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Charles Baudelaire: Der Fremdling

Zeitzünder/Lyrik heute


Der Fremdling



Wen liebst du am meisten, rätselhafter Mann, sprich? Deinen Vater, deine Mutter, deine Schwester oder deinen Bruder?

»Ich habe weder Vater noch Mutter, weder Schwester noch Bruder.«

Deine Freunde?

»Du bedienst dich da eines Wortes, dessen Sinn mir bis heute fremd geblieben ist.«

Deine Heimat?

»Ich weiß nicht, unter welchem Himmelsstrich sie lag.«

Die Schönheit?

»Ich möchte sie gern lieben, wenn sie göttlich und unsterblich wäre.«

Das Gold?

»Ich hasse es, wie du Gott hassest.«

Ach! Was liebst du also, seltsamer Fremdling?

»Ich liebe die Wolken. Die Wolken, die vorüberziehen ... dort unten ... die wunderbaren Wolken!«



Charles Baudelaire: Gedichte in Prosa (Le Spleen de Paris). Übers. Von Camill Hoffmann. (1)

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