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Bernd Lüttgerding: Menschen in der Psychiatrie

Gedichte der Woche
Bernd Lüttgerding

Menschen in der Psychiatrie


Ich konnte sehen, wie gut sie es haben,
die Menschen in der Psychiatrie.
Sie drehn sich, geschmückt mit Rasierklingnarben
und halten die flatternden Krähen für Raben,
dort hinter den Fenstern in strenger Prärie.

Sie schliefen am liebsten in wächsernen Waben,
wie Bienenbabys, und keiner vergisst,
wie sie sprechen in primären Farben
von Eltern und Engeln, die alles verdarben,
doch wolln sie, dass alles so bleibt, wie es ist.

Sie können an kreiselnden Globen sich laben,
im Haloperidolenschein;
sie kriegen Grenzen gesteckt und graben
sich tief in den Matratzen ein.
Mit Löffeln an der Heizung schaben
sie, murmelnd, sie würden gerettet sein.


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