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Norbert Lange: Tautologien

Gedichte



Tautologien



Siehst du: wie die Bauern ihre Spaten setzen und beginnen, ihre Formen aus dem Boden zu heben. All die Ikonen in Kirchen, Kapellen, Palästen, Häusern und Hütten; Hoffnung und Furcht Nullen und Einsen, die des Heils und der Ver-dammnis Idiosynkrasien erstellen. Uhren wollen weiß-machen, in Wohnstuben verstreiche Zeit mit demselben Für und Wider des Taktstocks wie auf den Märkten; statische Drohnen, oder sie folgen Mechanismen, die ihnen inne-wohnen –, diese Holzstücke, ausgescharrte Bohlen. Mütter und Väter, vor denen wir lagen wie hingeschüttetes Wasser, verhandeln über Konditionen. Logarithmen, denen der Zweifel in ihren Körpern nicht angemerkt werden kann, die dem Aufbau jeder Zeile folgen; deren von Links nach Rechts wandernde Blicke die Geschehen und Gedanken reduziert auf abstrakte Werte sehen – die Idylle, zu der geladen wird. Formelmönche, die solange lächeln bis es heimelig wirkt, die selbst vor desjenigen Seele nicht innehalten, der sich betend im Vertrauen an sie wendet. Auch spielen wir mit den Knochen; du musst nur langsamer werden, unvermeidlich zerstückelt vom Hin und Her der Schubkarren. Küss mich.


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