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Manon Hopf: bei voller fahrt

Gedichte > Gedichte der Woche

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Foto: Simone Scharbert
Manon Hopf


bei voller fahrt
über den neckar bspw.
die türen der straßenbahn aufbiegen
damit der wind durchpusten kann
es werden jacken aufgeblasen panisch
festgehaltene hüte auch [wo kommen die plötzlich her]
und jahrzehnte alte turmfrisuren
ausgefegt [gedanken stieben auf
wie fliegen, ja: von einem haufen
scheisse] --- der falter naht
mit verspielten fingern beugt
er mit klebrigen
fäden vernäht er
die gegenwart ---

in die hüte auch [wieder aufgehoben]
hat er seine eier
gelegt: dort kommen
die larven zu ihrem
wirklichkeit durch-
nagenden spiel


Manon Hopf, geb. 1990, lebt in Mannheim. Literaturstudium in Mainz, Masterstudium in Frankfurt am Main. M.A. Literarisches Übersetzen aus dem Französischen an der LMU München. Seit 2021 Mitglied im VdÜ, 2021 erschien der Lyrikband hand, legungen. Gerlinger Lyrikpreis 2024. Die drei Gedichte sind aus dem aktuellen Projekt "falter".
www.manonhopf.com

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