Petr Halmay: Walgesang
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Petr Halmay
aus dem Tschechischen von Patrik Valouch
Walgesang
Winzig,
bis zur Selbstverleugnung
schienen die Menschen
im Dämmer zwischen den Bäumen…
bis zur Selbstverleugnung
schienen die Menschen
im Dämmer zwischen den Bäumen…
Und nur die Frauen
in bunten Trenchcoats
trugen ihre Umrisse mit gleichem Mut;
Häuser ragten wie
Statuen gen Himmel.
in bunten Trenchcoats
trugen ihre Umrisse mit gleichem Mut;
Häuser ragten wie
Statuen gen Himmel.
Selbstverständlich war es
immer eine Stadt gewesen…
immer eine Stadt gewesen…
(Und wie hungrig
bissen die Augen hinein,
als der Wind zart die Äste bog,
dahinten im Hof.)
bissen die Augen hinein,
als der Wind zart die Äste bog,
dahinten im Hof.)
Unbeschreibliches Gefühl!
Aus dem Dunkel erste Mauern,
der Walgesang verstummt nicht
im tieferen Morgen.
der Walgesang verstummt nicht
im tieferen Morgen.
In den geöffneten Fenstern
wurden die Gardinen weiß.
wurden die Gardinen weiß.
Petr Halmay (geb.
1958 in Prag, eig. Name Petr Šiktanc), Lyriker, Prosaiker, Publizist. Er übte
verschiedene Berufe aus (unter anderem Lagerarbeiter, Ladehelfer,
Kulissenschieber und Pumpenwart), veröffentlichte mehrere Gedichtbände –
Strašná záře (1991, Schreckliches Leuchten), Bytost (Wesen, 1994), Koncová
světla (Schlusslichter, 2005), Země nikoho (Niemandsland, 2008), Ledolam
(Frostbruch, 2012) und Skrytá kopie (Versteckte Kopie, 2022).
Auf Deutsch liegt der
Lyrikband „Schlusslichter“ (Edition Korrespondenzen, 2009) in der Übersetzung
von Christa Rothmeier vor. Das vorliegende Gedicht stammt aus dem Band „Ledolam“ (Frostbruch).
Der Übersetzer dankt
herzlich Klaus Anders für die kritische Durchsicht des Gedichts.
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