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Lütfiye Güzel: [... Die Venen sind unsichtbar]

Gedichte > Gedichte der Woche

Lütfiye Güzel

... Die Venen sind
unsichtbar.
Die goldenen Tränen unter den
Augen, die Motte im Licht.
Fliegen, fliegen, durch Wald,
durch Wiese.
Das Treiben auf dem Wasser und die
Stimme rollt ungeölt aus der Tiefe.
Rauf, rauf, alles Kulisse.
Alle Jahreszeiten an einem
einzigen Tag genau und exakt
voneinander getrennt.
Gar nicht so ein Mischmasch aus
allem, nein. Frühling. Cut.
Sommer. Cut. Herbst. Cut. Winter.
Cut.
Die Geschichte tippt die Spinne.
Die Intuition streckt dem Verstand
die Zunge raus.
In den Abgrund geschaut?
Abgrund gewesen.
Alle Teile liegen auf dem Boden.
Ich versuche sie zusammenzusetzen,
aber das Endprodukt hat mit den
Teilen nichts mehr zu tun.
Immer schaue ich sehnsüchtig rüber
zum Bett.
"I love sleep. My life
has the tendency to fall apart
when i ́m awake, you know?!"
Ernest. Schuss. Schluss.
Weil niemand da sein kann.
Weil die Hölle immer nur einen
durchlässt.
Und dann, schauen auf die Sterne
die ich mir selbst in den Himmel
werfe, Sterne und was auch immer
ich will ...




In Lütfiye Güzel: nix meer. episode. Duisburg (go-güzel-publishing) 2018. 70 Seiten. 12,00 Euro.
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