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Tobias Roth: Kirchspiele - Vilnius, Šv. Dvasios vienuolyno katedra

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Das Gebäude des grünen Altars, knallend wie junge Triebe nicht sind, brennt die Hoffnung in die Augen. Fassade hinter Fassade. Davor, unter einem blutigen Baldachin, die drei Märtyrer, die im Jahr 40 nach Petrarca eines zutiefst langweiligen Todes gestorben sind, gewöhnliche Diebe im Glanz der Sklavenreligion. Das große Theater ereilt sie erst später, vor der grünen Wand: Zu dritt in Reih und Glied unter einer Decke von grünem Brokat, grüne Schühchen spitzen heraus, so könnte man sie durch die Gegend tragen wie Fernsehbilder aus Gaza oder sonstwo, wo noch Märtyrer hergestellt werden, alles eine Suppe aus grünbrennender Hoffnung. Aber ringsum keine Kameras, nur Theater, Sprenggiebel überquellend von zartblauem Konfekt, die Heiligen naschen davon, frisches Grün wächst aus ihrem Komposthaufen.


(Vilnius, Šv. Dvasios vienuolyno katedra)


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