Serena Kathrin Lanfranchi: Die Rolle der Angst in der sorbischen Literatur
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Handrij Zejler, Jakub Bart-Ćišinski, Kito Lorenc (Foto:
Julian Nyča Wikipedia), Róža Domašcyna (Foto: Jens Domaška)
Serena Kathrin Lanfranchi
Die Rolle der Angst in der sorbischen Literatur
Einleitung
Der erste Teil dieses kurzen Beitrags setzt sich mit der Präsentation der sorbischen Minderheit auseinander. Zuerst wird ein Überblick über die Geschichte der Sorben geboten und im Anschluss werden einige Schwierigkeiten dieser Minderheit zur Sprache gebracht. Hierbei wird das Hauptproblem des sorbischen Volkes identifiziert: Die Sorben müssen ihre Existenz kontinuierlich rechtfertigen. Diese dauerhafte Notwendigkeit entsteht aus der Angst vor dem Verschwinden, die wiederum mit der Schwierigkeit verbunden ist, spezifische Merkmale ihrer eigenen Kultur zu finden, um ihre Identität anzuerkennen und zu bewahren. Dabei wird auch auf die Komplexität der Beziehung zwischen Minderheit und Mehrheit eingegangen.
Diese für das sorbische Alltagsleben typische Angstempfindung kommt auch in der Literatur leicht zum Ausdruck, wie im weiteren Verlauf deutlich gemacht wird. Ziel dieses Beitrages ist es, die Angst als zentrales und wiederkehrendes Motiv in der sorbischen Literatur zu analysieren.
Im Anschluss an die kurze Darstellung der sorbischen Minderheit und ihrer Komplikationen wird auf die Emotionsforschung Bezug genommen, um das Angstgefühl im Allgemeinen besser einzugrenzen. Nach einer Definition der Angst wird der Fokus auf die soziale Angst, die Gruppen betrifft, gelegt. In dieser Hinsicht wird auf eine Zeugenaussage gestoßen, die auf den eigenen Worten der Sorben basiert, um zu zeigen, wie dieses Gefühl in ihrem Alltag als Minderheit ständig präsent ist. Daraufhin wird der Status der sorbischen Literatur als Minderheitsliteratur betont und wie dieser eine Schlüsselrolle in der Rezeption spielt.
Im letzten Teil dieses Beitrages werden einige Gedichte von vier bedeutenden sorbischen AutorInnen konkreter analysiert. Diese Gedichtdeutung ist entscheidend, um greifbar zu machen, wie die Angst eine zentrale Rolle in der sorbischen Literatur spielt. Die AutorInnen, die für diese Analyse ausgewählt wurden, sind: Handrij Zejler, Jakub Bart-Ćišinski, Kito Lorenc und eine weibliche Repräsentantin: Róža Domašcyna. Bei der Gedichtanalyse wird methodisch eine kurze biographische Einordnung der AutorInnen angeboten, und anschließend wird ein Gedicht pro AutorIn ausgewählt. Die Gedichtdeutung zielt darauf hin, zu verdeutlichen, wie diese DichterInnen unterschiedliche bildhafte Mittel und stilistische Strategien verwenden, um dieses Leitmotiv der Angst direkt oder eher indirekt zur Sprache zu bringen.
Die Geschichte der Sorben im Überblick
Ziel dieses Abschnitts ist es, die sorbische Minderheit und ihre grundlegenden Probleme vorzustellen, damit die folgende Emotionsanalyse besser eingeordnet werden kann.
Die Sorben sind ein slawisches Volk mit Ursprung im Gebiet nordöstlich der Karpaten, das sich vor rund 1.500 Jahren in der Region zwischen der Ostsee und dem Erzgebirge niederließ[1]. Während des Humanismus entwickelte sich der Diskurs über die Nationen in ganz Europa[2]; es könnte auf den ersten Blick trivial erscheinen, darauf hinzuweisen, aber wenn näher darüber nachgedacht wird, ist die folgende Feststellung von erheblicher Bedeutung: Die Sorben sind eine Ethnie ohne Staat und zugleich Teil der deutschen Bevölkerung[3]. Daraus lassen sich signifikante Probleme ableiten. In diesem Zusammenhang betont Walter Koschmal, dass „die ganze sorbische Gesellschaft in den historischen Anfängen nur am kulturellen Rand integriert“[4] ist. Es ist genau diese partielle Integration, die zum Hauptproblem dieser Minderheit[5] führt: Die Sorben müssen ihre Existenz immer wieder rechtfertigen. Koschmal beschreibt ihre Eliminierung als eine kontinuierlich auftretende Gefahr[6], die ganz konkret empfunden wird. Es kommt dieser Feststellung eine zentrale Bedeutung hinzu, da sie der wesentliche Auslöser für das Gefühl der Angst in der sorbischen Minderheit ist, wie im Folgenden noch gezeigt wird.
Diese Angst vor dem Verschwinden führt im Konkreten zu einem weiteren problematischen Aspekt: der schwierigen Bewahrung der sorbischen Identität.
Aus Koschmals Worten lässt sich das Problem besser erfassen: „Die soziale und materielle Kultur konnte bei den Sorben – im Unterschied zu den deutschen Gegebenheiten – keine sorbische Identität stiften“[7]. Was trägt also dazu bei, dass die Sorben ihre Identität bilden können? Laut des Autors seien es Elemente wie die Literatur, die Sprache, die Religion, die Kunst, ihr Geschichtsbewusstsein, die Musik[8] etc. alles, was der Autor als „mentale Kultur“[9] definiert. Mit diesen Bestandteilen wird daher versucht, Besonderheiten zu rekonstruieren, die zur Differenzierung der Sorben beitragen, damit sie ihre eigene Identität bilden bzw. bewahren können.
Wie Kito Lorenc in seinem Beitrag von 1991 hervorhebt, wird die sorbische Minderheit oft durch die folgende Metapher beschrieben: eine slawische Insel im deutschen Meer[10]. Dadurch wird der Minderheitszustand der Sorben evident.
In diesem Zusammenhang scheint besonders interessant die vom Kito Lorenc konzipierte Assoziation von Insel/Schiff/Meer[11], wobei er die Komplexität der Beziehungen zwischen Mehrheit (Deutschen) und Minderheit (Sorben) zur Sprache zu bringen versucht. Der berühmte sorbische Autor hat in diesen drei Elementen eine Art „genetischen Code“ der sorbischen Dichtung gefunden[12]. Das Ergebnis dieser komplexen Metapher wird in diesem Satz von Lorenc wie folgt zusammengefasst: „Die Fahrt oder Irrfahrt des sorbischen Dichterschiffs – heut hält es bei dem Satz: Die Insel schluckt das Meer“[13]. Wie aus diesem Satz hervorgeht, resultiert eine Umkehrung der zu Beginn festgelegten Kategorien „Insel“ und „Meer“. Es wäre reduzierend zu denken, dass eine unüberwindbare Beziehung nach dem Modell Unterdrücker – Unterdrückte entsteht. Es handelt sich dagegen um eine komplexere und dynamischere Beziehung, als es auf den ersten Blick scheint. Prunitsch betont in diesem Zusammenhang: „Der poetische Reichtum der Zeichen kompensiert die im Verlauf der politischen und sozialen Geschichte entstandenen Schäden“[14]. Es scheint also, dass die Literatur einen Schlüssel bieten kann, um diese scheinbare Feindseligkeit zu überwinden.
Die dargestellten historischen und kulturellen Aspekte ermöglichen es, die sorbische Situation besser einzuordnen und ihr Bedürfnis zu verstehen, ihre Existenz immer wieder zu rechtfertigen.
Die Emotion der Angst
Eine kurze Definition
An allererster Stelle muss die folgende Definition der Angst wahrgenommen werden: ein „Zustand gekennzeichnet durch Anspannung, Besorgtheit, Nervosität, innere Unruhe und Furcht vor zukünftigen Ereignissen“[15]. Zweitens muss betont werden, dass das menschliche Leben in vielen seiner Ausdrucksformen von Angst begleitet wird[16]. Daher soll dieses Gefühl nicht unterschätzt werden. Die ersten Recherchen über Angst wurden von dem Psychoanalytiker Sigmund Freud, Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts durch-geführt[17]. Es wäre nicht zielführend, sich in diesem Rahmen in die Freud’sche Forschung zu vertiefen. Hier soll vielmehr die soziale Dimension der Angst in Betracht gezogen werden. Laut der Emotionsforschung wird eine Emotion als kollektiv betrachtet, beispielsweise wenn es Gruppen gibt, „deren Mitglieder Emotionen in Bezug zu und mit diesen Kollektiven erleben“[18]. Das ist genau der Fall der Sorben.
Die Rolle der Angst in der sorbischen Minderheit
Um die Rolle der Angst innerhalb der sorbischen Minderheit adäquat zu erfassen, gibt es nichts Authentischeres, als die Worte des sorbischen Volkes selbst. In diesem Kontext seien diese vorliegenden Sätze aus dem Protokoll eines Kolloquiums aus dem Jahr 2007 in Cottbus hervorgehoben:
Wir fragen uns: Wer sind wir? Warum fragen wir so: wir spüren eine Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, einen Werteverlust, Angst vor der Zukunft, eine Informationsflut und eine immer stärkere Globalisierung. Wir spüren wahrscheinlich die Angst, dass mit dem Verschwinden der sorbischen/wendischen Sprache auch die Sorben verschwinden könnten – und damit WIR.[19]
Aus diesen bitteren Worten wird die allgegenwärtige Angst, mit der diese Minderheit tagtäglich konfrontiert ist, deutlich. Daraus tritt die Unsicherheit hervor, dass die sorbische Sprache und damit ebenfalls die sorbische Identität verloren gehen könnten. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass die Daten von einer beunruhigenden Situation zeugen: In der Oberlausitz kann nämlich nur noch 54 %, in der mittleren und niederen Lausitz noch 27-38 % der sorbischen Bevölkerung auf Sorbisch lesen[20].
Die Hauptangstquelle dieser Minderheit ist nämlich das Verschwinden, ihre Eliminierung. Diese Angst, die unüberwindlich scheint, lässt sich mit einer Behauptung von Hartmut Böhme in Verbindung bringen. In einem Beitrag unterstreicht er, dass es Ängste gibt, „die nicht nur überpersönlich, sondern auch überhistorisch“[21] sind. Das scheint genau der Fall bei den Sorben zu sein, da diese Angst über die Jahrhunderte hinweg quasi als sine qua non für diese Gemeinschaft gilt.
An dieser Stelle soll ebenfalls die literarische Sphäre näher untersucht werden: Das Angstgefühl des Verschwindens ist leider auch in diesem Bereich konkret zu finden, weil die sorbische Literatur eine Minderheitsliteratur ist. Der Status einer Minderheitsliteratur ist nicht wie der einer Mehrheitsliteratur; das lässt sich genau in den Worten eines Interviews des sorbischen Erzählers Jurij Brězan erkennen, indem er diese bittere Feststellung schildert: „Der sorbische Autor schreibt ein Buch für seine Leute, der deutsche schreibt ein Buch. Der sorbische und der deutsche Schriftsteller: der eine ein Bauer auf einem kleinen Hof, der andere der Leiter eines Rindermastbetriebes“[22]. Aus diesen Feststellungen wird das Risiko deutlich, dass diese Literatur verschwinden könnte: Es handelt sich bereits um eine Literatur für wenige, und wenn diese wenigen aufhören, sie zu lesen, wird sie verschwinden. Diese risikobehaftete Bedingung spiegelt sich auch in den literarischen Texten wider. Die Emotionen spielen nämlich eine grundlegende Rolle für die Textproduktion, weil sie „zu den lebensweltlichen Faktoren zählen, die Wissen und Erfahrung der Autoren prägen und so das literarische Schreiben beeinflussen können“[23].
Im Anschluss wird daher versucht, das Angstgefühl in der sorbischen Literatur anhand unterschiedlicher Gedichte zu analysieren.
Angst: konkrete Beispiele in der sorbischen Literatur
Das Leitmotiv der Angst lässt sich auch in der sorbischen Literatur nachweisen. Als konkrete Beispiele werden hier vier AutorInnen behandelt: Handrij Zejler, Jakub Bart-Ćišinski, Kito Lorenc und Róža Domašcyna. Obwohl es sich nur um eine kleine Auswahl handelt, ist es kein Zufall, dass das Gefühl der Angst in diesen Gedichten zum Vorschein kommt. Alle vier Gedichte spiegeln das vorherrschende Gefühl der Minderheit wider. Es sei daran erinnert, dass die ausgewählten AutorInnen alle als bedeutende VertreterInnen der sorbischen Literatur gelten.
Handrij Zejler: Die Gottesklage
Ein Weinen war im Fichtenwald,
ein Klagen, irdisch nicht.
Der Gottesklage Jammer schalltvom Berg beim Mondenlicht.Der Bergwald rauschte wunderlich,der Buchenhain im Tal:„Was weinst du, Gottesklage, sprich,der Tränen ohne Zahl?“Die Habichtbrut im Nadelbaumsich lauschend höher reckt –das Schluchzen hat sie aus dem Traum,dem trägen, aufgeschreckt.Und auch die Antwort sie verstandder Gottesklage nun:„Ich ging umher im Sorbenland,ging, ohne auszuruhn,
und sah das Volk zu seinem Grabim Totenschleier ziehn.Die Glocke klang ,hinab, hinab‘–da mußt ich weinend fliehn.“Schrei, scharfbekrallte Habichtbrut,nicht meiner Sprache Wort!Es rührt nicht an dein kühles Blut,was mir das Herz durchbohrt.[Quelle: Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig, S. 121].
Handrij Zejler, oder Andreas Seiler (sein deutscher Name) wurde im Kreis Bautzen geboren und lebte bis 1872[24]. Er gilt als „der Dichter der sorbischen nationalen Wiedergeburt“[25]; am Anfang schrieb er anonyme Volkslieder, die später gesammelt wurden und einen nicht unerheblichen Beitrag zur sprachlichen Vielfalt des Sorbischen geleistet haben[26]. Um die Bedeutung dieses Autors hervorzuheben, sei darauf hingewiesen, dass er als „Begründer der sorbischen nationalen Literatur“[27] definiert wird: Die spezifischen sorbischen Eigenheiten, die zu ihrer Identität beitragen, und die sorbische Folklore haben einen hohen Stellenwert für ihn[28].
Sein Gedicht Die Gottesklage (auf Sorbisch Bože sadleško) besteht aus sechs Quartetten im Kreuzreim, und ein regelmäßiger Rhythmus ist sofort erkennbar. Was den Inhalt angeht, tritt seit dem ersten Vers eine Dimension von Traurigkeit hervor. Ein überirdisches Weinen ist zu hören und der Leser fragt sich sofort aus welchem Grund dieses Weinen vorliegt. Diese Tränen ohne Zahl hören plötzlich auf, als ob es eine Zäsur gäbe (hier vom Schluchzen symbolisiert); danach beginnt die Antwort Gottes. Darin steckt das oft erwähnte Gefühl der Angst vor dem Verschwinden: Gott erzählt, dass er ins Sorbenland ging und das Volk zu seinem Grab/im Totenschleier ziehn sah. Aus diesen Versen geht deutlich hervor, dass das Schicksal des sorbischen Volkes ein Todesschicksal scheint. Sogar die göttliche Kraft fühlt sich machtlos, sogar Gott muss in das Grab gehen. Hier ist eine Art trauriger Ergebung vorzufinden, da Die Glocke klang, hinab, hinab. Mit diesen Worten wird verdeutlicht, dass das Schicksal des Volkes nicht verändert werden kann und es bereits vorbestimmt ist.
Nicht einmal in der letzten Strophe ist eine Hoffnung erkennbar: Die bereits im 9. Vers erwähnte Habichtbrut (deren Bedeutung dunkel bleibt) schreit, allerdings nicht in der Sprache des lyrischen Ichs. Aus diesem Grund könnte vermutet werden, diese Habichtbrut seien die Fremden, die hier mit der Angstquelle assoziierbar sind. Habichte sind nämlich Raubvögel, die eine Gefahr repräsentieren, woraus zu schließen ist, dass sich die Sorben bedroht fühlen.
Die letzten beiden Verse sind sehr brutal: Dieses Gefühl der Angst, das im sorbischen Volk sehr präsent ist, berührt dein kühles Blut nicht (das possessiv „dein“ bezieht sich hier auf die Habichtbrut, also, laut dieser Logik, tout court das Blut der Fremden, die dieses Gefühl ignorieren). Dies drückt nicht nur die Angst aus, sondern auch ein Gefühl der Einsamkeit und des Unverständnisses: Wer nicht Sorbe ist, spürt diese intensiven Gefühle nicht.
Schließlich lässt sich Folgendes feststellen: In diesem Gedicht tritt eine so starke Angst hervor, dass sie bei Handrij Zejler sogar eine metaphysische Dimension erreicht; es handelt sich schon quasi um eine transzendentale Angst, die nicht nur die Erde, sondern auch die überirdische Sphäre durchdringt, als könne selbst Gott das Verschwinden dieses Volkes nicht verhindern.
Jakub Bart-Ćišinski: Mein sorbisches BekenntnisUnser Land ist wirklich klein, mein Freund,klein auch unser Volk, das sorbische, wieein winzig Inselchen, vom Meer umspült.Und doch, ich glaub es fest, niemalswerden seine Wogen überflutenunsern Erdstrich, Dörfer nicht und Höfe.Unser Volk, schon äußerlich zerrissen,in sich selbst uneins auf manche Weise,will sich nirgendwo zum Ganzen fügen.Wieviel Hader doch und Zwistigkeitnoch im kümmerlichsten seiner Splitter!(Die alte Sünde aller Slawenstämme.)Und doch, ich glaub es fest, niemals,niemals wird mein Sorbenvolk vergehn!
Stiehl mir diesen Glauben aus dem Herzen –im gleichen Atem werf ich weg die Feder,keinen Finger mach ich krumm fortabfür dies Volk, dies Land, das meins nicht wär.Nein, niemals! Zumindest ich glaub festan die Zukunft, an das Leben meinesVolks – aus gutem Grund, mit Fug und Recht.Birgt es Kraft nicht in sich, zähen Mut,wohnt nicht hell der Geist in diesem Leib?O daß jedes Sorbenherz ein Fels dochwäre, standhaft in der fremden Flut,jede Hand ein Schild und Liebe jederAtemzug, und unser bleibt, was unser
sei: das Land, das Leben und das Lied.Geist des Volkes aber, der die Glieder,die versprengten alle, heiß mit Lebenfüllen muß, sie stärkend und vereinend:Liebe nennt den Namen, heißt ihn Treuezu der Vätersprache, ihrer Erde.Glaub auch du, mein Freund: Wir bleiben Sorben!
[Quelle: Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig, S. 345].
Jakub Bart-Ćišinski wurde im Kreis Kamenz geboren und lebte während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt von 1856 bis 1909[29]. Bereits in seiner Jugend kam der Wunsch auf, Teil der sorbischen Literatur zu sein und diese mit literarischen Formen zu ergänzen, die dieser Literatur noch nicht angehörten[30]. Dieser Autor nimmt eine wichtige Rolle ein, indem er als der „Klassiker der sorbischen Literatur“[31] gilt.
Mit seinen Werken hat er auch einen relevanten Beitrag zur schriftlichen obersorbischen Sprache geleistet[32]. Um diesem Autor die gebührende Bedeutung zuzuschreiben, sei erwähnt, dass ihm ein Preis gewidmet wurde: der Ćišinski-Preis[33].
In seinem sehr umfangreichen Gedicht in freien Versen mit dem Titel Mein sorbisches Bekenntnis (Moje serbske wuznaće auf Sorbisch) wird insgesamt eine viel hoffnungsvollere Idee zum Ausdruck gebracht im Vergleich zu dem gerade analysierten Gedicht von Zejler. Wie jedoch im Folgenden zu sehen sein wird, bedeutet es nicht, dass das Gefühl der Angst nicht vorhanden ist, nur weil es nicht direkt vermittelt wird.
Das Gedicht beginnt mit der Feststellung, dass das sorbische Land und das sorbische Volk klein sind. Es sei in diesem Zusammenhang nicht zu vergessen, dass die Sorben nie die Errichtung eines Staates gewünscht haben[34]. Der Dichter beschreibt das sorbische Volk eher wie folgt: ein winzig Inselchen, das vom Meer umspült ist; es handelt sich um das gleiche metaphorische Bild, das auch von Kito Lorenc viel später überarbeitet wurde, wie bereits erwähnt.
In den drei nachfolgenden Versen wird sofort eine positive Vision verstärkt: Die Wogen des Meers werden nie den sorbischen Erdstrich, Dörfer und Höfe überfluten. Es lässt sich also feststellen, dass die sorbische Kultur als eine Insel ist, die „das Meer zu zähmen vermag“[35].
Daraufhin lassen sich verschiedene Faktoren empfinden, die als Angstquelle wahrgenommen werden können. Das Volk scheint nämlich äußerlich zerrissen, uneins, und darin herrscht manchmal Hader und Zwistigkeit. Die erwähnte Spaltung innerhalb des Volkes könnte sich auf die verschiedenen Sprachvarietäten[36] beziehen oder es könnte darin auch eine Angst vor Assimilation gelesen werden, indem manche die sorbische Identität bewahren möchten und andere nicht[37]. All dies wird sofort durch eine beruhigende Aussage gelöst: niemals wird mein Sorbenvolk vergehn! Der Dichter scheint stark davon überzeugt zu sein, dass sich jeder Sorbe innerhalb der fremden Flut sich verteidigen kann.
Das Gedicht endet mit einer hoffnungsvollen Einladung: Glaub auch du, mein Freund: Wir bleiben Sorben! Es ist spannend zu untersuchen, wie das Gefühl der Hoffnung und Positivität, dass das sorbische Volk weiterhin existieren wird, in diesen Worten übermittelt wird. Hier wird ein möglicher kritischen Denkanstoß vorgeschlagen: Soll dieses Glauben an das sorbische Volk als Illusion oder sogar Utopie gesehen werden? Wenn der Dichter blind an die Existenz des sorbischen Volkes in der Zukunft glauben würde, warum wäre es dann notwendig zu betonen, dass die Sorben nie verschwinden werden? Offensichtlich stehen hinter diesem scheinbaren Vertrauen und dieser Sicherheit der Weiterexistenz des Volkes Unsicherheiten. Man könnte nämlich feststellen, dass paradoxerweise unter dieser ständigen Positivität, eine ebenso ständige Angst vor dem Verschwinden liegt. Es handelt sich hier um eine latente Angst, die jedoch dennoch präsent ist. Sie lässt sich in der erwähnten Zerrissenheit des Volkes erkennen, in der Hader, der manchmal anwesend ist, und auch in der fremden Flut (hier wahrscheinlich als Bedrohung einer potenziellen Assimilation wahrgenommen) finden. Somit, obwohl der Dichter ein starkes Vertrauen vermittelt und die Zähigkeit des sorbischen Volkes betont, scheint die im Volk verankerte Angst dennoch nicht zu verschwinden.
Kito Lorenc: Andre Sprache
Kräht eine Sprache
rein durch die Türgackert die andreraus durch das FensterFingersatz Angstkopfab vom KlotzFlattert der Flügelneben den Textausbluten lassen
Seele und Hals
[Quelle: Lorenc, Kito (2013): Gedichte. Ausgewählt und mit einem Vorwort versehen von Peter Handke. Berlin, S. 68].
Der zweisprachige Lyriker Kito Lorenc alias Christoph Lorenz wurde 1938 in Schleife (Kreis Weißwasser) geboren[38]. In seiner Biografie wird er „als Schlüsselfigur im sorbisch-deutschen Dialog“[39] betrachtet. Dieser Autor hat es geschafft, die Trennung der sorbischen und deutschen Sprachen zu überwinden und sie als eine Einheit zu begreifen: Die Sprachen konnten sich gegenseitig potenzieren, um eine neue literarische Dimension zu erschaffen[40]. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Kito Lorenc der Herausgeber einer Arbeit von beachtlichem Umfang ist, deren Titel Sorbisches Lesebuch (Serbska čitanka)[41] lautet, in der zahlreiche Lyriken und Schriften gesammelt sind. Lorenc wurden zahlreiche Preise verliehen, u.a. der früher erwähnte Ćišinski-Preis[42] und der Heinrich-Heine-Preis[43].
In seiner Lyrik Andre Sprache kann eine Opposition der zwei Sprachen bereits aus den ersten Zweizeilern erkannt werden. Die erste Sprache kräht rein durch die Tür und die andere gackert raus durch das Fenster. In diesem Kontext wäre es nicht abwegig zu denken, dass diese zwei Sprachen Sorbisch und Deutsch sein könnten, auch wenn andere Inter-pretationen[44] ebenso gültig sind. Auf jeden Fall ist bemerkenswert, dass das Gedicht im nächsten Vers einen düstereren Ton annimmt: Fingersatz Angst schreibt der Dichter. Das Wort Angst, das im Rahmen dieses Beitrages den Kern der Analyse repräsentiert ist hier anwesend, genauso wie das Gefühl, das es verkörpert. Diese Konfrontation zwischen den Sprachen generiert Angst, es handelt sich nämlich um einen Konflikt. Die Metapher im nächsten Vers, kopfab vom Klotz, ist mehrdeutig und schwer zu erfassen, aber gerade deshalb umso bedeutender: Eine Enthauptung (also ein Bruch) ist sicherlich erkennbar, als ob es eine klare Zäsur gegeben hätte; das Verb wird nämlich abgehackt. Wenn die zuvor angebotene Interpretation fortgesetzt wird, könnte man denken, dass eine der beiden Sprachen (beispielsweise das Sorbische) enthauptet würde und sich daher getrennt (vom Klotz, von der Mehrheit) hätte und in einem Minderheitsstatus befindet, dabei handelt es sich allerdings nur um eine Behauptung.
Das untenstehende Bild resultiert sehr evokativ: Ein Flügel flattert neben dem Text. Der Text kann hier als Metonymie für die Literatur sein, also für eine etablierte literarische Erbe. Das Bild des Flügels neben dem Text könnte als verzweifelter Versuch gesehen werden, sich durchzusetzen. Wenn man diese Logik der schon erwähnten Opposition fortsetzt, könnte der Text als Symbol der deutschen Literatur verstanden werden – eine bereits etablierte und solide Literatur – und daneben könnte man den Flügelschlag sehen, also, metaphorisch, die sorbische Literatur, die irgendwie marginal bleibt, aber die Hoffnung nicht verliert.
Der abschließende Zweizeiler behält den düsteren Ton bei, der vor allem vom Verb ausbluten repräsentiert wird. Es handelt sich dabei um einen schmerzhaften und langsamen Prozess, ähnlich dem Verschwinden der sorbischen Sprache. Man könnte die Bedeutung erweitern und auch das sorbische Dasein selbst einbeziehen. Denn es ist nicht nur die Seele (also die Werte, die Essenz der Menschen, die Kultur), die blutet, sondern auch der Hals (symbolisch betrachtet als die Sprache, da er das Körperteil ist, an dem die Töne herauskommen).
Róža Domašcyna: Zirkulareim hirnholz zwiebelfischeverzunderte matritzenverschossenes bildabklatschakkorde im akzentkästchenober- und niederwendisch accent aiguhinterm augenschirm avancenmit dem auge der matritzemit dem auge der typemit dem auge der schriftverkehrtes bildbuchstaben auslassenworte zusammenziehenvom fuß bis zum kopfansatz
abkürzendurch zeichen ersetzenunterklotzen[Quelle: Lorenc, Kito (Hrsg.) (2004): Das Meer Die Insel Das Schiff. Sorbische Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Heidelberg, S. 256].
Róža Domašcyna ist eine im Jahr 1951 geborene Dichterin, die vorwiegend auf Sorbisch geschrieben hat, jedoch lassen sich Bände finden, die auf Deutsch veröffentlicht wurden, besonders ab dem Jahr 1991[45]. Wie im analysierten Gedicht zu sehen sein wird, ist sie eine Dichterin, der die linguistischen Sprachspiele sehr am Herzen liegen; diese sind jedoch konkreter und tiefer als das, was im l’art pour l’art der Moderne zu finden war[46]. Dieser innovative Charakter ihrer Schreibweise wurde gewürdigt, indem Róža Domašcyna der Ćišinski-Förderpreis 1995 verliehen wurde[47].
Die Dimension der Sprachspiele tritt auch in ihrem Gedicht Zirkulare hervor. Es handelt sich um ein kryptisches Gedicht, das allerdings durch diese Komplexität eine klare Botschaft vermittelt: Eine Erosion der Sprache, die nicht mehr in der Lage ist, zu kommunizieren.
Die Sprache selbst wird zum Thema des Gedichts; viele metasprachlichen Bezüge sind nämlich darin zu finden. Es seien beispielsweise akzentkästchen erwähnt oder auch der Ausdruck ober- und niederwendisch accent aigu: Hier tritt sogar der französische Begriff auf, der ein diakritisches Zeichen ( ´ ) beschreibt und, wie es bekannt ist, spielen die diakritischen Zeichen im Französischen eine grundlegende Rolle, wie auch im Sorbischen[48]. In diesem Ausdruck ist allerdings auch ein Merkmal zu betonen: Die Lyrikerin unterscheidet die zwei Varietäten des Sorbischen, um die fehlende Einheitlichkeit zu betonen. Dadurch wird noch deutlicher, dass sie den Fokus auf die Sprache legen möchte.
Die nächste Strophe ist sehr enigmatisch, es ist nicht das Ziel alle Verse im Detail zu interpretieren, doch es sei betont, dass mehrere Begriffe wie type, schrift[49] einen klaren Verweis auf die Schriftform der Sprache darstellen. Durch das buchstaben auslassen und die worte zusammenziehen wird für den Leser der Kern des Gedichts erkennbar: die Fragmentierung der Sprache.
Beim Lesen dieser Verse, wird einem tatsächlich der Eindruck eines Zerfalls der Sprache verliehen, die man sogar durch zeichen ersetzen könnte. Der letzte Vers besteht einzig aus dem Verb drucken: Dies könnte als ein letzter Versuch interpretiert werden, eine Sprache durch die Schrift zu bewahren, wie es das berühmte lateinische Sprichwort scripta manent ausdrückt. Die Rolle der Angst in diesem Gedicht zeigt sich in der Unkommunizierbarkeit der Sprache. Die Angstquelle besteht genau darin, dass die Sprache nicht mehr kommunizieren kann, wie aus diesem Gedicht deutlich wird. Die Botschaft von Róža Domašcyna scheint die Folgende zu sein: Uns davor warnen, dass die sorbische Sprache aufgrund der Fragmentierung und der Erosionsprozesse, die sie durchlebt, in Gefahr ist, ihre Kommunikationsfähigkeit zu verlieren. Da die Kommunikation die primäre Funktion einer Sprache ist, ist es sinnlos, dass eine Sprache existiert, wenn sie diese nicht erfüllen kann.
Abschließend verweist dieses Gedicht auf die Angst vor dem Sprachverlust und auf die Sorge, die mehrfach erwähnt wurde, dass durch den Verlust der Sprache auch die sorbische Identität verloren gehen könnte.
Fazit
Ziel des vorliegenden Beitrags war es, die Rolle der Angst in der sorbischen Minderheit näher zu untersuchen. Zuerst wurde ein Überblick über die Geschichte dieser Ethnie ohne Staat geboten, um zu besser zu verstehen, welchen Schwierigkeiten das sorbische Volk täglich gegenübersteht. In dieser Hinsicht scheint das ständige Bedürfnis, ihre Existenz zu rechtfertigen eine Konsequenz der Angst vor dem Verschwinden zu sein, die diese Minderheit prägt.
Im Anschluss wurde kurz auf die Emotionsforschung zurückgegriffen, um das Gefühl der Angst zu definieren und es wurde betont, wie diese Empfindung Teil des menschlichen Lebens ist. Danach lag der Fokus auf der sorbischen Minderheit: Durch die Worte der Sorben selbst, die während eines Kolloquiums geäußert wurden, wurde besser verstanden, wie sie sich fühlen und wie sehr ihre Angst vor dem Verschwinden nicht unrealistisch, sondern tatsächlich seit Jahrhunderten präsent ist. Dabei wurde auch auf die literarische Dimension hingewiesen, indem sich die sorbische Literatur eindeutig als Minderheitsliteratur präsentiert, die sich grundlegend von der Mehrheitsliteratur unterscheidet und in starkem Kontrast zu ihr steht.
Nachdem diese Erkenntnisse gewonnen wurden, wurde das Gefühl der Angst in der sorbischen Literatur konkreter untersucht. Dabei lag das Augenmerk auf vier sorbische AutorInnen. Nach einer kurzen biographischen Einführung, wurde ein Gedicht pro AutorIn analysiert. Die Schlussfolgerung ist, dass die Angst als Leitmotiv in den präsentierten Versen auftaucht. Die Verfasserin hat in jedem Gedicht das Leitmotiv der Angst erkannt und darauf basierend ihre Analyse entwickelt, wobei sie sich dessen bewusst ist, dass auch andere Lektüren und Interpretationen möglich sind. Es wurde auf jeden Fall festgestellt, dass jeder DichterIn seine oder ihre eigene Weise hat, dieses Gefühl zu vermitteln. In Zejler wird das Todesschicksal des sorbischen Volkes dargestellt, und die empfundene Angst erreicht sogar eine metaphysische Dimension. Bart-Ćišinski drückt hingegen sein Vertrauen in das sorbische Volk mit viel Hoffnung aus, doch darunter ist eine latente Angst vor dem Verschwinden spürbar. Kito Lorenc präsentiert die Opposition zwischen zwei Sprachen und den verzweifelten Versuch der Minderheitensprache, sich trotz ihres langsamen und schmerz-haften Niedergangs zu widersetzen. Róža Domašcyna drückt mit ihren Sprachspielen die Angst vor der Unkommunizierbarkeit der sorbischen Sprache und das Risiko des Verschwindens der Sprache und damit auch des Volkes selbst aus. In diesem Beitrag konnte nur ein minimaler Teil der sorbischen Literatur in Betracht gezogen werden; zahlreiche Seiten hätte man dieses Gefühl in der sorbischen Literatur widmen können, da die Angst vor dem Verschwinden leider nach wie vor präsent ist und daher das Bedürfnis besteht, sie durch das kraftvolle Medium der Literatur auszudrücken.
Literaturverzeichnis
Primärliteratur:
- Lorenc, Kito (2013): Gedichte. Ausgewählt und mit einem Vorwort versehen von Peter Handke. Berlin.
- Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig.
- Lorenc, Kito (Hrsg.) (2004): Das Meer Die Insel Das Schiff. Sorbische Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Heidelberg.
Sekundärliteratur:
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- Krohne, Heinz Walter (2010): Psychologie der Angst. Ein Lehrbuch. Stuttgart.
- Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. Bautzen. (Schriften des Sorbischen Instituts. 9.).
- Lorenc, Kito (1999): Die Insel schluckt das Meer. In: Zeitschrift für Slavische Philologie, 58 (1999), N. 2. Universitätsverlag Heidelberg. S. 409-422.
- Norberg, Madlena (2007): Tagungsbericht – Sind die sorbische/wendische Identität und Sprache noch zu retten? Ein internationales Kolloquium an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) am 15. und 16. November 2007 in Cottbus.
- Prunitsch, Christian (2004) „Nachwort“. In: Lorenc, Kito (Hrsg.): Das Meer Die Insel Das Schiff. Sorbische Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Heidelberg. S. 263-275.
- Strobel, Jochen (2009) „Schreiben - aus einer sterbenden Sprache heraus. Die sorbische Minderheitsliteratur innerhalb der deutschen Mehrheitsliteratur vor und nach 1989“. In: National-Texturen. National-Dichtung als literarisches Konzept in Nordosteuropa (=Nordost-Archiv N. F. XVI/2007). Lüneburg. S. 381-410.
- Von Scheve, Christian (2019): “Die Soziologie der Emotionen. Kollektivität, Identität und Kultur“. In: Kappelhoff, Hermann; u.a. (Hg.): Emotionen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Berlin. S. 340-345.
- Winko, Simone (2019): „Literaturwissenschaftliche Emotionsforschung”. In: Kappelhoff, Hermann; u.a. (Hg.): Emotionen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Berlin. S. 397-401.
Internetquellen:
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https://www.aussiedlerbeauftragte.de/Webs/AUSB/DE/themen/minderheiten-sprachgruppen/sorbisches-volk/sorbisches-volk.html?nn=11582138
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- Kaulfürst, Fabian; Pohončowa, Anja: „Alphabet“, in: Sorabicon.de
https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_gb3_gfk_b3b/
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https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_byt_jtz_3mb/
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- Rehnolt, Juliane: „Kito Lorenc“, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde https://saebi.isgv.de/biografie/28201
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- Załožba za serbski lud/Stiftung für das sorbische Volk
https://stiftung.sorben.com/deutsch/projekte/cisinski-preis/ (Letzter Zugriff 12.02.2026).
[1] Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (BMI) Sorbisches Volk. https://www.aussiedlerbeauftragter.de/Webs/AUSB/DE/themen/minderheiten-sprachgruppen/sorbisches-volk/sorbisches-volk.html?nn=11582138 (Letzter Zugriff: 09.02.2026).
[2] Vgl. Prunitsch, Christian (2004) „Nachwort“. In: Lorenc, Kito (Hrsg.) (2004): Das Meer Die Insel Das Schiff. Sorbische Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Heidelberg. S. 263-275, hier S. 265.
[3] Vgl. Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 21.
[4] Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 21.
[5] Ein Problem, das natürlich auch andere Minderheiten betrifft. Hier liegt der Fokus jedoch speziell auf der sorbischen Minderheit.
[6] Vgl. Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 21.
[7] Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 22
[8] Vgl. ebd.
[9] Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 22.
[10] Vgl. Lorenc, Kito (1999): Die Insel schluckt das Meer. In: Zeitschrift für Slavische Philologie, 58 (1999), N. 2. Universitätsverlag Heidelberg. S. 409-422, hier S. 409.
[11] Ebd. S. 419.
[12] Vgl. ebd.
[13] Lorenc, Kito (1999): Die Insel schluckt das Meer. In: Zeitschrift für Slavische Philologie, a.a.O. S. 419.
[14] Prunitsch, Christian (2004) „Nachwort“. In: Lorenc, Kito (Hrsg.) (2004), a.a.O. S. 274
[15] Asendorpf, Jens; Caspar, Franz „Angst“ in: Dorsch, Lexikon der Psychologie https://dorsch.hogrefe.com/ (Letzter Zugriff: 09.02.2026).
[16] Vgl. Krohne, Heinz Walter (2010): Psychologie der Angst. Ein Lehrbuch. Stuttgart. S. 13.
[17] Vgl. ebd. S. 14.
[18] Von Scheve, Christian (2019): “Die Soziologie der Emotionen. Kollektivität, Identität und Kultur“. In: Kappelhoff, Hermann; u.a. (Hg.): Emotionen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Berlin. S. 340-345, hier S. 343.
[19] Norberg, Madlena (2007): Tagungsbericht – Sind die sorbische/wendische Identität und Sprache noch zu retten? Ein internationales Kolloquium an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) am 15. und 16. November 2007 in Cottbus. S. 19.
[20] Koschmal, Walter (1995): Grundzüge sorbischer Kultur. Eine typologische Betrachtung. S. 122.
[21] Böhme, Hartmut (2013) „Einleitung: Zur Kulturgeschichte der Angst seit 1800“. In: Koch, Lars (Hrsg.) Angst. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart, Weimar. S. 275-282, hier S. 275.
[22] Brězan, Jurij (1993) »Die Enge ist sanktioniert. Fragen von Hans-Peter Hoelscher-Obermaier und Walter Koschmal«. In: Koschmal, Walter (1995): a.a.O. S. 26.
[23] Winko, Simone (2019): „Literaturwissenschaftliche Emotionsforschung”. In: Kappelhoff, Hermann; u.a. (Hg.): Emotionen. Ein interdisziplinäres Handbuch. Berlin. S. 397-401, hier S. 399.
[24] Vgl. Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 117.
[25] Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 118.
[26] Vgl. ebd.
[27] Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 119.
[28] Vgl. ebd. S. 118 f.
[29] Vgl. Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 336.
[30] Vgl. ebd. S. 337.
[31] Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 339.
[32] Vgl. ebd.
[33] Dieser Preis wurde von 1956 bis 1959 jährlich und von 1962 bis 1990 alle zwei Jahre als Staatspreis der DDR verliehen. Siehe dazu Kuring, Gertrud: „Ćišinski-Preis“, in: Sorabicon.de https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_xqb_4rc_d3b/ (Letzter Zugriff 10.02.2026).
[34] Strobel, Jochen (2009) „Schreiben - aus einer sterbenden Sprache heraus. Die sorbische Minderheitsliteratur innerhalb der deutschen Mehrheitsliteratur vor und nach 1989“. In: National-Texturen. National-Dichtung als literarisches Konzept in Nordosteuropa. S. 381-410, hier S. 384.
[35] Prunitsch, Christian (2004) „Nachwort“. In: Lorenc, Kito (Hrsg.) (2004), a.a.O. S. 269.
[36] Hier seien Obersorbisch und Niedersorbisch gemeint.
[37] Siehe dazu: Kunze, Peter: „Assimilation“, in: Sorabicon.de: https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_byt_jtz_3mb/ (Letzter Zugriff 10.02.2026).
[38] Vgl. Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 571.
[39] Rehnolt, Juliane: „Kito Lorenc“, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde https://saebi.isgv.de/biografie/28201 (Letzter Zugriff 11.02.2026
[40] Vgl. ebd.
[41] Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig.
[42] Kuring, Gertrud: „Ćišinski-Preis“, in: Sorabicon.de https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_xqb_4rc_d3b/ (Letzter Zugriff 10.02.2026).
[43] Vgl. Lorenc, Kito (Hrsg.) (1981): Sorbisches Lesebuch. Serbska čitanka. Leipzig. S. 571.
[44] Man könnte auch an Ober- und Niedersorbisch denken, also eine Opposition innerhalb der Minderheit.
[45] Vgl. Strobel, Jochen (2009): „Schreiben - aus einer sterbenden Sprache heraus. Die sorbische Minderheitsliteratur innerhalb der deutschen Mehrheitsliteratur vor und nach 1989“. In: National-Texturen. National-Dichtung als literarisches Konzept in Nordosteuropa, a.a.O. S. 381.
[46] Ebd. S. 402.
[47] Załožba za serbski lud/Stiftung für das sorbische Volk https://stiftung.sorben.com/deutsch/projekte/cisinski-preis/ (Letzter Zugriff 12.02.2026).
[48] Kaulfürst, Fabian; Pohončowa, Anja: „Alphabet“, in: Sorabicon.de https://www.sorabicon.de/kulturlexikon/artikel/prov_gb3_gfk_b3b/ (Letzter Zugriff 12.02.2026).
[49] Diese Worte sind absichtlich in Kleinbuchstaben geschrieben. Ein weiteres Merkmal vieler Gedichte von Róža Domašcyna ist, dass die Substantive nicht großgeschrieben werden, wie es die deutsche Rechtschreibung verlangt.