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Leo Pinke: o.T.

Gedichte der Woche
Leo Pinke


In den Blicken die Augen tilgen,
in den Wegweisern ihr Eisen,
in den Namen ihr ziviles Zuviel?

Nichts als sein Tausch, Schauer zu sein,
der Körper hinterm Fensterspalt:
Aussicht, die sich weggibt in Erwartung
verdichtender Wolken,
legt den Groschen Gedächtnis drauf.

Zwischen
gut ist, was keinen Grund im Auge hat
beim Hineinfallen wie ein Tropfen,
und besser, was Gründe in die Wolken malt
beim Aufblicken,
will unscheinbar Unwahrscheinliches wahr werden:

Regenmantel reißt mit den Ärmeln die Läden auf,
frisch aus dem Drang heraus, leben zu müssen,
mitten in der gefluteten Auslage.


Leo Pinke, geboren 1992 bei Marburg, lebt in Rennes und Leipzig. Er promoviert zur deutschsprachigen Rezeption moderner französischer Poesie und übersetzt aus dem Französischen. Veröffentlichungen in Schreibheft und manuskripte; zuletzt, als Übersetzer mit Tim Trzaskalik: Sylvie Kandé: Die unendliche Suche nach dem anderen Ufer (Matthes & Seitz Berlin 2021). Sein dichterisches Debüt Schräg am Federbug erscheint im Juli 2021 bei Matthes & Seitz Berlin.
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