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Die Preisträgerin / der Preisträger 2021

KIOSK/antimon/LPM > Lyrikpreis München 2021

Lyrikpreis München 2021
 
Bekanntgabe zur Auswahl
von Ruth Johanna Benrath und Yevgeniy Breyger


Für die Wahl der Preisträgerin und des Preisträgers 2021 (zu gleichen Teilen je 7.500 Euro) sind vor allem Sprache und poetologische Form ausschlaggebend, die die Beiden für ihre jeweilige intensive Auseinandersetzung mit dem Thema des Wettbewerbs gefunden haben.

Ruth Johanna Benrath beeindruckt mit ihrem PSALM/aus der tieffen durch die gekonnte Kürze und Prägnanz ihrer Sprache, verbunden mit der offenen, nicht einengenden, freien Versform, in welcher sie durch Rückgriffe auf Zitate aus der Bibel und indirekte oder auch direkte Bezugnahme auf Luther das Krisenbewusstsein unserer Zeit und eine Möglichkeit zur Mündigkeit des gegenwärtigen Menschen aufzeigt.

Bei Yevgeniy Breyger und seinem Was lernt man ohne Absicht zu verzeihen? – 7 Prozes-sionen ist es die außergewöhnlich rhythmische, komplexe, aber formgebundene Dichte der Sprache, ihre z.T. ungewohnte Bildhaftigkeit, ihre Fülle von unerwarteten Vergleichen, Symbolen, Metaphern, Wort- und Satzkombinationen, bei deren Lesen unwillkürlich Bilder und Szenen mythischer Größe (etwa wie bei Hieronymus Bosch) auftauchen, die für seine Wahl ausschlaggebend sind. Sein Bezug zum Thema ist verborgen und verdeckt und wird erst mit Hilfe der Durchdringung der verschiedenen Sprach- und Bildschichten, aus denen dieser Text besteht, erkennbar.

Das alles sind Stichworte: Die sich uns bietende Wirklichkeit der ausgewählten Texte ist natürlich komplizierter, unsicherer, gewiss auch vielfältiger, zwei- und mehrdeutig und anders auslegbar. Für die im Einzelnen ausschlaggebenden Überlegungen ist die noch zu veröffentlichende jeweilige Laudatio vorgesehen.

Zwischen dem 8. und 12. Dezember 2021 findet in München die Preisvergabe mit Präsentation der Buchveröffentlichung in Form einer kleinen Feier statt, die wir dementsprechend noch näher ankündigen.

Wir freuen uns und gratulieren!

Harald Albrecht
Kristian Kühn
Ulrich Schäfer-Newiger


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