Dilek Mayatürk: Umgekehrt
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Foto: Dirk Skiba
Dilek Mayatürk
UMGEKEHRT
Über meinem Kopf ist
die Erde,
Unter meinen Füßen
der Himmel
Wohin ich trete, ist
Leere
Die Wolken sind grau, sie tragen Regen.
Ich hebe den Kopf
Die vertrauten Asphaltstraßen breiten sich aus
Autoscheinwerfer werden meine Sterne.
Wenn die umgedrehten Laternen erlöschen,
Verharren die hilflosen Hände regungslos
Die Gesichter haben sich eins nach dem anderen
umgestülpt
Die Menschen stehen auf dem Kopf.
Und manchmal hoffe ich,
Wir könnten uns erfrischen, wenn es regnet
Aber der Regen fällt unter meinen Füßen,
Wenn ich gehe und dabei die Wolken zerdrücke.
Übersetzt von Achim Wagner.