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Martina Hefter

Gedichte




tanzen


auf einer Party, inmitten von anderen Gästen, die man nicht kennt



Von der Bewegung den Aspekt des Imperialen
isolieren. Vier Eckchen festzwecken mit einem Hupf.

Was in deinem Blickfeld lebt, gehört jetzt dir, aber
schlupfe unter, wo du nicht ruhen darfst, flirre im Glitter,

aufs nächste Level: fünf Eckchen beherzigen,
sie poppen beim Drauftreten auf. Bausche aus Raum.

Tauch hinein, grätsche in Nester, lese
von Scheiteln der Gäste Pailletten

im Gestus des Verschwendens,
hangel dir Lämpchen von Wänden, quetsche

plötzlich aus Herumstehen Turns.
Hechte zuletzt in Szenen aus Kill Bill.

Zeige auf Herzchen.



Kopfschütteln

bei klarer werdender Erinnerung an den Traum von letzter Nacht


Herzen auf Zeigern,
Raum aus Nestern.

Lese das als: verschwenderisch
leben, Szenen des Herumstehens.

Glitter, Pailletten.
Du turnst, trittst auf Lämpchen.

In deinen Blick gequetscht: Bill,
sich aufbauschend vor Gästen,

in seinen Bewegungen Ruhe und Gesten.
Jetzt vier Imperial, sie gehören dir,

aber in den Ecken flirren
Aspekte von Pop.

Was taucht plötzlich auf,
eine Wand? Zuletzt gescheitelte Killer.



Martina Hefter: Doppelgedicht aus "Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch." Kookbooks, Berlin 2013. 80 S. 19,90 Euro.


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