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Martina Kieninger: desoxyriboli - Kapitel 14

Texte

Kapitel 14


Kinderheimbenny wie Babyklappe und dann der Blumenorden, aber so harmlos sei das nun auch wieder nicht gewesen, das hat die Gattin selbst gesagt, zugegeben, dass sie gewarnt wurden vor Benny, der aus einem Kinderladen grad ums Eck der Postdarwinisten ist. Die Aggressivitätsgene lägen den Kindern im Blut, in nah und ferngelegenen Abschnitten liege stückweise diese Wut, diese Rauflust, aber das habe sich beim Benny gar nicht bemerkbar gemacht, so ein liebes Kind, wie der war.

Und noch alle Objekte im Forschungsschrank, in Formaldehyd schwimmen Gewebe, die unter den Stein gehören und nicht öffentlich beforscht. Das Institut der Postdarwinisten und das Kinderheim in Reichweite, Bioborn habe die Einrichtung damals noch geheißen und angeblich der Nachzüchtung dienen sollen, weitreichende Freilandexperimente, so die Prädestinisten, und mahnen das, was sich aus dem Bioborn herausentwickelt hat, an wie eine abgelehnte Verantwortung für das, was dann geschehen ist. Der fragliche Klon hätte nie aus dem Institut entweichen dürfen, nicht er und mit ihm nicht der gentragende Leihmutterhund, verloren in Waldumgebung der Institutsgelände und wohl eine Art Entschuldigung für das Versagen verantwortlicher Stelle, an dem es gar nichts zu entschuldigen gibt. Versuchsmensch oder Versuchstier? Das will der Rasenbürger, der sich mit Nachrichtenfragen in konkreten Poesiehunden gedanklich bereits auseinandergesetzt hat, aber doch noch genauer wissen. Und was hat der Herr Wessely jetzt eigentlich damit zu tun?

Leider. Und es ist auch nicht ganz klar, wie die Liedform, der Jackenauszug aus den reichsdeutschen Zeiten noch, exprimiert und vervielfältigt, in den Hund gelangen konnte, möglicherweise über epigenetische Effekte wie den, der dafür sorgt, dass der Mitteleuropäer Milch verdauen kann, weil er sich das dazu Nötige über den Umweg der Käsebakterien ins Genom einverleibt hat, wenn er das mal so volkswissenschaftlich ausdrücken dürfe. Wie Käsebakterien sind wohl auch die Fetzen vom Horst-Wessel in den Hund gekommen, der Hund hat vermutlich das Papier gefressen, den Fresszettel von Rotfront Reihe und Kampflied, ein Plagiat des Horst Wessel an kommunistischem Liedgut des späten neunzehnten Jahrhunderts und Gegenstand der Kampfliedforschung überhaupt, möglich dass der Hund dann auch noch gleich die Internationale mitgefressen hat, es ist nicht auszuschließen. Im Hund dann zum Markov mutiert, vielleicht mit Hilfe der Maulbakterien zwischenzahnlich im Wolfsgebiss, Karies, die dann ein statistisches Häufungsdingens aus Brüdern zur Reihe zur Sonne gemacht hat – er zitiere mal, was da aus der Maschine getickert ist.

Brüder, das Sterben verlacht! Ewig, der Sklav'rei ein Ende, heilig die Rotfront für Freiheit und Reaktion erschossen Marschier'n im Geist nun die Rotfront und Freiheit die Nacht überschwillt! Brüder, in unsern Reihen mit ruhig festem Schritt Kam'raden die Zukunft hervor. Seht, wie der Zug von Millionen, dann ist das Hündlein in Stücke gesprungen, weil es weder Zellstoff noch Markov vertragen habe, vielleicht auch das Papier zu sauer. Oder gar nicht gesprungen, eher erstickt, weiß mans? Zu lange her und unzureichend dokumentiert.

Was natürlich so nicht stimmen kann. Der Jackenauszug, aus dem man das fragliche Liedmaterial isoliert habe, stamme noch aus den Dreißigern, aus einschlägigen Sammlungen und über den Weg der Versteigerungen, Historisches, Militaria undsoweiter an das Institut der Postdarwinisten gelangt, die sich damals freilich noch anders nannten, Biodarwinisten oder so ähnlich und zusammen mit den Prädestinisten unter dem Dach desselben Instituts, bis die Prädestinisten sich von aller Forschung verabschiedeten und das Konzept der Genträger entwickelten, Nachgezüchtete der Verbrecher, die in nicht enden wollenden Strafprozessen sich der Verantwortung ihrer Veranlagung stellen sollten.

Ein unerträgliches Projekt, von dem bisher nur eine Computersimulation existiert, die Version in der realen Welt hingegen sei im Blastenstadium steckengeblieben, nachdem es zu unvorhergesehenen Verschmelzungen des verbrecherischen Zellmaterials mit den Blasten der von ihnen Geschädigten gekommen sei, so drückt das der Sprecher der Prädestinisten auf recht umständliche Art und Weise aus, findet sie, die Gattin. Und dass sie das nicht wissen konnten, als sie den Benny aus dem Kinderheim geholt haben. Also das mit der Aggressivität habe man ihnen zwar angedeutet, dass ihr Benny aber ein echter Wesselklon sein soll, das habe man ihr nicht mitgeteilt und sie hält das auch für nichts als üble Nachrede. Benny habe sie ihn genannt, nach dem Hund, ein lieber Hund, und es sei ihr immer fast so gewesen, als sei das Bennywesen, das Liebe und Freundliche des vorangegangenen Hundes, auf den Ziehsohn abgefärbt, obwohl sich die zwei im Leben nie begegnet sind. Aber das kennt man, Hund und Herr, dass sich Besitzer und Tier immer ähnlicher werden mit den Jahren, fast wie alte Ehepaare. Und dass der Benny Theaterstücke geschrieben hat, ist nichts als eine böse Behauptung dieses weitentfernten Ofenvogel, Doktor der Literaturgeschichte nennt er sich, der halt was zum Schreiben brauchte. Möglicherweise, das fällt ihr jetzt erst ein, hat der Ofenvogel diese Theaterstücke selbst geschrieben und dem Benny dann die Schuld daran zugeschoben.

Immerhin erklärt das, also diese Wesselklon-Geschichte, was diese Typen eigentlich von ihrem Sohn wollten, auf der Prunksitzung des Blumenordens. Denn der Benny habe den Tod schon in seinem Genotyp gehabt, noch eh er im vielzelligen Stadium war, noch ehe er als Ersatz für den Hund in das Haus der Wesselys gekommen war.

Vorausgegangen in den Tod sei der Hund, der die Tritte der Schmerzpatienten nicht mehr ertragen habe, vorausgegangen dem Benny Wessely, seinem Nachfolger, dem Hundsersatz, weil man da oben, im vierten Stock einer Zahnarztpraxis keinen Hund halten kann, Dackelkrankheit, und außerdem sollte der Benny ja die Praxis übernehmen, mit Zahnlabor und allem.

Wie die Rotfront-Reihen und überhaupt der Sturmabteilungsmann in die Stammzellen vom Benny gelangen konnten, ist ihr ein Rätsel. Wenn sie das richtig verstanden hat, dann besteht doch das Verfahren darin, dass man die Zeilen in Eiweißmoleküle übersetzt, Buchstabe für Buchstabe, über den Morsecode des DNA-Alphabets hinweg als Aminosäure um Aminosäure – aber habe jemand schon mal versucht, “Brüder zur Sonne zur Freiheit mit ruhig festem Schritt, der Tag für Brot bricht an, die Fahne hoch, die Straße frei dem Sturmabteilungsmann” in einen Hund einzuschleusen? Das könne doch schon jedes Do-it-yourself-Gentechnik-Kit aus dem Versandhandel leisten, so der Einwand, Versuche zum Mitmachen für den Laien, deren Zuchtergebnisse wie Babykrokodile verantwortungslos ins Klo gekippt werden und sich über den Wasserweg ausbreiten, gut und schön, das kenne man ja für Bakterienkulturen, die man mit Kurz-Dada vom Typ “doodes Auto” kontaminieren kann, aber gleich das ganze Kampflied? Dass es sich nur um eine mutierte Karies handelte, in der sich der Text ausdrückte und nicht um funktionale Genome von Organsimen, Lebewesen, aus dem pippetierten Nichts der Reagenzgläser erzeugt, die nach völlig neuen Todesprinzipien organisiert sind, schreibt Ofenvogel in einem Gastbeitrag für “Biokunst” und fordert die Transkription der Landesbibliotheken in Viren. Aufgrund dieser Technik, so ein Leserbrief an Biokunst könne man möglicherweise neuartige Verfahren zur Bekämpfung gefährlicher Ideologien entwickeln, er denke da beispielsweise an eine Art Impfung der Bevölkerung mit unschädlich gemachten Textstellen.

Dass das eh nur Unsinn sei, so eine Bemerkung in einem weiteren Leserbrief, was hat schließlich der Buchstabe A mit Alanin zu tun, in welcher Beziehung steht der Laut “A “ zur Kettenlänge des betreffenden Aminosäure? Das ist alles Konvention, A hätte genausogut Tryptophan bezeichnen können – mit völlig anderen Folgen für die Dreidimensionalität des betroffenen Proteins, die Bezeichnungen sind also vollkommen zufällig und können eine Struktur wie Demenz zur Folge haben, Prionen, völlig falscher Faltung.

Dass die Hunde überhaupt lebensfähig waren unter Last der in sie eingeschleusten Kampflieder. Die Erweiterung des Hunds um Freiheit und Sonne hat dann ja auch noch ganz andere Folgen gehabt, und es ging dabei um die Karies, die sich daraus entwickeln konnte.

Postdarwinist: Sie müssen uns schon sagen, was Sie verändern wollen, wenn Sie diesen Text jetzt in einen Hund einbringen!
(Geschrei und Applaus im Publikum)

Ofenvogel: Ich kann nur sagen, dass ich das Äußerste versucht habe, etwas in meine Werke zu legen, was die Bewegung auslöst, die Bewusstseins-veränderung bewirkt. Also kann ich nicht sagen, ich spekuliere lange und breit darüber nach, wie viel meine Werke wert sind, sondern ich arbeite an einem Punkt also auch gedanklich weiter, um etwas davon herauszubringen, was ich nämlich will… (wird durch den Prädestinisten unterbrochen)

Prädestinist: Und? Was wollen Sie?

Ofenvogel: Ich will das Menschenbewusstsein erweitern. Ich will es vor allen Dingen konkret ausweiten.

Prädestinist: Wenn Sie Bewusstsein erweitern oder verändern wollen, müssen Sie uns schon erklären, was Sie unter dem Begriff “konkret” konkret verstehen, sonst ist das doch alles nur höherer Blödsinn.
(Gelächter aus dem Publikum)

Ofenvogel: Allerdings, deswegen sage ich ja, dass ich bereit bin, bis ins Morgengrau darüber zu sprechen.

Postdarwinist: Grau? Nein, schwarz oder weiß, das muss sofort entschieden werden.
(Gelächter aus dem Publikum)

Ofenvogel: Aha, in einem Satz.

Prädestinist: Sofort!

Ofenvogel: Aha.

Prädestinist: Das muss klar herauskommen.

Ofenvogel: Ja.

Prädestinist: Wenn Sie etwas zu sagen haben zur Veränderung des Bewusstseins, müssen Sie sagen können, in welche Richtung.
(Eine Stimme aus dem Publikum: Ja genau.)

Ofenvogel: Allerdings, und da kann ich nur sagen, geht das nicht anders als durch Schulung. Indem man den Menschen an menschenkundliche Begriffe heranführt… (wird durch Max Bense unterbrochen)

Prädestinist: Was ist ein menschenkundlicher Begriff?

Ofenvogel: Ein menschenkundlicher Begriff ist, dass ich zum Beispiel das ganze Genom des Menschen betrachte. Phänotyp und Genotyp. Dass ich die Frage stelle, was ist im Menschen der Freiheits-Pol? Was ist im Menschen der Willens-Pol? Was ist im Menschen das sogenannte Empfinden, das Gefühl? Was ist das sogenannte Unterbewusstsein, wovon die Psychologen reden? Das sind doch alles Fragen, die vor uns stehen… (wird durch den Prädestinisten unterbrochen)

Prädestinist: Die liegen doch hinter uns!

Ofenvogel: Ach so. Und zu welchen Ergebnissen sind Sie denn gekommen?

Prädestinist: Ja, da müssen Sie nachschlagen. In den entsprechenden Werken der bedeutenden Leute, die darüber geschrieben haben.
(Buhen aus dem Publikum) Bitte? Es gibt schließlich Genomanalyse. Und zumindest seit dem Jahre 1990. Ist das alles falsch?

Ofenvogel: Aber die Genomanalyse ist ja gerade etwas, was ich unter kritischem Gesichtspunkt betrachten möchte.

Prädestinist: Ich auch.

Ofenvogel: Und jetzt, Sie auf einmal auch?

Prädestinist: Ja ja.
(Raunen aus dem Publikum)

Ofenvogel: Vorhin haben Sie doch gerade gesagt, Sie wollen nachschlagen.

Prädestinist: Nein, Sie sollen es nachschlagen. Sie haben gesagt…
(wird von Ofenvogel unterbrochen)

Ofenvogel: ich habe schon sehr viel nachgeschlagen.

Postdarwinist: Heute Abend wollen wir nicht nachschlagen, sondern diskutieren.

Die Verifikation eines Satzes durch seine Lebensfähigkeit. Nur wahre Sätze sind lebensfähig.

Die Karies, die jene gefährliche Kampfliedvariante in sich trug, war ja in diesem Sinne lebensfähig und wurde sozusagen durch Bennys Tod verifiziert. Der endgültige Beweis, obwohl das Experiment ein ganz anderes Ziel verfolgte.

Kampfliedforschung im veränderten Hundegenom und die Grammatik in dessen konkreter DNA, ein Mix aus Internationale und Wessellied, was mit Shannon aber dann nichts mehr zu tun hat, selbst wenn Ofenvogel auf die unvermeidliche Zunahme von Entropie im Gentext über die Generationen hinweg eingehe, wenn man die zelleignen Reparaturmechanismen an der DNA außer Acht lasse, und die Zuordnung der Grammatik konkreter DNA als Poesie im Genom sei nicht etwa eine Chomsky-Grammatik zweiter Ordnung, wie von Ofenvogel behauptet, sondern als eine erster Ordnung anzusehen.


Nachdem man Herrn Wessely aus den Händen der Prädestinisten befreit hatte, die ihn von der Blumensitzung des poetischen Vereins weg entführt hatten, wurde er von seinem Herkommen unterrichtet, also über jenes Experiment mit Jackenauszug. Wessely habe recht betroffen gewirkt, von seiner Herkunft aus einem Kinderheim sei er zwar unterrichtet gewesen, jedoch sei es ihm nicht bekannt gewesen, ein direkter Nachkomme Horst Wessels zu sein, er habe sich umgehend schuldig gefühlt und eingewilligt.

Eingewilligt, so die Gattin, man habe den Benny festgehalten und unter Druck gesetzt mit allerlei Erzählungen zu Bioborn, eine Nachzuchtstation der Prädestinisten, so wird behauptet, aber das ist schließlich weder ein Grund noch eine Entschuldigung für den widerrechtlichen Freiheitsentzug, und weder die angebliche Einwilligung, noch die Dankesworte des Institutsleiters können daran etwas ändern. Man soll endlich zugeben, dass der Benny ganz unschuldig aus der literarischen Gruppe barocken Ursprungs entführt und zu allerlei Menschenversuchen gezwungen wurde.

Der Benny habe sich schließlich der Forschung, in Fragen des Kampflieds, zur Verfügung gestellt und sei sozusagen an den Versuchsbedingungen verstorben, an den Auswirkungen der Fototapete, der Raumausstattung überhaupt, alles aus den Dreißigern, Tisch Stuhl, schweres Eichenholz und runenbeschnitzt, mit lauter scharfen Doppel-S, sowas halte doch kein normaler Mensch aus.

Im Institut, an den Labortischen, die in Bennys Theaterstück “schweinshund” rumstehn, saß eine Handvoll Leute mittleren Alters, betäubt von Alkohol, Tranquilizern und Stumpfsinn. Einer namens Benny zog blank und bettelte um sein Ende. Benny: “Zur Kürze verurteilt, zur Selbstanklage bereit, denn die hat zu erfolgen und ist erfolgt und gehört nicht in ein keine Replikmöglichkeiten Kennendes, um die Gelegenheit zu nutzen, es gibt keinen.”

So wurde dieses Labor zum Treffpunkt nachgekommener Nazischweins-hunde. Dort fraßen sie ihre Nachkommenskörper, ihre Sprachkörper einfach auf und verdauten – Sprache als Ausscheidung. Gerede, Weiterreden, Nachreden, aber das war viel zu mechanistisch gedacht und wurde von den Fortschritten in den Lebenswissenschaften ad absurdum geführt. Denn es war ja noch vorhanden, das Lied, wenn auch in Bruchstücken nur, aber eine Zusammenfügung der Einzelteile zum Gesamtlied doch möglich. So schnell werden die Zusammenhänge nicht abgebaut. So schnell wird man nicht Schweinshund und das innere Kampflied los.

Man habe den Skandal – so kurz vor dem Rechenschaftsbericht – vermeiden wollen, Ofenvogel hatte recht offen damit gedroht, die Sache auffliegen zu lassen, er habe den Vorgänger besucht, im Ruhestand, so der Institutsleiter zur Sache Ofenvogel, und dieser, also sein Vorgänger als Institutsleiter, habe Ofenvogel gegenüber angedeutet, dass die Stammzell-Linien zum Klonexperiment dann doch nicht veröffentlicht wurden, deren Abbildung also möglicherweise als Fälschung zu gelten habe. Verdächtig auch, dass die entsprechende Festplatte aus dem Gerät ausgebaut und an die Stadtbücherei weitergeleitet worden war, wo sie von konkreter Poesie überschrieben nach Südamerika gelangte.

Und also reiste dieser Ofenvogel auf öffentliche Kosten an den Rio de la Plata? So der kritische Bürger auf dem Institutsrasen. Der Institutsleiter möchte sich im Augenblick dazu nicht äußern. Immerhin, den fraglichen Klon konnte man in Sicherheit bringen, also Benny Wessely, den die Prädestinisten – von der jährlichen Vereinsfahrt des poetischen Blumenordens weg – entführt und beinahe an unbekannte Adresse verbracht hätten.

Zum Thema Wessely möchte er nur noch so viel bemerken, dass sich die Depression des Mannes immer weiter vertieft habe, was nur am Rande mit den Forschungen am Liedgut zusammenhänge, auch nicht mit Unterbringung und Fototapete erklärbar sei, wie oft behauptet. Benny Wessely habe sich aus freien Stücken zur Zusammenarbeit mit den Postdarwinisten entschlossen und habe auch schon vor den Versuchen stark getrunken, wie Ofenvogel, der im übrigen mit den Wesselys entfernt verwandt sei, bestätigen könne. Überhaupt habe der Alkoholismus des Benny Wessely mehr mit dem abgebrochenen Studium der Zahnmedizin und mit seinem Erfolg als Theaterdichter zu tun, als mit den Experimenten zur Kampfliedforschung. Was ihn aber letztlich getrieben habe, hinauszugehen in die Hundezwinger, sei nicht nachvoll-ziehbar.

So wenig nachvollziehbar wie der plötzliche Ausbruch der Meute. Es war, als hätten die Tiere, die ja die Zeilen des Wessel-Liedes in sich trugen, wie auch eine Verwandtschaft zum Theaterdichter, dem Wesselklon einen letzten Wunsch erfüllten, als sie ihn endlich totgebissen hatten.


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