Petrus Akkordeon: fünf weitere poeme aus der "grasoper"
Montags=Text
0
Petrus Akkordeon
fünf weitere poeme aus dem projekt "grasoper"
es soll nie fertig werden und wachsen und mich als wilder garten weiter begleiten
dies ist nur ein auszug aus dem opernprojekt...
neben den texten entstehen weiterhin graphiken
wir sind blumen
und fühlen uns blumen
mir verging die sprache
als ich keine worte
dafür mehr brauchte
wie laub
blüten sein
als
wir blumen waren
und nun blumen
sind
gott im gras
er liegt im gras
über ihm
der himmel
die wolken
sind nicht zufällig
da
und spiegeln
seine gedanken
das gras
spricht ihn an
warum
liegst du in mir
da beginnt er zu weinen
weil er doch
noch immer
ein kind sei
pflanzenoper
auftritt eines rasenstücks
in allen farben grün
das publikum
atmet
es anerkenned an
ganz leise
um es nicht zu verschrecken
der rasen verneigt sich
nach mehreren wochen
vergilbung
verholzt
gehen die besucher*innen
dem herbst
entgegen
reichen zur ernte
sich die hände
und halme
chor der befreiten blumen
nach der erkenntnis
sangen die blumen
alle sind von sich
sind von sich aus
frei
und alle sind
verschieden
damit alle gleich
und die leute fragten
was sie mit ihrer
freiheit wollen
nur was
was unser sein
uns wollen will
und möglicherweise
nicht
einmal das
auftritt zahlreicher pferde
und diese landschaft
besingt sich selbst
im applaus des betretenden
schon
ist das gepflegte paradies
durch das behufte leben
ein ort geworden
die öffnung
zur gefühlten freiheit
renn renn renn
zaunhalt
kehrt
und in absoluter gewissheit
an der realität beiszen
die welt fressen
als wenn es kein morgen gäbe
ausserhalb
der eigenen bäuche
petrus akkordeon
27.september.1971 in westberlin geboren
lange zeit als gärtner gearbeitet
studium an der hdk berlin bei f.w.bernstein
über einhundert publikationen in
verschiedenen verlagen als autor und oder illustrator
zahlreiche ausstellungen
0