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Arthur Rimbaud: Sehend werden

Diskurs/Poetik/Essay > Glossen

Arthur Rimbaud:

Aus dem "Seherbrief" (Ende)



"Wenn einmal die endlose Versklavung der Frau gebrochen ist, wenn sie für sich und aus sich selbst lebt, da der Mann - erbärmlich bisher - ihr den reinen Widerschein ihres Wesens gibt, so wird auch sie Dichter sein! Die Frau wird Unbekanntes finden! Werden die Welten ihrer Seinsgedanken sich von den unseren unterscheiden? - Sie wird fremdartige, unergründliche, abstoßende, kostbare Dinge aufdecken; wir werden sie entgegennehmen, wir werden sie verstehen.

Fordern wir, im Warten, Neues von den Dichtern, - Seinssichten und Dichtweisen.

Also arbeite ich daran, mich sehend zu machen."

(13. / 15. Mai 1871)


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