Ulrich Koch: Elementares Gedicht N° 5
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Ulrich Koch
ELEMENTARES GEDICHT №
5
Was ich vergessen
habe, hat mit Gras zu tun,
Brombeeren am Bahndamm, knisternden
Sekunden, freihändigen Fahrrädern,
an Platanen angebunden auf einem Vorplatz,
Anfang August, einem mit Teerpappe
gedeckten Dach, auf dem der Abendregen
dampfte nach seinem schnellen Ende,
tropfenden Bäumen. Mehr nicht.
Scheinbar aufrecht gehend, weiß
bis zum Rand des Wassers, der alles,
was den Augen gehört, in seinem Spiegel
bricht: Wie ein Schwan, hin
und her gleitend auf einem Löschteich,
arbeitet mein Gedächtnis.
Ein Tier, das nicht vor mir floh,
sondern sich seiner Nacktheit schämte.
Denn ich will mich an nichts erinnern,
es sei denn, ich kann es wiederholen.
Brombeeren am Bahndamm, knisternden
Sekunden, freihändigen Fahrrädern,
an Platanen angebunden auf einem Vorplatz,
Anfang August, einem mit Teerpappe
gedeckten Dach, auf dem der Abendregen
dampfte nach seinem schnellen Ende,
tropfenden Bäumen. Mehr nicht.
Scheinbar aufrecht gehend, weiß
bis zum Rand des Wassers, der alles,
was den Augen gehört, in seinem Spiegel
bricht: Wie ein Schwan, hin
und her gleitend auf einem Löschteich,
arbeitet mein Gedächtnis.
Ein Tier, das nicht vor mir floh,
sondern sich seiner Nacktheit schämte.
Denn ich will mich an nichts erinnern,
es sei denn, ich kann es wiederholen.
In Ulrich Koch: Am Ende reisen wir früher zurück. Elementare Gedichte № 0 bis № 100. Salzburg (Jung u. Jung) 2026. 144 Seiten. 26,00 Euro.