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Christina Rossetti: After Death

Werkstatt/Reihen




AFTER DEATH

THE CURTAINS were half drawn, the floor was swept
And strewn with rushes; rosemary and may
Lay thick upon the bed on which I lay,
Where through the lattice ivy-shadows crept.
He leaned above me, thinking that I slept
And could not hear him, but I heard him say:
”Poor child, poor child”: and as he turned away
Came a deep silence, and I knew he wept.

He did not touch the shroud, or raise the fold
That hid my face, or take my hand in his,
Or ruffle the smooth pillows for my head:
He did not love me living; but once dead
He pitied me; and very sweet it is
To know he still is warm though I am cold.


(1862)



NACH DEM TOD


DIE FENSTER waren halb verhängt. Es roch
nach Binsenstreu. Ein Berg von Rosmarin
lag auf dem Bett, in dem ich schlief. Es schien,
daß Efeuschatten durch die Läden kroch.
Ich könnt nichts hören, dachte er, jedoch
—er lehnte über mir—ich hörte ihn:
Kind, armes Kind; und wollte sich entziehn,
die Stille sagte mir, er weinte noch.

Er rührte nicht das Tuch an, nicht die Falte,
die mein Gesicht barg, nahm nicht meine Hand,
zerdrückte nicht die Kissen ohne Not;
er liebte mich nicht lebend, aber tot
tat ich ihm leid—wie süß ich es empfand
zu wissen: er ist warm, wenn ich erkalte!


Günter Plessow, 2003


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