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Tobias Roth: Kirchspiele - Sabbioneta, Beata Vergine Incoronata

Kunst



Das Grabmal des Stadtgründers, nur ein paar Jahrzehnte zwischen Stadtgründung und Grablegung. Sieben Spieße im Herz der Jungfer. Die Kirche ein Anagramm aus anderen Kirchen, ein einziger lückenloser Farbträger, und in der Farbe erst ereignet sich Architektur (von außen ein backsteinernes Getreidesilo). Der Stifter aller Mauern hat den Helm vor sich abgelegt, als Senator streckt er die Rechte in den Raum, um Ruhe zu bieten einer Rede aus Sand, Stein und Farbe, auf Leinwand und Holz (sieben Spieße in einer Brust aus Pappmaché). Mars wird müde, seine Finger spielen um einen Olivenzweig. Und die Farbe reißt ihre Fluchtlinien nach oben. Nur das Grabmal zeichnet sich durch echten Stein, teuren auch, aus, das zählt, hier, (Rosso di Siena, Giallo antico, Africano antico, Broccatello di Spagna, Verde antico, Pietra di paragone, Moscato d’ardere) hier hört das Theater, hier Mars, auf. Allegorien flankieren das Grab, eine davon ist die ganze Stadt (Silberdistel aus Bastionen, Courtinen, Kehlen und wie sie alle heißen).



(Sabbioneta, Beata Vergine Incoronata)


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