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Konstantin Ames: sTiL.e(zwi) Schenspiele

Rezensionen



Armin Steigenberger

… Schimpf & Schenie, Aufklärung, Esprit?! ...


         avec un accent

connais-tu le land où le Regenbogen steigt?
ça n’est pas à Sarrelouis où des Lorrains doing shopping comme
des Allemands de l’Est en Pologne.


Das Tolle an dem neuen Band von Konstantin Ames, und das gleich vorweg, ist, dass man ihn einfach so zur Hand nehmen kann, und einfach so mal reinblättern kann, ohne dass man einem System folgen muss. Das tut man bei Lyrikbänden eh, wobei hier noch gar nicht klar wird, ob es ein Lyrikband ist, auch wenn vorne „Poesien“ draufsteht. Poesie und Lyrik ist nicht dasselbe; es muss nicht jede Poesie Lyrik sein. Feststeht: eine Mogelpackung ist es auf keinen Fall. Und vermutlich wünscht sich das das Buch: dass man einfach mal herzhaft und aufs Geratewohl hineinblättert.


         cool, aber nicht snobby

Wenn ich Lesefluss wollte, läs ich mit enthaarter
Näse am Nil Sun, Bild Krone
oder auch Aha! Privat, Blick, Adorno
in Dosen, sogar ohne Verständnis.

Amicalement! Henri Bergson


    (meine welterste BRD« 23.05.2013)


Die Gestaltung des Bändchens wirkt freundlich, fast bescheiden mit seinen angenehm animierten grünen Lettern auf dem Einband. Ich nehme es gerne in die Hand. Es kommt trotz seiner exakt 100 Seiten eher zierlich, zurückhaltend und leicht daher (im Gegensatz zur „Sprengkraft“ seines Inhalts –), hier wird sogar ansatzweise etwas Bibliophiles angetäuscht, und wo ich es im diesem Sommer mal hier mal da im Freien auspackte, habe ich beim Lesen öfters versucht, die kleine Ameise, die als elfte ihrer Art vom Cover quer rüber auf die linke Umschlagsklappe krabbelt, wegzuwischen. Beim ungefähr dritten Versuch dieser Art musste ich über mich selbst lachen.

Ein aufgeschlagenes Buch zementiert die Teilung im Kopf.


Ich habe kürzlich etwas raunen hören, das ging so: Von Konstantin Ames erscheine derzeit gefühlt alle paar Wochen ein neuer Gedichtband. Ist doch erst im kleinen Verlag bei Carl-Walter Kottnik, Hamburg, 2015, sein [UEBER KUERZEN] erschienen (ein Buch, in dem der weiße Raum auffallend inszeniert wurde), lege er nun „schon wieder“ einen Band vor. Dicker, gehaltvoller und „zwitschernd“ vor Esprit erscheint dieser beim ersten Blättern, und keineswegs einge- oder gar überkürzt. Und es ist dies aber überraschenderweise nicht einmal der lange erwartete Band Saartiere, auf den wir (ich) schon seit, sagen wir, 2 Jahren warte(n). Oder ist er es doch? Einige Anspielungen im Buch lassen es vermuten. So oder so: Der Mann muss, so raunte es an mein Ohr, ja einiges in petto haben – einen Schwung Unveröffentlichtes! Es sehe nach Verlagsturbulenzen aus, nach Hinhaltung, nichts Genaues wisse man da, es lasse sich nur erahnen. Für Spekulationen, was, wo, wann, wie oder warum etwas (nicht) erscheinen wird, ist hier kein Platz. Von einer Trilogie ist länger schon die Rede, da folgt auf sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen nun Teil 2 (zwi). Es scheint einmal mehr darauf hinauszulaufen, dass aller guten Dinge drei sind.

Ein Kopf, aufgeschlagen daliegend, kann sich einem Notizbuch mitteilen.


Der Titel sTiL.e(zwi) Schenspiele sieht zunächst mal aus wie ein hübsch verspieltes Hackerwort: Worte werden gleichsam in Pixel zerlegt, eine Art „Kofferwort“, an dem man sich auch die Zähne ausbeißen kann – es scheint ohnehin ein Spiel des Autors zu sein, sich in alle möglichen und unmöglichen Nebel der Verschiedendeutigkeit zu hüllen. Der Titel ist Programm: hier wird sehr schön deutlich, wie Konstantin Ames Worte in mancherlei Konnotationen schillern lassen kann (und will); ein solches Wort wird dadurch angereichert mit diversen Auren, die ihre je eigenen Seitenblicke, auch unbewusste, fallen lassen – mal kämpferisch, mal albern, mal augenzwinkernd. Deutlich wird schon hier, wie wichtig für Ames die Sprache ist, da auch etliche Gedichte – wenn man es so sagen kann – „sprachgeneriert“ scheinen und somit weniger auf ein rein inhaltlich generiertes Bild- und Blendwerk vertrauen.

HMLICH

BDDRD, Land der Zweifler und Kranfahrer, aber aber! Aber:
Einsilbiger nie als im August '61. Erlebnis Formulierung Tat –
Ueber Schafe und Kühe im außermoralischen Sinne schreib:
Neu: neunundfünfzig Bitterfelder, neu: '89 Erzähllungenkranker.
Ich lerne, ich bereite vor, ich übe mich. Klar: Segelfliegerei! –
Tatütata! Der Segelflug hat Glück bei den Alraunen. Schreib:
Einer flog schlenkrig drüber rüber. Lsas 2006: Schwarz, rot, geiler
Dô wuohs in zwei Staaten Erde Wurm um Wurm zusammen,
                                                                                                            was
Vögeln, schwarzen, roten, gelben, den schon freien Versehen,
                                                                          Speise war, in der Luft

(...)

Sind es aus Versehen
¹ Verse geworden? Ist „Schenspiele“ moselfränkisch, wie uns ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung (1.9.2016, Kulturteil)² glauben machen will, – also werden hier „Schimpfspiele“ inszeniert? Oder geht es gar um „Scheniespiele“? Immerhin reibt sich Ames ja schon immer an derlei outmoded language material, outmoded ways of speaking, outmoded ways of conversation, outmoded inhaltisms und all that crazy bundle of haltungsinhabereien. Daneben wird das Genie als Typus und Denkfigur förmlich „gehackt“, und mit ihm der Wahnsinn um inspirierte Dichter und all die altehrwürdigen Denkschneisen aus dem Land der Inspirateure und Inspirierten: damit soll aufgeräumt werden. Ja?

schmier
eine definition der
                     unendlichkeit ist eine
           übelst
gedübelt
geschichte süffel deinen
knopf
                    alarm
(...)


sTiL.e(zwi) Schenspiele, Poesien, nimmt schon vom Titel her Bezug auf ein früher erschienenes Buch sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen, roughbooks, Berlin und Solothurn, 2012. Insgesamt ist dies nun Ames’ vierter Gedichtband. Er wirkt auf den ersten Blick vielgestaltig. Drin sind – auch das fällt beim ersten Durchblättern auf – kurze Texte, zyklische Gedichte, dann wieder längere essayartige Einlassungen, die aussehen wie Kommentare, Sachtexte, flamboyant-flockige Prosa – inwiefern sind das Poesien? Die Frage ist spannend. Der Band ist sehr beachtlich in seiner heterogenen Struktur.

(…)

Da »Gedicht des Tages« aber nach sattsam bekannter Belletristesse, Telekollegisierung und medienpädagogischer Zwangsbeglückung in einem klingt, sollte die Rubrik lieber »Faksimile zu Lebzeiten« oder »Nähmlich« heißen, etwas in dieser Art, was die wichtigsten Überbleibsel lyrischen Aberglaubens, nicht ironiefrei, im Titel führt: Ich (Frechheit!), Nähe (zur Realität, haha) und Namen (eilig-aromatische). Jeden Tag ein Gedicht, dann wird auch das Öffentlichrechtliche bald nicht mehr anders können, als den alljährlichen Prominenzübungen am Wörthersee einen Programmplatz zur Verfügung zu stellen.

(…)

Wenn man vom „klassischen“ Lyrikband ausgeht, auf dem hübsch und niedlich auf jeder Seite ein exquisites Elaborat steht, auf glatte Kante genäht, welches vom Dichter mühevoll im Schweiße seiner Wangenmuskeln, beim Kauen auf den Stift, wohlgeformt entstanden ist, so kommt das hier doch wie ein sehr erfrischend und als i. o. Sinne „gehackter“ Gedichtband daher, mit eingepflegten, um nicht zu sagen, eingehäckselten Wortspielen. Man versteht auch nicht sofort, warum es der heterogenen Form bedarf; diese changiert von vorne bis hinten. Hierdurch allein schon entsteht eine attraktive und reizvolle Textur, in die hinein man (ich) sich gerne begibt. Der Tonfall ändert sich immer wieder. Das weckt sofort mein Interesse und mein Geneigtsein.

(…)
Zurück mit dem Stift ins Futteral?

Meine Hunde hießen alle Urwaldi, meine Hunde sind meine
Poesien. Meine Poesien sind meine Art, auf Schwäne
klarzukommen. Schwäne sind außerhalb des Zettels, sehr geehrter
Fressfeind, Fressfeinde werden wie blauer Dunst vom Regen
niedergetropft. Woher eure Angst vor mir?


enfantterriblös, aber nicht unsympathisch

… Konstantin Ames ... ist das nicht der, der sich immer wieder in allerhand Blogs mit den Größen der Dichtung hierzulande anlegt? Und da auch immer ein Streitchen an der Backe hat? Der jüngst den Meraner Lyrikpreis bekommen hat, was einige hat aufhorchen lassen, und dem dazu kaum jemand gratuliert hat? … habe ich es anderswo, etwas bösartiger, raunen hören.

Willkommen im richtigen Leben!, möchte man ausrufen, und wenn jüngst die Saarbrücker Zeitung im oben erwähnten Artikel Konstantin Ames als „Pathos-Sprenger“ bezeichnete, musste ich herb grinsen. Allein schon, weil es an sich eine contradictio in adiecto ist, was ihm da erneut zugeschrieben und zugemutet wird … ein Pathos-Sprenger! Wow. Aber welche Art von Gestus wäre das, wenn nicht ein pathetischer? Oder, anders: Was ist für einen Wegsprenger mit ehernen Muckis denn nötig, wenn nicht jede Menge Theaterdonner, Testosteron, expressive Wucht, Hammer, Meißel, Kraft, Power, Zündschnur, und ein bisschen Donnerpappe ausm Anarchist Cookbook
³? Wo es nur so maskulint und dröhnt und wuchtet? Was, wenn nicht im Kern Pathos, wäre das? Ruckedigu, Wut ist im Schuh? Nein, ich habe hier ein ganz und gar anderes Bild vom Autor.


schimpfend, aber kaum abwatschend

Bei Ames, um es mal etwas ballhorning zu sagen, eher noch Aprikose in der Hose. Bei alledem, was da geschimpft und gespielt wird, geht es im Kern zunächst um ein Spiel mit der Sprache, das gut gelaunt, überkandidelt und „albern“ im positiven Sinne ist, so, dass ich durchweg sehr beeindruckt bin, wie hier Sprache behandelt, „aufgebohrt“ wird, wie hier Energie frei wird. Etwas Überkandidelt muss sein, das tut im Gedichtverständnis, wenn man in die Lehrpläne schaut, was deutsche Kultusministerien anempfehlen zur Gedichtlektüre, immer noch bitter Not.

(…) Erwäge einen Wechsel des Orts, des Auftrags; allgegenwärtig ist das Oh-Gott-ich komme; aus U-Bahnschächten, aus Haus-Fluren dringts, aus Dixieklos, Bauwagen, Kapellen, Moscheen, morschen Kinosälen, aus Altglascontainern. (…) Sog. Sogenannte Schriftteller (»Unser täglich’ Brot gib uns heute!«) gibt es noch und die Restbestände an Eingewecktem und die verbliebenen Aprikosenmarmeladen.


Man wird dem Mann ja nicht gerecht, wenn man ihn immer und immerzu nur auf diese eine dumpfe Rolle festschreiben will. Ames, obwohl realiter sicherlich vielem feind, trotz kämpferischen Naturells, hat so gesehen weniger Pathos, er sprengt nix weg, er versucht es gar nicht (wozu auch?), er treibt vielmehr sein Spiel, das vermutlich intelligenter, um nicht zu sagen auch ein Stück weit vertrackter und unangreifbarer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Der wütende Gestus, der ihm auch ein großes Stück weit angedichtet wird, den er teils durch sein Auftreten selbst scheinbar miterzeugt, ist – so wenigstens sehe ich das – auch eine Art Rolle, vielleicht eine Eigenart, meinetwegen auch bad-boy-Attitüde, aber eine durchweg angenehme; und entspricht, darüber lässt sich allenfalls spekulieren, teilweise vielleicht wirklich seinem Temperament. Nur sind das beileibe keine Konstrukte, um sich den Texten anzunähern, allenfalls Gerrrrüchte, Schwank, albernes Gerede. Für mich steht fest: Ames wechselt Gesichter, Rollen, Ich-Avatare, Ich-Attitüden und die Hemden seiner Texttypen weitaus schneller als andere. Insofern lässt sich Ames kaum festlegen auf irgendeine Rolle wie die des Sprengers, des Schimpfers; nicht einmal auf die des Spielers.

Das Buch wendet sich ganz besonders an jene Rezipienten, die klare Vorstellungen haben, wie Literatur im Augenblick auszusehen hat, und danach urteilen. Denn was will ein Buch, und insbesondere dieses hier, anderes, als genau so etwas hinterfragen, sprich vorzuführen und umzukrempeln? Genau hier will es kompromisslos aufklären.

Schimpfspiele seien es, Betonung auf dem hinteren Teil des Wortes. Man wird Band und Autor nicht gerecht, wenn man sie lediglich auf ein (notorisches?) Schimpfen reduziert. Und das geht nicht ohne ein herzhaftes Herziehen über so manches; zunächst wertfrei – darin kann man die Texte sicherlich missverstehen. Mit dieser Herbheit, mit diesem Temperament der Texte muss man leben und auskommen. Man muss es sogar ausblenden können, was selbst mir bei allem Vorschuss an Sympathien und Lorbeeren nicht durchweg glückt. Wer oder was schimpft hier eigentlich? Warum? Über wen? Und wer wird da beschimpft? Warum muss eigentlich so viel geschimpft werden? Das fragt man sich. Soll man sich fragen.

1. Zerprügelt die Darstellerfressen!
2. Zerrt die Minderheiten in die Ecken!
3. Zerschmeißt die Kriecher mit Kürbissen!
4. Zertrümmert alle Zeckenbisse!
5. Zerrt die Minderheiten aus den Ecken!
6. Zetert nicht – zerrt!
7. Zehrt nicht nach wie Zombies tun!
8. Zermartert die Hirne eurer Feinde!
9. Zerstiebt die Idee, eure Feinde einfach zu finden!


Von Anbeginn scheint es in latentem Schimpftonfall zu verweilen; auch manche Gedichte haben hie und da einen rüffelnden, bärbeißigen Sound. Der sich oft gegen den „Betrieb“ und seine „Protagonisten“ wendet. Das wird anschließend häufig mit (teils sarkastischem) Humor garniert, der für so manches entschädigt. So jedenfalls kommt das bei mir an. Von vorn bis hinten sind verschiedenste Lesarten möglich; die stets politische, die vergnügte, die grantige, die verspielte … es ist ein originelles Lesebuch in seinen eigenen, idiosynkratischen Tonlagen, in einer individuellen, einzigartigen Form des Komponierens geschrieben. Darin finden sich konzeptionell ganz unterschiedliche Texttypen, auch divergente Ansätze. Thematisch reicht der Bogen von politischen Gedichten mit Anspielungen auf Rassismus, Rechtsradikalität und über poetologische Gedichte, die sich an Lyrikdiskursen reiben, bis hin zu handfester Kritik am „Betrieb“ und der Haltung ihrer Protagonisten.

Kein Gedicht gleicht auch nur ansatzweise dem vorherigen; und was die schillernde Oberfläche noch zu steigern scheint, ist ein durchweg multiples lyrisches Ich, das sich in allerlei Spielarten und raffinierten Gewandungen versteckt. Und wenn da allerhand lyrische Subjekte aufgeboten werden, Zuß, jch, ichchen, (’ch und ’u), Ichecho, Ich-Stuhl
usw., so ist hinter alldem ungeachtet ein Autor auszumachen. Das lyrisch konzertante Ich als solches wird ergo im Band zu manchem Sottis-chen gedehnt und wird Hallraum für einen ganzen Ich-Chor aus spielerischen, schimpfenden, zotigen Stimmen; hörbar wird ein deftiger Schimpfchor mit unterschiedlichen und unterscheidbaren Stimmen. – Will da einfach einer austeilen, der nicht einstecken kann? Das wäre dann doch zu einfach.

Das Buch steht gewissermaßen (t)rotzig da und gibt sich kämpferisch und antiidyllisch, überfliegerhaft: es will verstören, wo es kann, und tut es auch. Es ist möglicherweise als Abrechnung mit jeder Art traditionell wehmutgenerierender Lyrik lesbar, wo sie piefig, bleiern, „traditionsbewusst“, verkopft und erzdeutsch daherkommt. Es hat nichts so sehr auf dem Kieker wie Überkommenheit, leeres Posieren, formale Verkrampfung, ein Hängenbleiben am Alten – am Saturierten, Überladenen, Ornamentösen. Da gleichen Ames‘ Anstrengungen nicht selten denen von Adolf Loos. In einem Umfeld von gemäßigten Stimmen und Gedichtbänden will es, muss es auffallen. Man hat das Gefühl, es will schreien, da, wo alle anderen verstummen. Es will erst recht reingrätschen, wo andere sich anpassen, auch um den Preis, sich auf diesem Weg persönlichen Ärger aller Art einzuhandeln, weil es eben ja nicht mal im Ansatz die smarte, elegante (schulbuchaffine?) Sonntagslyrik ist, die sich aus Erfahrung leider oft durchsetzt.

Gelegentlich wirken manche Gedichte überinstrumentiert mit ihren vorgeschalteten Mottos und nachgeschalteten prompten Wortfindungen samt Entstehungsdatum. Das ist dem Band und seinem Verfasser zueigen: Ames übertitelt viele Texte, ähnlich wie in der Musik, mit Spiel-, genauer, Vortragsanweisungen wie: virtuos, zumindest gekonnt usw. Man hat das Gefühl, der Autor braucht diese (ihm) eigenen Ausdrucksweisen, Sprechweisen, ohne dass ich es noch als Manier lesen würde.


Tut Aufklärung Not?

Ja – naja. Grundsätzlich ist es so, dass gerade, was experimentelle Verfahren angeht, bei den Praktizierenden eigentlich immer ein gewisser Wunsch zur Aufklärung aufscheint, sprich wenigstens die basics durchsickern zu lassen – ich meine mich zu erinnern, dass auch Jandl, Mon & Co. genau da ansetzten, wo aufgrund gewaltsamer Bestrebungen im Dritten Reich alle sprachkritischen Ansätze zwangsweise unterdrückt wurden, wo es nicht weiterging, denn man hatte da ja schon angesetzt, wurde dann aber auch strunzbrav von der Gruppe 47 konterkariert, nicht wahrgenommen, bewusst ignoriert. Und was ich vom Hörensagen mitbekommen habe, waren Jandl und Co. in den 60ern ein hoffnungslos zerstrittener Haufen – das wenigstens ist das Bild, das mir aus einem Vortrag von Franz Mon, den ich vor etwa 10 Jahren hörte, noch im Kopf ist.

Wer weiß davon noch? Eine sinnliche Ergänzung zum sinnvollen schulischen Lesekanon, voll mit saumäßig ehrwürdigen Namen, könnte ein Programmabschnitt von einer Hauptnachrichtensendung zur bundesrepublikanischen Hauptsendezeit sein. (...)


Manche sagen, ohne Morgenstern wären weder die Dadaisten noch sonstige experimentelle Literatur in ihrem Impetus möglich gewesen. Wo das Lautgedicht, das Experiment um eines anderen, besseren Ausdrucks willen nun wirklich anfängt? Bei Aristophanes? Oder schon bei den Lauten der Steinzeitmenschen? Ich hatte vor Jahren einmal ein Buch zur Hand, in dem die ganze Historie des Experiments aufgerollt wurde, mein Fazit lautete: Es gab keine Zeit
, in der keine experimentellen Konzepte verfolgt wurden. Es scheint, als gebe es heute eine Art Renaissance des Experiments mitsamt der Liebhaberei einiger Protagonisten, die das und genau das pflegen und uns ins Gedächtnis zurückrufen möchten, „was jeder eigentlich im Bewusstsein haben sollte“ (eine Art Gegen-Kanon zur konventionellen Schreibe?) – und das sei beileibe mehr als eine temporäre Reprise experimenteller Verfahren. Dada ist als Derivat auf Seitenwegen schon seit vielen Jahren überall und sogar in der Werbung mit teils ätzend-kultigen Sprüchen angekommen, letztlich waren bereits Stücke der Band TRIO in den frühen 1980ern eine Art (dümmliche?) Dada-Reprise zur Unzeit mit dennoch durchschlagendem Erfolg. Dada ist immer auch seine eigene Parodie. Immer scheint parallel eine gewisse Dada-Romantik auf, und wie es scheint, scheint sogar eine Dadanostalgie bei einigen Dadabetreibern vorzuliegen. Es wird auch noch in 100 Jahren so sein, dass gewisse Leserkreise alles, was auch nur entfernt „experimentell“ aussieht, ablehnen. Da, wo es Rückschau und Nostalgie der Traditionsform Experiment darstellt, interessiert das neue, was an Experiment möglich wäre und zeitgenössisch weitergemacht und -gedacht werden könnte, niemanden – egal, wie viel oder wie wenig davon bei den Rezipienten bislang angekommen ist. Immerhin sind nicht wenige „Spurenelemente“ des Experimentellen (und speziell Dada) auch als gewisse opportune Antihaltung in unseren Alltag eingeflossen, in die Ästhetik der Mode, des Punk, der Comics u.v.m. Aber ist das nicht ein Stereotyp? Ähnlich wie die Überlegung, dass man jener piefig-bleiernen Traditionsverkopftheit, die einer gewissen Literaturrezeption den Vorzug gibt, nur mit einer wohldosierten antiidyllischen Dadakur beikommen kann? Die kann ich so viel aufklären, wie ich will: es kommt mitnichten beim Rezipienten an.

Dabei gibt es etwas, wobei ich das Gefühl habe, der Dichter lehnt sich etwas zu weit aus dem Fenster, wenn er die neue Ästhetik ausruft, vor allem da, wo zwischen den Zeilen durchzublitzen scheint, dass er selbst und ein paar andere (eine Art junge Elite?) sich in vorderster Front in Sachen Erneuerung der Literatur tätig sieht. Da, wo einige wenige verheißungsfroh die Modernisierungspeilung haben, bleiben automatisch all diejenigen auf der Strecke, die dies nicht attestiert bekommen. Das aber erzeugt Unzufriedenheit und Enttäuschung.


V Trotz

Die Biografie wäre noch zu schreiben
Die Biografie meines Kopfes steht
noch aus. Beseht Nachsichtapparatur besteht
aus Docht ohne Wachstum fürs Wachstuch
Freunde, ich wünschte, ihr sähest die Wahrheit
und sagtet sie nicht selbstischen Zensoren gleich
Morgen kommt Tippex, sondern wie Trotzki
wie es im Pamphlet steht:
Bisher hat niemand eine Sprcahe gesprochen,
die nicht nach bürokratischen Profiteuren gerochen!
Freunde ein festes: Wir schon!


Wer je Konstantin Ames hat lesen hören, wie er mit seinem jugendlichen Heldentenor ins Mikro bellt, der kann sich dem Charme, dem Charisma, auch wenn es einem ein bisschen „an die Nieren“ geht, nicht entziehen. Man guckt hin, man schaut, wer das ist, aber man muss dabei auch wissen: die wenigsten kommen und schauen und klicken und (dis)liken der Texte wegen. Nicht nur Majakowski ging ins Theater, um dort die Damen von Welt zu sehen. Man erwirkt auf diese Weise stattliche Besucherzahlen. Aber man ist dann beim Personenkult, beim Veranstaltungs-rodeo, beim Rampenlichthype. – Wo es doch unsereinem um Texte geht?

Das Kitzbret schmeckt uns – sind wir immer noch Jagden? Das Kalb ist Labsal dem matten Wandrer und seinem Schattenkabinett, Knochenbub. Ähnelt Katja Horneffer Antje Rávic Strubel oder ähnelt Antje Rávic Strubel Katja Horneffer? Gleicht der wenig bekannte S. Popp nicht Innokentij Kreknin? Der junge Dackelspezialist T. Schulz ist das Ebenbild des weltbekannten Kolumnisten Georg Diez. Zu meiner Zeit wurden Gedichten von Mittelstandssprösslingen ohne Voranmeldung Besuche abgestattet – mit vorhersehbarem Ergebnis. Wenn einer auf phil. Magerquark steht, ist nichts mehr zu machen. Dann wird er vielleicht noch mal Naturkulissenpinsler, Milcheinschusscoach, Surflehrer, Flarftexter, stellt als Elegikerimitat dem liberalen Sentiment nach. Ihr milden Rinnsale, zartrosa mit laschfarbenem Anhauch, Salate, grüne Gebete. Bruder Žižek, Bruder Žižek, denkst du noch? Denke doch mal schneller, denke jetzt mal heller: Eigentum, Schweigerturm, Pulverturm Kontemplation.

       »Zuß irrt hier, wir sollten folgsam sein!«

Ricks Kräutertee müffelt nach Gras. Wir schütten den süßen Müll in unsere Mägen. Daher auch die verrotteten Schrie, die ab und an über die Lippen, wies Wild über die Lichtung prescht, schnellen.


Ganz wohl ist mir da nicht in meiner Haut. Auch mit dem nachgeschalteten Absatz nicht, der belegen soll, dass das vorherige (dem Alter Ego?) Zuß in den Mund gelegt wird. Man muss nicht viel Fantasie haben, um zu erahnen, um wen es da geht bzw. mit wem der Autor innerlich ficht und sticht. Mit „S. Popp“ wird Zuß kaum Iggy Pop gemeint haben. Diese Art von ressentimentbehafteter Disserei und Bashing funkelt an verschiedenen Stellen des Bandes auf, und da wird mein Lob auch ein bisschen kleiner. Die Frage ist für mich: Was hat das genau mit Poesie zu tun? Ist das pejorative Rollenpoesie? Man weiß bei so etwas nicht – kann als Unbeteiligter nur rätseln – ob man da im Vorfeld was verpasst hat, was zu solcherlei Seitenhieben, ach was, zu solchen direkten Hieben führt, zu Betitelungen und Beleidigungen, die nie auf Augenhöhe stattfinden, wenn auch z. B. aus dem Munde eines imaginären Protagonisten namens Zuß; die Bruder-Jakob-Melodie macht es im Sinne eines Spottlieds sogar noch schärfer. Zumal einige der von Zuß et al. Gebashten meine große persönliche Sympathie haben. Bei solchen Absätzen spüre ich ein deutliches Unbehagen. Genauer: Es entsteht bei mir ein Unbehagen immer da, wo es personifiziert und gezielt gegen jemand geht. Gegen Autor_innen, die Ames nicht liegen, gegen Zeitgenossen. Könnte Ames einmal die, wie ich oft hoffe, ermüdende Seitenhieberei bleiben lassen, würde man ihn mitsamt den erneuernden, modernisierenden Ansprüchen gegenüber der allgemeinen Ästhetik sehr viel ernster nehmen.

Man hat als objektiver „Beiwohner“ dieser Verfehdungen nur die Info, dass da zwischen Autor und Geschmähtem irgendetwas nicht stimmt; – was genau, hat man keine Chance zu erfahren. Das genau enttäuscht auf Dauer, da es keine Möglichkeit gibt, sich selbst ein Bild zu machen, was da gelaufen ist. Mich mit den Irritationen
eines Autors befassen zu sollen, wo ich nur die eine Seite (wenn überhaupt) erhasche, noch dazu durch den subjektiven Filter dieses Einen betrachtet, kann selbst bei großem Willen zur Teilhabe nicht gelingen. Eigentlich sollte ich als Leser geschützt sein vor Heischen nach Zustimmung in (m)einer immunen oder sagen wir „objektiven“ Rolle. Und nicht in Parteilichkeiten und Parteiergreifungsappelle hineingezogen werden. Man hat das Gefühl, da nimmt einer seine persönlichen Befindlichkeiten sehr wichtig oder will etwas an die Glocke hängen … In gewisse Weise kapituliere ich vor diesem Buch. Es gibt Stellen, die mich nicht nur im positiven Sinne nerven.


anspielend, aber auch dissend


Nietzsche, Majakowski und andere: sie haben mit Verve und mit Fleiß ihre Altvorderen und nicht zuletzt auch ihre Zeitgenossen gedisst. Schon mindestens seit Catull, Cicero oder Martial gehören Invektiven, so scheint es, beinahe zum guten Ton und sind eine literarische Form
. Nietzsches Stück gegen David F. Strauß hat mich als Jugendlicher oft erheitert. Genauso gerne, wie Ames aufspielt und andere Dichter*innen scharfzüngig angreift, genauso gerne spielt er an. Da muss einiges herhalten, meist wird zitiert, werden Zitate abgewandelt, z. B. von Rilke (Ein jeder Vegetarier ist schrecklich, weil er gelassen verschmäht uns zu verspeisen. Einer Giraffe auf die Hufe geritzt.), Rimbaud, Morgenstern u. a. Nietzsche wird in Originalzitaten eingeflarft, Morgenstern wird zitiert (Blödem Volke unverständlich) oder mit Anspielungen auf die Möwe Emma, den Raben Ralf usf. eingewirkt. Morgenstern war bekanntlich ein großer Nietzschekenner und -bewunderer.

Zuß in der Tram, nahe Coppiplatz, denkt auf eine erneute
Brandrede an die Stolterfohtepigonen, Stylisten, Styliten und
Stylobaten. Besieht eine Fassade Leute. Dem Auge entschießt

Eine Darstellerin sagte mir mal, sie sei auf Papier nicht so gut.
Damals hab ich sie trotzdem gehämelt. Das war so Usus. Man
machte sich Mut, auch wenn man mit'nander fertig war. Schur

war sonntags, einmal im Jahr, meist am zweiten April. Es sollten
sich Schmetterlinge noch verfangen können und im Haar schön
Leiche sein. Im Sommer aber duldete ich keinerlei Ruhe.
O

Ich müsste mich für meine Lider nachgerade entschuldigen. Sie sind
voller Code – ganz wie der Menschen Mastdärmchen. Bats
empfehlen sich zum Einüben.


rot, bisweilen glühend

Ein Mann sieht rot? Ames fackelt nicht lang. Die Frage ist, wie lange sich das trägt: der zornige junge Mann als Typus, so echt er auch sein mag: der bad boy incl. seiner eigenen Selbstironiefalle? Der zieht stets Ärger an wie ein Magnet. Trotzdem kann ich mich gelassen zurücklehnen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass das Buch sich in hohem Maß selbst auf die Schippe nimmt, sich lautstark an der Popopoesie reibt – so jedenfalls kann ich es auch lesen; allein schon, dass es ein ganzes Kapitel zum Thema Namedropping gibt, in einer Reinform, die man bis dato suchen müsste. Auch hier ist wird alles eingebettet in uneigentliche (Selbst-)Ironiestaffage, sprich in eine Relativierungsschicht. Aber letzten Endes bleibt es nicht aus, dass es immer auf den Verfasser selbst bezogen werden wird. Es werden viele Namen anzitiert, hingeworfen, von „Asphaltmörike“ und Hölderlin über Čechov, Balzac, Rimbaud, Sappho, Heidegger, Kant, Picabia, bis hin zu de Staël, Castro, Trotzki und Stalin, Göring und Preckwitz.

Viele eingezogene Passagen sind französisch, einige Englisch, wenige moselfränkisch. Manchmal wirkt das auf mich prätentiös, von oben herab, dozierend und teils in einem missgelaunten Ton belehrend. Diese Stellen mag ich nicht besonders.


Was bleibt zu tun? Gewohnheiten, die sich nicht entmieten lassen, pflege ich. Demzunächst ist die Idee des Kotbuchs zu preisen; darin die bizarrsten Figurationen, fotografisch festgehalten und mit einem Distichon versehen. Meine alten Etüdenbücher habe ich entdeckt; mein Erinnerungsbemühen artet zuweilen in Gesumm aus, so verfliegt die Warte- und Tatzeit; dunkler, fast ins Schwarze gehend die eine, die andere in einem hellen Braunton. Andere Zeitvertreibe (ich will dafür kein Geld!) auf dem sogenannten stillen Ort sind Aufzeichnungen von Hand. Wenn sie mir gelungen erscheinen, unterschreibe ich sie, dann sind sie, die Listen, meine Listen, Kunst, hier habe ich so ein Beispiel. Vielleicht macht ein gescheiteltes Mädchen ihren Dr. Leb damit oder findet ihren Meister darin, das schönte. Da! Da! Ins Mäulchen!
¹⁰



Was mich an Ames neuem Gedichtband so beeindruckt: dass es ein Buch ist, das eben nicht „der neue Band von Frau oder Herrn Sowieso“ ist, sondern dass man dahinter das geradezu dringende Anliegen spürt, dass hier ein Buch Buch
¹¹ werden musste. Das will ich nicht bewerten. Bei jedem Band kann man sich fragen, warum er geschrieben wurde oder was die*er Autor*in dabei als inneren Auftrag verspürte. Bei mancher Neuerscheinung habe ich eher den Eindruck, es müsse nach 2 oder 3 Jahren turnusgemäß, sprich „endlich mal wieder“, ein neuer Band gemacht werden, um im Gespräch zu bleiben, – man spürt ab und zu nicht so sehr dessen innere Notwendigkeit, die dazu führt, sondern eher ein bemühtes Sich-Kümmern um Relevanzkriterien, um das merkantile Interesse des Verlags, um die Erneuerung des Hypes durch einen „Stammautor“ usw.; auch Wahrnehmung muss stetig mit Fleiß erneuert werden, ein Comeback muss her, – solche Dinge. Hier dagegen wird etwas zum Buch, was einfach dringend ein Buch hat werden müssen.

Und obwohl ich die (oft gehörte) Formulierung „der Autor brennt“ nicht mag, verwende ich sie ausnahmsweise einmal, auch, um sie kritisch in den Raum zu stellen. Ich habe dies auch in Bezug auf Ames öfter gehört. Es gibt auch (und an diesem Punkt finde ich dieses Kriterium so schwierig, so männlich, so heroisch-pathetisch konnotiert ...) diejenigen, die brennen, aber bei denen es sich anders äußert. Es muss beileibe nicht in extensiven Textoutput münden. Da, wo Autor*innen am Rande ihrer inneren Verwerfungen und Traumata, ihrer zivilisatorischen Leere, ihrer Missempfindungen und Aporien schreiben und jahrelang kaum Worte herausbringen („frische“ Bände sowieso nicht!) und längst herausgefallen sind aus jeglichem Hype, jeglichem In-Sein, jeglicher Wahrnehmung und jahrelange Blockaden haben, bis etwas davon in Gedichte mündet (oder auch nicht), „brennen“ diese Autorinnen auch, aber anders; stiller und unsichtbarer, da sie etwas für sich lösen, auflösen müssen – wenn sie an ihren Texten viele Jahre in der Abgeschiedenheit arbeiten, wo längst keine Öffentlichkeit mehr hinguckt.


operativ, aber nicht querbeet

Spätestens als Konstantin Ames den Meraner Lyrikpreis gewonnen hatte im Mai, sind ein paar Leute aufgewacht. Man kann von dem Buch und seinem Autor halten, was man will. Um dessen Substanz kommt man nicht herum: hier wird gekonnt gepoltert. Allein all die Ansätze, die rein auf sprachlichen Findungen basieren, auszuwerten, ergäbe ein riesiges Aufgebot an Ideen, eine Fundgrube an Potenzial. Ab und zu stockte mir der Lesefluss, ich kam nicht weiter, verbiss mich stattdessen an verschiedenen Formulierungen. Für manche Stellen hätte ich das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert. Und dann geht es doch im Kern aller Texte um unbedingte Freiheit, Frei’t wie im Gedicht Las schneller in Unfrühlingslandschaft aufs 18er Jahr hin. Bei aller Ambivalenz auch in meiner eigenen Wahrnehmung, um die ich nicht blumig herumreden will, scheint mir sTiL.e(zwi) Schenspiele, Poesien doch ein Buch zu sein, mit dem sich die Auseinandersetzung ganz bestimmt lohnt.



¹ Vers-Ehen?

² In der Tat betreibt Ames kunstvolle, vertrackte Wortfeld-Erkundungen wie etwa Thomas Kling. Das zeigen die rund 40 auf 100 Seiten im quadratischen Topicana-Bändchen versammelten Kurztexte, die sich mal lyrisch und mal prosaisch gerieren – gerne mit Kalauer am Ende, um das Pathos donnernd zu sprengen, ist ebenda zu lesen.

³ https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchist_Cookbook
Vormals benannt als „ Überbleibsel lyrischen Aberglaubens“.
Im Sinne von Epoche.
⁶  
(literarischen? poetologischen? sozialen? menschlichen?)

Diesen Satz habe ich formuliert, bevor ich den Titel von Ames‘ Maren-Kames-Rezension kannte.

die erst seit dem 4. Jh. n.Chr. nachweisbar ist ...

Heute bin ich aber kein Jugendlicher mehr und bin dahingehend womöglich nachdenklicher, gutwilliger, versöhnlicher, harmoniebedürftiger? Vielleicht.

¹⁰ Nach diesem Absatz folgt die "Elegieetüde von hinten" 11.01.2013.
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Wann ist ein Buch ein Buch?


Konstantin Ames: sTiL.e(zwi)Schenspiele. Poesien. Saarbrücken (Saarländisches Künstlerhaus - Topicana Nr. 30) 2016. 108 Seiten. 12,00 Euro.

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