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Lyrikmarkt im poesiefestival berlin

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Lyrik, lyrics und lyrix in Berlin
Impressionen vom Lyrikmarkt im poesiefestival berlin


Das poesiefestival ist jedes Jahr im Juni ein Großereignis der deutschen Lyrikszene. Das Festival wird ausgerichtet von der Literaturwerkstatt Berlin und ist auf Internationalität hin angelegt: dort traten mehr als 150 Künstler_innen aus 21 Ländern auf, darunter Jury Andruchowytsch (Ukraine), Paulus Böhmer (Deutschland), Criolo (Brasilien), Ko Un (Korea), Halyna Kruk (Ukraine), Les Murray (Australien), Alice Notley (USA), Don Paterson (Schottland/UK), Robin Robertson (Schottland/UK), Anja Utler (Deutschland), Phillippa Yaa de Villiers (Südafrika) und Serhiy Zhadan (Ukraine). Trotz der teils sehr heißen Pfingstfeiertage zählte das Festival vom 5. bis 13. Juni 2014 fast 8.000 Besucher bei insgesamt 49 Veranstaltungen.

Ko Un mit Übersetzerin Christina Youn-Arnoldi im Poesiegespräch, 12. Juni

Das 15. poesiefestival berlin klang aus mit einem Konzert von The Schwarzenbach und The Great Hans Unstern Swindle und dem großen Lyrikmarkt am 13. Juni.

„Mit lyrischem Markttreiben, Lesungen und Musik bildet der Lyrikmarkt den mittlerweile traditionellen Abschluss des poesiefestival berlin: ein Ereignis rund um die Dichtkunst - unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Mehr als 30 Verlage, Antiquariate und Buchhandlungen laden am 13.6.2014 in und vor der Akademie der Künste im Hanseatenweg ein zum Schmökern und Stöbern in poetischen Neuerscheinungen, Fundstücken und Raritäten. Mit dabei sind sowohl Independent-Verlage wie kookbooks und das Verlagshaus J. Frank als auch große Häuser wie C. H. Beck.“,
schreibt die Literaturwerkstatt über ihre Veranstaltung.

Kein Wolkenbruch, dafür aber ein permanent ungemütliches Nieseln vor düster drohendem Himmel die Stunde vor Beginn gaben den Anlass, dass alle Tische nach drinnen verlegt wurden – nach drinnen heißt in diesem Fall: in die erdgeschossigen Foyerräume der Kunstakademie. Kaum war innen alles aufgebaut, war längst die Sonne wieder da.

Kleine und größere Verlage, Zeitschriften, bibliophile Editionen und überhaupt alles, was Printmedien derzeit an „poetischen Produktionen“ (Literaturwerkstatt) hervorbringen, trafen sich traditionsgemäß beim Lyrikmarkt. Zugegen waren:

APHAIA VERLAG, Antiquariat Ballon + Wurm, außer.dem, Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Distillery, Edit, edition AZUR, Edition Korrespondenzen, Edition Noack & Block, Edition Rugerup, Elfenbein Verlag, Gutleut-Verlag, Hanser Verlag + Hanser Berlin, hochroth Verlag, Horlemann Verlag und die Edition Voss, kookbooks, Leipziger Literaturverlag, Literarische Buchhandlung der Zauberberg, luxbooks, Lyrikedition 2000, Matthias Wagner Antiquariat, parasitenpresse, Park.Zeitschrift für neue Literatur, Passagen Verlag, Poesiealbum / Märkischer Verlag, Poesiealbum neu, poetenladen verlag, randnummer, Reinecke & Voß, roughbooks, Saint George’s Bookshop, Schöffling & Co., SINN UND FORM, speak low, STILL, Suhrkamp und Insel Verlag, Verlag C. H. Beck, Verlag Das Wunderhorn, Verlag Hans Schiler, Verlag Peter Engstler, Verlagshaus J. Frank | Berlin und Wallstein Verlag. Das Projekt leiteten Alexander Gumz und Matthias Kniep.

Am Stand von
Reinecke & Voß Verlag

Poetenladen



kookbooks (li.) und
Horlemann Verlag
(re.)

Verlagshaus J. Frank





hochroth Verlag


Eine ganz besondere Kunstaktion wurde von den Mitglieder des Kunst-Kollektivs Collective Task vorgestellt: mit einer großen Ankündigung auf der großen Bühne vor der Akademie versteigerten Dichter und bildende Künstler aus New York und Berlin ihre vielgestaltigen Kunstwerke, die während des poesiefestivals entstanden sind. Kunst an der Schnittstelle von Wort und Bild.

Eine weitere ungewöhnliche Aktion in den Foyerräumen der Kunstakademie war die Poesie-Mode-Performance von Lisa D. „Wer Dichtkunst ganz nah am Körper spüren will, kann seine eigenen T-Shirts mitbringen und kostenlos mit unsterblichen Versen angesehener Dichter in Twitterlänge bedrucken lassen oder neue erwerben.“ (Literaturwerkstatt)

Das Programm war dafür, dass es auf drei Stunden angelegt war, äußerst dicht. Durch Regenguss und Umbauten verzögert, ging es erst kurz nach 16 Uhr so richtig los und dauerte bis weit nach 19 Uhr. Es war nicht nur auf beiden Bühnen eine abwechslungsreiche Mischung aus Musik und Poesie geboten. Man konnte in Bücher stöbern, sich nach draußen begeben, Musik hören, mit neuen und alten Bekannten aus der Literaturwelt ein Pläuschchen halten und auf diese Art Musik, Kunstaktion, Performance und Lesung erleben. Ein ganz besonderes Highlight waren dabei die Lesungen, die im kleinen Innenhof der Akademie und auf der Bühne direkt vor der Akademie stattfanden. Zwischen Auftritten von Maria Natt, Charlotte Warsen u. a. gab es musikalisches Programm. So waren Strangers by Day (Soul/Rock‘n’Roll), Hoppe (Lyrik an Musik, mit Friederike Scheffler) und Masha Qrella mit Band (Indie Pop) zu hören: Lyrik traf auf lyrics und tanzbare beats, moderiert von Shelly Kupferberg. Auch für Kinder gab es ein Spiel- und Bastelprogramm rund um Poesie.

Lyrisches war zu hören von Andreas Altmann, Maria Barnas, Ricardo Domeneck, Ulrike Draesner, Christian Filips, Anna Hetzer, Nancy Hünger, Björn Kuhligk, Yang Lian, Maria Natt, Kerstin Preiwuß, Stephan Reich, Katharina Schultens, Daniela Seel, Tzveta Sofronieva, Rainer Stolz, Christoph Szalay, Ryan Van Winkle, Charlotte Warsen, Ron Winkler, Judith Zander und den Preisträgern des lyrix-Schülerwettbewerbs des Deutschlandfunk.

Armin Steigenberger


Lesungen
(im Uhrzeigersinn)

Maria Natt,
Katharina Schultens,
Andreas Altmann,
Rcardo Domeneck,  
Ron Winkler,
Christian Filips,
Daniela Seel

(Fotos:
Christel Steigenberger)

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