Direkt zum Seiteninhalt

Tobias Roth: Ohne Titel

Dreißig Jahre Lyrik Kabinett
Tobias Roth

Im Lyrik Kabinett, diesem maecenatischen Schatzhaus, in dem Lyrikbände lagern wie Goldreserven, die ich nicht häufig benutzen muss, um doch beständig von ihrer Existenz beruhigt und beschwingt zu werden, diesem Tempelchen, in dem ich mich wie in einem Kammermusiksaal (mit goldenen, musikvereinischen Karyatiden) oft frage, wo die Reizschwellen eines jüngeren und mittleren Publikums wohl liegen mögen, dass sie sich nicht die herrlich schräge, poetische Hochkultur pflücken, um ein paar dunkle Akzente in das Baumwollfeld des Publikums zu setzen, dort hatte ich, wenn ich nicht irre, den bislang einzigen Auftritt, bei dem ich, durch die Umstände und den Abend derart euphorisch und selbstvergnügt, nicht als Kostüm oder Bühnenklamotte, sondern einfach so einen knallroten Anzug getragen habe. (Und der Armin Steigenberger trug einen knalltürkisen Pullover, spektakuläre Kombination.)


Übersicht »
Zurück zum Seiteninhalt