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Stéphane Mallarmé: Zu verwirklichen ist nur das Unmögliche - 1) Rondell

Memo/Klassiker
Edouard Manet: Mery Laurent
au Chapeau de Loutre
Stéphane Mallarmé

Zu verwirklichen ist nur das Unmögliche
Gedichte aus den Briefen an Méry Laurent

Aus dem Französischen von Leo Pinke und Tim Trzaskalik
(Auszüge aus der Übersetzung einer Auswahl aus der Korrespondenz Stéphane Mallarmés; voraussichtlich Matthes & Seitz Berlin 2022.)


RONDELL*

Nichts ist hienieden, was nicht Dein
Schmollen auf sich hat gezogen
Oder Dein Lachen, geflogen,
So weiß, aus Deiner Kissen Schrein.

Wiegenprinzessin, schlaf nur ein!
Sieh nichts, was uns nicht gewogen –
Nichts ist hienieden, was nicht Dein
Schmollen auf sich hat gezogen.

Vergebliches Sehnen, das fein
Von Schönheiten ward betrogen,
Die Blumen auf Wangen logen,
Wissend, im Aug Juwelenschein:
Nichts ist hienieden, was nicht Dein!


* Aus einem Brief vom 31. Januar 1885, begleitet von den Worten „An meine liebe Méry – ihr Freund“. (Correspondance 1854-1898, S. 541).
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