Dirk Held: Drei Gedichte
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Dirk Held
pünktliche phantome (drei neue gedichte)
juni
ich gehe in die apotheke
und kaufe mir einen neuen tag
die tage wachsen schlecht in letzter zeit
manche verkümmern schon vormittags
andere schleppen sich weiter
und schaffen es irgendwie durch die nacht
dieser juni hat erst dreizehn tage
und der juli
wartet nicht für immer
spaziergang
jaja ich gehe spazieren
die straße ist ein spaziergang
zu dem ich zu fuß gehen kann
die übliche runde ebenso
der see ist ein spaziergang
zu dem mein auto mich fährt
seine stille ist prächtig
gerne wäre ich auch in sevilla
mit dem flugzeug spazieren gegangen
in all dem spanischen trubel
aber ganz so weit sagen die ärzte
soll ich nicht gehen
juli
die häute des sommers sind dünner
im grunde ein witz
wie häuser aus papier
oder eine knappe lebenserwartung
schau mal
ob du mit dem juli klarkommst
wenn ich den hula-hoop-reifen
im englischen park
fünf minuten hochhalten kann
verhandeln wir neu