Fredrik Parelius: Kutterbrand
Gedichte > Gedichte der Woche
0
Foto: Linn Heidi Stokkedal
Fredrik Parelius
Kutterbrand
aus dem Norwegischen von Klaus Anders
Kommt jetzt, Funken! Fresst meine dunkelnde Seite!
Greift zu, wo Lack zerblättert und seid viele,
lasst meinen Haileib bernsteingelb die Luft erfüllen
und endlich diesen Fjord verlassen.
Die Tropfen laßt mit dünnem Jubelruf
ausatmen durch meine satten Poren,
wenn ich auf Blasentang, der, ergrünt von Hitze,
mich umflicht, schwer die Wellen schlage.
Nun lieg ich hier und brenne rein.
Zuerst war es Schaum, und der Rauch, der schwarze,
stieg duftend aus meinem Räuchergefäß.
Als es runterfiel, zischte der Gluthaufen herrlich
und ich sah flink Getrieb und Trug übergleiten
blitzende Augen, die nass am Feuer
meine Prasselglut spiegeln in diesem Nu
und die Flut, die am Nachmittag einkommt.
Das Meer, das eine:
kriech über das Lager, lass Salzwasser waschen.
Fort! Von Asche und Kohle magerer Rest.
Und sollt der warme Fels davon bersten,
ist Schlag und Stein, was mein Lebwohl zerreißt.
Dann bin ich nicht mehr, doch ich war
ein Wald, ein Rumpf, wuchs im Bootshaus.
Fredrik Parelius, geb. 1991, wuchs auf in Mosjøen, Nordland, Norwegen. Lebt seit 2010 in Bergen. Studierte nordische Literatur an der Universität Bergen. Als Lyriker debutierte er mit dem Band Salz / Land im April 2026.
Der Übersetzer dankt dem Autor und dem Gyldendal Verlag für die freundliche Genehmi-gung.
0