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Stéphane Mallarmé: Zu verwirklichen ist nur das Unmögliche - 3) (Méry)

Memo/Klassiker
Edouard Manet: Mery Laurent
au Chapeau de Loutre
Stéphane Mallarmé

Zu verwirklichen ist nur das Unmögliche
Gedichte aus den Briefen an Méry Laurent

Aus dem Französischen von Leo Pinke und Tim Trzaskalik
(Auszüge aus der Übersetzung einer Auswahl aus der Korrespondenz Stéphane Mallarmés; voraussichtlich Matthes & Seitz Berlin 2022.)


Méry
           Entfachend ohne zu viel Morgenrot*
Die Rose, die prächtig und natürlich und lass
Selbst noch den schweren Schleier der Düfte ablegt,
Unterm Fleisch den Diamant weinen zu hören,

Ja, ohne diese Krisen aus Tau! und freundlich,
Ohne Brise, wenn Gewitter vorüberziehn,
Bedacht, welchen Raum, das weiß man nicht, zu stiften
Der sich gesellt zu dem, was täglich wahr gefühlt,

Scheint es Dir nicht, Méry, dass so ein jedes Jahr,
Mit dem auf deiner Stirn die Anmut neu erwacht,
Genügt, bei all der Wunderfülle und für mich,

So wie ein bloßer Fächer das Zimmer erstaunt,
Mit einem Hauch, mehr braucht es nicht, aufzufrischen
All unsre native, eintönige Freundschaft.


*  Aus einem Brief vom 31. Dezember 1887. Es handelt sich um eine frühere Fassung des Gedichts „Dame / sans trop d’ardeur...“, das Mallarmé 1896 im Figaro veröffentlichte. (Correspondance 1854-1898, S. 670).


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