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Markus Hallinger: Falsche Jagd

Gedichte



Falsche Jagd

Wie heiße Pferde am Start zu einem Jagdrennen, ist es ein Lust, die Lust über der Ebene zu fliegen, zu entkommen. Jede Wette, Bruder, das ist wie Sprechgesang, damit brichst du das Schweigen, auf ein Wort mit drei Fingern vor der Brust, im Rhythmus, wird es zum Schwur kommen, ist deine Straße deine Straße, wohin die auch führt – ins Gedicht. Über dem Morgengrauen auf das Wort hin treffen wir uns, vom Stuhl hängt das Seil, an den Zuschauerrängen hängt blankes Entsetzen, eine Laune ist eine Laune, die Zigarette glimmt über der Stadt, die zündet der Bauernsohn an, brennt seinen Namen ein: das ist das Versprechen - im Brustton, die Brust heraus, weg mit der Kopfstimme, die fieseligen Sopranisten, die Grillen im Ballhaus, im Tanz mit einer Feierlichkeit kurz bevor das Tageslicht verschwindet, als ob es hinein ginge in einen geräuschlosen Berg und einer Handvoll Vögel, das auffliegende Grau bis ins hinterste Schwarz tuschiert.

(Markus Hallinger: unveröffentlicht. 2014)

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