Direkt zum Seiteninhalt

Robert Stripling: o.T.

Gedichte


Robert Stripling



     Die versiertesten Spieler, ihr schwindelerregender Marktwert, das Tauschgeschäft bei den jüngeren Kids; nebenan, mit den Klebebildchen. Diese Fußballspieler – wer ist der beste, welcher Mann? Die technischen Finessen, die Kraft, die Ausdauer. Die Jungs im Tagesgeschäft : wie Pferdewetten (die gesamte, heroische Sprachführung). Wie sie mit den Muskeln spielen, den Endstand voraussagen. Später im Fitness-Center gutmöglich, die wirklichen Muskeln pumpen. Worin alles Vorbild wird, Abfarben. Sich übersetzt, auf eine verschleierte Notwendigkeit hin. Zehn, vielleicht zwanzig Euro auf eine Mannschaft setzen. So purzeln die Jungs oder poltern aus der Wettstube raus, diskutieren noch. Strittig in einigen Szenen. Dabei der Blick aufs Smartphone, Hellenismus; der Athlet; die Hellenisierung des Geistes, indem er den Körper, usf. (Saint-Pol-Roux), will sagen : okkupiert / annektiert. Während Sonnenlicht auf die verputzte Fassade fällt. Diese Farbe; dieses dörfliche Viertel – ockerfarben & verblichenes Rosa. Eine aufgerissene Wand. Wie alt, der Zerfall; das Vergehen, dieser allmählich verschwindenden Farben? Usurpation, denke ich wieder & wieder, Inbesitznahme; wie ein fernes Gesetz, das sich ausspricht. Als seien Erkenntnisse auf ihre Orte festgelegt : das Gewaltige bleibt unerschlossen. In fernen Ländern verkettete Machtkämpfe; Grenzen, von denen ich wenig verstehe. Postkoloniale Befriedungen. Striche ins Wüste gezogen. Was gäbe es sonst zu tun, als auf ein Pferd zu setzen, denke ich, einen Spielautomaten? Dort, beim Vorübergehen, wie neben dem Eingang an hellem Holztisch ein Mann sein Bierglas hebt (dieser Mann im HOTEL MARI II). Schwebende Befremdlichkeit; ein Garagentor kreischt. Die Tage rascheln. Ich laufe zur S-Bahn; versuche mir vorzustellen, welches Ausmaß den Kongo betrifft; wie weit seine Flüsse reichen; die Steppenflächen & Wälder; wohin sich Städte entwickeln, Kinder. Wo lang der Sudan geht.

Zurück zum Seiteninhalt