Petr Halmay: Drei Gedichte
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Petr Halmay
Drei Gedichte
aus dem Tschechischen von Patrik Valouch
STIMME
Heute spricht diese Stimme
eher durch Schweigen zu mir.
Und vielleicht erklingen
(durch einen anderen Mund)
diese Worte woanders.
eher durch Schweigen zu mir.
Und vielleicht erklingen
(durch einen anderen Mund)
diese Worte woanders.
Das Kind geht mit dem Hund
die Mauer entlang zum Hügel:
Ein Mensch und ein Tier
in seltsamer Gegenseitigkeit.
die Mauer entlang zum Hügel:
Ein Mensch und ein Tier
in seltsamer Gegenseitigkeit.
Das Kind besteigt den Hügel.
Wie eine Klinge, die zustößt
in eine unbekannte Masse
ohne Antwort zu geben.
Wie eine Klinge, die zustößt
in eine unbekannte Masse
ohne Antwort zu geben.
FENSTER
Fenster ohne Gardine
im nächsten
der Blocks.
Ohne Rollos, Blumen,
Schimmer im Gesicht:
eine Stimme,
die sich erhebt
von gottweißwelchem Ufer.
im nächsten
der Blocks.
Ohne Rollos, Blumen,
Schimmer im Gesicht:
eine Stimme,
die sich erhebt
von gottweißwelchem Ufer.
Wie sieht wohl nun dein Gesicht aus?
Wenn die Bäume blühen
und der Staub sich senkt
mehrere Tage lang
wie Puder
auf die Mauern der Stadt.
Wenn die Bäume blühen
und der Staub sich senkt
mehrere Tage lang
wie Puder
auf die Mauern der Stadt.
KRISTALLE
Die Zuckertüte
in der Hofecke
im Müll.
Winzige Kristalle
am blassen Beton.
in der Hofecke
im Müll.
Winzige Kristalle
am blassen Beton.
Im Mittagsdampf
schwitzen
die Mauern.
schwitzen
die Mauern.
Und Sehnsucht nach dir –
die einzige Heimat
im Schimmer
dieses Augenblicks.
die einzige Heimat
im Schimmer
dieses Augenblicks.
Petr Halmay (geb.
1958 in Prag, eig. Name Petr Šiktanc), Lyriker, Prosaiker, Publizist. Er übte
verschiedene Berufe aus (unter anderem Lagerarbeiter, Ladehelfer,
Kulissenschieber und Pumpenwart), veröffentlichte mehrere Gedichtbände –
Strašná záře (1991, Schreckliches Leuchten), Bytost (Wesen, 1994), Koncová
světla (Schlusslichter, 2005), Země nikoho (Niemandsland, 2008), Ledolam
(Frostbruch, 2012) und Skrytá kopie (Versteckte Kopie, 2022).
Auf Deutsch liegt der
Lyrikband „Schlusslichter“ (Edition Korrespondenzen, 2009) in der Übersetzung
von Christa Rothmeier vor. Das vorliegende Gedicht stammt aus dem Band „Ledolam“ (Frostbruch).
Der Übersetzer dankt
herzlich Klaus Anders für die kritische Durchsicht des Gedichts.
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