Jan-Eike Hornauer: Drückend heiß
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Jan-Eike Hornauer
Drückend
heiß
Ganz einsam streicht er wieder durch’s Revier.
Wie voll’s hier war, wie viele sich hier trafen!
Und jetzt so leer. Wer hat da Worte für?
Er will’s Gedächtnis fast schon Lügen strafen.
Er ruft ein Wort. Das kalt durch Räume hallt.
Lässt sich auf eine tiefe Holzbank sinken.
Er schluchzt und schnieft. Und tröstet sich: »Ja, bald
wird hier man wieder schwitzen, stöhnen, trinken!
Die Menschen sind nicht treu – und dann zurück.
So ist’s«, denkt er, »gewiss schon seit Äonen!
Ich hüte diesen Ort. Und mit ihm Glück.
Ach, könnte andres Tun sich mehr noch lohnen?«
Er blickt aufs Thermometer. Schmunzelt sacht.
Denkt: »Heißer ist’s nun draußen als hier drinnen.
Der Sommer tut, was sonst die Sauna macht,
lässt Schweiß zu klarem Lebensglück verrinnen.«
Der Sommer ist ihm so gesehen nah.
Doch sehnt er sich nach Herbst- und Wintertagen.
Er drückt sich hoch und geht – sehr schlurfend zwar –
zu tun, was ihm das Schicksal aufgetragen.
zu tun, was ihm das Schicksal aufgetragen.