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Yevgeniy Breyger: 10.

Gedichte



10.

flieder flieder, senk dein mieder. holprig hängt der schurke sich
an deinen ast. lebt auf anhieb folgenlos. auf bäume kein verlass.
die farbe trägt ihn ab (daher die ganze schweinerei). er fertigt sich
ein goldiges birett. – liebkosung – stürz dich nieder. alternativ

geh doch zu grunde vor der schlucht. was ist uns fremder
als ein mensch, der sich im blütenblatt erkennt. und näher.
ob flieder oder apfel (versuchen kannst du‘s ja). das prasselt ab.
zurück zum schurken – rüschenkleid, birett – die träger

schief verschlungen. raucht. wer sich ertappen lässt,
hat andre kleider an (gewiss).
und welche äste, entscheidest du für dich. das bäumchen
weint um die entscheidung. nicht jede wehe kündigt neues an.

und jeder fromme apfelbaum kann was dafür. versuchen wir
das aufzubröseln: flieder, schurke, die versöhnung.
es klebt sich fest. hält keinem wind statt – regung, laub – zer
streuung. sie ist dein erster feind und dann

zerstreut sie sich (verewigt). woher die ahnung kam – als förster
hackte, hackte – die äste, arme, alles gleich, verbleicht
der unterschied im scheiden. von vorne: blaues licht.
moment, das will doch niemand (schurke), flieder dich.


(Yevgeniy Breyger: unveröffentlicht, 2014)

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