Franz Hofner: Zwei Gedichte
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Foto: privat
Franz Hofner
Zwei Gedichte
ad
liberat
nehmen wir an
spaßeshalber
es wäre wichtig, dass ich
dies hier schriebe
und nicht irgend ein anderer
und nehmen wir an
spaßeshalber
es wäre wichtig, dass das schreiben
heute geschieht
und nicht 1980 oder 2042
und nehmen wir an
spaßeshalber
es wäre wichtig, dass Sie
oder Du das liest
und nicht irgendein anderer
und nehmen wir an
spaßeshalber
es wäre wichtig, dass das Lesen
heute geschieht
und nicht irgendwann anders
und fragen wir uns
mal im ernst
ob wir beide
Du oder Sie oder Ich
dem gewachsen wären?
Der
Sturz der guten Geister
in der schweißflamme das grelle
licht der seraphim am amboss
in den wegspritzenden funken
die cherubim hart eingespannt
zwischen anode und kathode
keuchend die throne
die welt hat sich verändert
jubelnd besingen den aufstieg
von menschen hin zum herrn
im himmel ernährt nicht mehr
schwer geschädigt von flussmitteln
trenngasen hinterm lederschurz
angeschirrt am amboss
schichtdienst an fließband
hochofen oder gar in den tiefen
folterkellern der physik peinlich befragt
aufs rad geflochten und immer noch
in zungen lallend, tja, träumer halt ...