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Dylan Thomas: Dichtung als Mittel zu einem gesellschaftlichen Zweck

Diskurs/Poetik/Essay > Glossen


Dylan Thomas

Dichtung als Mittel zu einem gesellschaftlichen Zweck
(In "Wie man Dichter wird", 1950)



Darf ich Ihnen sogleich klarmachen, daß ich in diesen informativ sein sollenden Notizen Dichtung nicht als Kunst oder Handwerk betrachte, als den rhythmisch-verbalen Ausdruck eines geistigen Bedürfnisses oder Dranges, sondern einzig und allein als Mittel zu einem gesellschaftlichen Zweck. Besagter Zweck besteht im Erlangen einer Stellung in der Gesellschaft, die genügend gefestigt ist, um es dem Dichter zu gestatten, jene Affektiertheiten der Rede, der Kleidung und des Benehmens, die im Anfang von so wesentlicher Bedeutung sind, abzulegen und auszumerzen; ferner in einem Einkommen, das groß genug ist, seine physischen Ansprüche zu befriedigen, wenn er nicht bereits dem Dichterübel, dem Großstadtwasserkopf, zum Opfer gefallen ist; und schließlich in der dauerhaften Sicherheit vor der Angst, noch weiterschreiben zu müssen.



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