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Recontre

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Rencontre in der Galerie van de Loo


Seit 2011 bringt die Galerie van de Loo in ihrer Reihe „Rencontre“ jeweils zwei Künstler zusammen, deren Positionen in der Gegenüberstellung eine Spannung erzeugen. Mit Sati Zech und Pomona Zipser treffen zwei Bildhauerinnen aus Berlin zusammen, die beide dort an der Hochschule der Künste bei dem SPUR-Mitbegründer Lothar Fischer studiert und zu ureigenen künstlerischen Ausprägungen gefunden haben. Dominiert in Sati Zechs schwarzen Wandobjekten in Leder und den blutrot durchtränkten „Bollenarbeiten“ das Organische, weisen Pomona Zipsers schwarze „zwei-dimensionale Skulpturen“ und Scherenschnitte eher scharf umrissene Formen auf. Der Kunsthistoriker Dr. Fritz Jacobi, als ehemaliger Kustos der Berliner Nationalgalerie mit beider Arbeiten durch Eröffnungsreden und Katalogbeiträge seit langem vertraut, formuliert im Ausstellungskatalog den Unterschied zwischen ihnen so: Bei Sati Zech herrscht im Plastischen „zuweilen das aggressiv Aufgeladene, aber trotzdem Verletzliche und Gefährdete“ vor, während Pomona Zipsers Arbeiten „einen stärker spitzigen, konstruktiveren, fragilen, aber dennoch in sich gefestigten Charakter“ haben.
Aussagen der Künstlerinnen in einem von Jacobi geführten Gespräch (im Katalog abgedruckt) bestätigen sein Urteil.

Sati Zech: „Das Rot kam zu mir, sprang mich an, war heiß und fett. Hochspannung. Und schwarzes Leder ist nun einmal eine herrliche Behauptung fürs Auge. Etwas bedrohlich, gewaltig, aggressiv, wenn man es anfasst – zärtlich.“ .
Pomona Zipser: „Für meine Skulpturen darf das Material nicht amorph sein, das würde mir den Lebensnerv töten. Die Materialien müssen eine Information mitbringen ... Ich suche zwischen den Resten aus, die mich hier in der Stadt umgeben, ... abgerissene, abgebrochene Türen, Fenster, Balken, ebenso technische Bauteile beflügeln meine Erfindungen.

Beide Künstlerinnen wurden im Jahr 1958 geboren, Pomona in Rumänien, Sati in Karlsruhe. Beide stammen aus Künstlerfamilien. Pomonas früh verstorbener Vater war Bildhauer, ihre Mutter malt heute noch. Satis Eltern – der Vater abstrakter Maler und Sammler – waren vom Bauhaus, später von der Hochschule Burg Giebichenstein geprägt. Die Nähe zur Kunst war ihnen in die Wiege gelegt.


Johanna Kerschner

Pomona Zipser: Zugsturz, 2011. Scherenschnitt,
Collage, 70 x 100 cm. Foto: Galerie


Sati Zech: Fahne, 2013. Papier, Mischtechnik,
44 x 46 cm. Foto: Galerie

„Rencontre – Sati Zech trifft auf Pomona Zipser“ Galerie van de Loo Projekte, Gabelsbergerstraße 19. Bis 27. Juli Mi-Fr 11-18, Sa 12-16 Uhr.


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