichkeiten. Mittlerweile hat er auch – nach eigenen Äußerungen im Netz – große Itinerare und allegorische Anleitungen seitens der Weltliteratur in sich hineingesogen und tritt die Reise an, spricht gern von Hermetik - ich denke, er meint die religiöse spätantike, die zwischen Licht und Leben unterscheidet - sowie von erstrebenswerten Stilformen des Surrealismus. Zugleich will er sich von der alltäglichen „Selbstversunkenheit“ deutscher junger Lyrik lösen und sucht den Rasierklingenweg (wie die tantrisch orientierten Buddhisten ihn nennen würden) hin zur Schwelle, wo die doppelte Welt sich wieder vereint, wenn auch nur vorübergehend für jene, die wieder zurückkehren. Nur darf man dann weder nach links oder nach rechts blicken, schon gar nicht in die feinstofflichen Erscheinungswelten. Er sieht sich, im Gegensatz zu Maren Kames in ihrem neuen Band „Luna Luna“, die auf raffinierte Weise den profanen Weg beschreibt, als Argonaut, wie ein Komet am Himmel den großen strahlenden Schatz suchend.

Nicht eingedenk der doppelten Wirkkraft dieser Erscheinungen unterwegs, zwischen Licht und Leben, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Einflüsterungen, Abschreckung, Angst und Pathos. So kann schnell eine Zeile, die erhaben sein will, ins Pseudopathetische, in Kitsch oder sogar ins naiv Lächerliche umschlagen.

Anemone und Amphore schreien am tiefen Boden:
Ein gutes Land ist das unsre.
Ein Soldatenbild schreit von der Mauer:
Ein gutes Land.

Dies ist ein weites Land,
                                      das unsre,
dies ist ein weiter Bottich.

Der Bottich als Tellerrand, über den kaum jemand schaut, wenn es um das Eigene geht, bleibt dennoch ein schräges Bild, zumal sich hier Pathos mit einem neuen Expressionismus paart:

Die Insel rief die Rotgestanzte
und leerte sie im Meeresbottich,
rotblaues Schmirgeln.

Der tiefe innere Blick bei gleichzeitig angestrebter realer Gegenwart des Göttlichen kommt relativ grenzwertig auf den perplexen Leser zu:

Ich sehe nicht, ich sehe.
Ich höre nicht, ich höre.
                           Horch,
Schmirgelsand am Meeresgrund.
Es ist gut so.
                  Und selbst das Eichhörnchen
wie es ist,
                  begeht das Palmenblatt.
Schweig
                  und horch.

Das Prinzip des Normalen wird hier – bei gleichzeitiger Synästhesie der Wahrnehmung – kritisiert, wenn auch recht versteckt – (Es ist gut so – und später: ihr Hörigen, / horcht, / horcht, / schweigt, / schweigt.) Wie ein Durcheinander von Stimmen, Rede und Gegenrede.

Soviel zum ersten Gedicht der 29 dieses Bandes. Eindrücke blitzen auf, verpuffen. Wie Blendraketen:

Weißes Pferd halb grau, halb Licht. Es steht,
es steht und dreht,
Kopf, Nüstern, Augenschwarz im Wüstensturm. Sieh!
Steht es allein.
                                     (aus 2: Zinnober Karmesin)
Oder

Sie sprach, sie Aufruhr, sie sang. Wir werden uns nicht wiedersehen.
O, sie sang.
                                     (Aus 3: Radio Nostalgie)

Auch der Sinnestausch klingt bisweilen komisch, bei gleichzeitiger Pathetik:

Ich rief Ausschau nach dir, ich rief.
Wir stets suchen, wie wir
Ameisen, Ameisen,
ihre Schwarzfingern brechen aus Pflastersteinen.
                                    (aus 4: Fündigwerden)

Oder

Gebt mir ein Blattgold, gebt mir ihn.
Gebt mir ihn zersplittert in unzählig Gelb.
Lasst ihn auseinanderstäuben.
Der Widerstand ist groß, die Anfänge widerstehen.
                                   (6: Spiel)

Grenzwertig auch die grammatischen Bezüge, vielleicht nicht lektoriert, vielleicht beabsichtigt. In jedem Fall scharf am Rand von Sprache und Verständigung. Nun könnte man einwenden, schon vor vielen Jahren hätte die Moderne sich, wenn es um den tiefen inneren Blick geht, nahe am Rand der Grammatik befunden, etwa das Beispiel von Wallace Stevens, das George Steiner für den "Rand der Syntax" und eine "bewusste Behinderung" allzu leichter Rezeption gibt: (Der Krug war grau und kahl. / Es gab nicht Vogel oder Busch, / Wie nichts sonst in Tennessee). Doch kommt bei Şafak Sariçiçek einiges zusammen, äußerer und innerer Blick gleichzeitig, expressive Sprache, wacklige Syntax, zum Teil befremdliche Metaphern, trotz Belehrungen immer wieder Orientierungslosigkeit, obwohl Set und Setting offenbar dem Orient folgen.


2.     Der Kompass

Ein bisschen böse könnte man sagen, Meister Yoda spricht:

Allein sind Menschen,
alleinig sie bleiben.

Menschen,
                      Menschen.

Wenn man bedenkt, dass dieses Wort „all-einig“ in der spätplatonischen, westlichen Philosophie etwas ganz anderes bedeutet, nämlich genau das, was Şafak Sariçiçek hier anstrebt: Mit diesem panta eiso des Plotin (alles nach innen, die Summe der Dinge befindet sich in uns selbst), findet sich hier in den Gedichten ein weiterer Stolperstein ein. Die Nadel des Kompasses überschlägt sich in verschiedene Richtungen.

Rief er Rudelgeister an? Standen sie Red‘ und Antwort?
Es tut sich ein Geheimnis auf, uns verschlossenes
stets geschehen wird, wie tote Dinge, die leben.
Sieh auf Pflastersteinboden, er wellt sich, Welle sein will er.
                                                     (7: Feuer Werk)

Offenbar gibt es, ohne Kompass oder Führung, nur energetische Wellen, denen der Autor folgt. So gibt er auch manchen Rat, der zwar ehrgeizig, doch zugleich banal ist, wenn man ihn hinterfragt:

Nichts ist tot, alles ist
alles ist.
                                                    (7: Feuer Werk)
Oder

Es kommt, da es nicht kommt.
                                                    (8, Hafen Gerüst).

Seine Ausrichtung ist, dass es so nicht weitergehen kann – doch soll die Richtschnur scheinbar aus der Natur der Welt heraus kommen, quasi indem sie, auch die Natur des Menschen, vielleicht durch guten Willen und den gemeinsamen tiefen Blick, gesundet:

Sie setzt aus einer höheren Lage, die Natur.
Eine verirrte Amöbe daneben, Wir, selbsternannte
Herren der Schöpfung, wir wiederkäuen Ignoranz und Gier.
Wie Kuhherden das Gras und Fliegen die Fladen.

Wir müssen unsere Würde wieder errichten. Sie irrt
hohlwangig durch Höhlen, künstlich geschaffen,
Wirklichkeitsfluchten:
                                     (11, das titelgebende Gedicht)

Wie das möglich sein soll, dass der Mensch sich von alleine, wie einst Münchhausen am eigenen Schopf, aus dem Sumpf der Natur herausziehen kann, obwohl er doch - nach Aussage - unter dieser steht wie ein Irrlicht?
        
Verschluckte Hoffnungen müssen Pechlöcher wieder ausspeien.

Und

Vielleicht braucht die Würde einen neuen Wall
und sprengen wir die Bunker der Höhlen mit einem Neubeginn
                                                    der Wege.

Dann klingt es plötzlich erhaben wie bei Pindar:

Vom Erkranken will ich schweigen, aber zäh sind wir dran, am Arbeiten
dagegen in bleichen Kitteln sterilen Labors: Forscherverstand.

Doch liegt eine der Möglichkeiten für eine Lösung aus dem Dilemma der doppelten Welt beim derzeitigen Stand der Gemütswelt Şafak Sariçiçeks, indem er vorschlägt, ganz naiv darüber hinwegzugehen:

Es lodert neu auf, was zerfällt …
Habt Hoffnung! Habt einfach mal Mut zu Naivem!
                                           (allesamt 11, Kometen Kometen)


3.     Das Augenmaß

So bleibt der Dualismus im Innenleben des Dichters zwar erhalten, dithyrambisch manchmal, als sei‘s ein Bocksgesang zwischen Chor der Ichstimmen und Führung, indem zwei gleichfalls einander widerstreitende Seelen in ihm aufeinandertreffen, und alles bleibt gedoppelt, im Kosmos wie im Menschen – denn nichts, außer dem absolut Guten und dem prinzipiell Bösen ist rein oder einfach, alles ist Mischung. Doch statt, wie in der spirituellen spätantiken Hermetik so etwas wie jene Plagegeister der Milchstraße den göttlichen Impulsen und Energien entgegenzustellen, bis erstere entweichen, lässt Şafak Sariçiçek die Frage, woher der Mensch seine zweite böse Seelenseite hat, einfach beiseite, ignoriert sie, bzw. gibt der Gier des Menschen, seiner Intoleranz, allein die Schuld.

Worte gibt es keine mehr zu vergeben, nicht mehr:
Nur zwei Tüten einer taubstummen Übereinkunft.
                                                                       (12, Grenzgängerin)

So nähert er sich lieber jener Schwelle, die er Jamsids Spiegelkelch nennt. Und es wundert auch nicht, dass diese ihn mit Angst und Schrecken zurückwirft.
   Dschamschid ist, verkürzt gesagt, so etwas wie die Dioskuren des Westens in einer Person, Zwillinge, der eine göttlich, der andere sterblich. Und sie sind auch Schutzpatrone der Seefahrt, wie später im Christentum der heilige Erasmus, mit ihrem Elmo- oder Elmsfeuer, einer elektrischen Himmelsentladung, die je nach Angst und Augenmaß als positive oder negative Verheißung angesehen wurde.

Also nicht zurückschrecken! Oder, wie es Şafak Sariçiçek im 13. Gedicht (Austernjagd) ausdrückt:

Wer Austern jagt, braucht einen langen Atem.
Mann und Frau ozeanischer Entbehrung oder der Geduld Tauchseil.

Ein bisschen hat sich der junge Autor wohl überhoben mit seinem Doppelwerk, doch ist dies kein Grund, ihn auf seinem Weg nunmehr zu behindern. Im Gegenteil. Mal abgesehen davon, dass Ernsthaftigkeit wie Dichtung immer Zwischenphasen kennt, in denen sie schwächer wird durch Überbordung oder durch Suche, Leere, Kraftlosigkeit, das beobachte ich auch bei weit größeren Namen, fühlt er sich doch ohne Lyrik nicht komplett:

Mit jedem Gedicht nimmt Einsamkeit zu,
als wäre ich mit jedem Gedicht etwas weniger Mensch.
Dafür Kugelschreiberblau und ein Halbwesen zwischen Zeilen.
Zwischen Zeilen, zwischen Versen(ken): Ich bin ein Bunker.

Ja. Wie viele Junge, hat er eins gelernt:

Ich verknote Trauer und werfe das Bündel ins Meer.
                                                     (alle 15: Teilwesen)

Doch bleibt, wie könnte es anders sein, solch eine Himmelsreise, ohne Kompass, getrieben und beinahe obsolet.

In farblose Wasser gebettet warte ich auf den Fischkopf.
Er wird mich niederschlingen.
                                                    (17: Meute)

Es bleibt auf der anderen Seite der Traum, dass der Rausch, in den er sich hineinschreibt, die göttliche Manie (nach Platon, wenn sie dionysisch ist) ihn die Schwelle überspringen lassen wird:

Es wäre falsch, Derwischtanz unsren Wortgebern gleichzusetzen.
Denn die unsren drehen sich nur um sich
                                                                    im Spiegelkabinett.

Aber Sufimeister und Meisterin im Kosmos eines trunkenen
Auflösens in Allem.
                                          (19: Gestöber)

Und er weiß, dass er die Schwelle noch gar nicht erlebt hat, sondern nur erahnt, trotz übervoller Empfindung, nur von ihr träumt:

Ich verberge Leere. Eine Lücke gefüllt mit Lücken;
Sicher und in seiner Weile ist das Geheimnis. Den Kleinen
zugefallen.
                                                       (29, Alt)

Trotz seiner gelegentlichen Großspurigkeit kennt er auch die Demut. Und das lässt hoffen. Doch noch hält der Holunder auf dem Schutzumschlag des Bandes wie Schlingenarme das blühende Antlitz verschlossen.
  So bleibt dem Augenmaß ein Blinzeln aus teils expressiven Splittern und teils auch überspannten Metaphern, überspannt, weil wieder und wieder der Verstand dazwischen funkt und noch einmal überhöhen will, was schon überhöht ist:
  
Immer tiefer fällt in demente Brunnen
Unterrichtsstunde der Zeit – wer beschwert sich schon mit Hieven?
                                                                 (8, Hafen Gerüst)

Oder
 
Krokodilsrücken lugender Frösche im Abwasser.
Aus strohartigem Gesträuch die Cymbeln von Insekten.
Welcher Art, ich weiß es nicht.
                                                               (11, der Titel - so schließt sich der Kreis)


* Borges, Aleph: "... die Entdeckung tat mir weh, denn sie ließ mich fühlen, daß die rastlose und weiträumige Welt sich bereits anschickte, von ihr fortzugehen, und daß diese Neuerung die erste einer endlosen Serie war. Die Welt wird sich verändern, ich jedoch nicht, dachte ich mit schwermütiger Selbstbespiegelung."…
** Poetische Psychonautik: Thomas Klings Gedicht RATINGER HOF, ZETTBEH (3): "Dieser Text gilt zu Recht als ein zentrales Dokument moderner Poetik, denn in ihm wird die wahrnehmungsverändernde und vor allem: poetisch produktive Wirkung einer Droge -- eine frühere Version der Vorrede verrät, daß es "zwei Gran Opium" waren, die Coleridge eingenommen hatte -- erstmals programmatisch von einem Dichter beschrieben." Diese Droge kann auch dionysischer Wahnsinn der Poesie sein, ganz ohne Chemie oder Wein. Einfach so. Wie ein Elmsfeuer. Platon nennt dies auch gern Teilhabe.


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