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Konstantin Ames, Armin Steigenberger: Lobbyismus, Buddies & Homies ...

Diskurs / Poetik > Diskurse



Konstantin Ames
, Armin Steigenberger


Lobbyismus, Buddies & Homies, Kollektive,
Fanzonen und Implosionen
als ausbaufähige Wirklichkeit (in hineingemischten Digressionen)


In der Donnerstagnacht schrieb ich sehr schnell und sehr spontan meinen Kommentar zu der Lyrikkritikdebatte, 8 Seiten lang, zu diesem Zeitpunkt war lediglich Tristan Marquardts Artikel online. Danach war Ostern und ich mit meinem Kopf woanders. Und war über Nacht mehr nolens als volens Politikum geworden, ein immer wieder vorgeführtes (Negativ)Beispiel des Nepotismus? Hm. Wo ich doch an und für sich jemand bin, der mit solchen Dingen sehr skrupulös umgeht ... was ich geschrieben hatte, ist inzwischen schon wieder halb obsolet, aber zwischen Familienfeiern und Rückenschmerzen lavierend kam ich nicht wirklich zur Ausarbeitung meiner Argumente. Hier nun meine Erwiderung 2.0 mit allen anderen Essays und Postings berücksichtigt. Here we go.

Eigentlich wollte ich mich generell aus dieser Debatte heraushalten, die da gerade um Konstantin Ames’ Kritik von Lyrik von Jetzt 3 herum entsteht und so merkwürdige wie brisante Blüten treibt. Weil ich allerdings im Essay von Tristan Marquardt, dem Münchner Literaturkollegen, den ich ebenfalls sehr schätze, namentlich erwähnt werde, zudem mit einer Sache, die mir selbst arge Kopfschmerzen bereitet hat, bevor ich mich entschloss, die Dombrowski-Rezension „dann halt trotzdem“ zu schreiben, werde ich dieses Thema (das ja seit etlichen Jahren immer augenscheinlicher wird) aus meiner Sicht anreißen.


Öffentlichkeit? Welche Öffentlichkeit? Die Ausbaufähige


Die Kernfrage scheint mir zu lauten: Gibt es derzeit für Lyrik eine reale Öffentlichkeit? Ich behaupte: es gibt sie nicht. Oder nicht wirklich. Kurz emporflammende Jubelrufe, „wieder mehr Rezensionen im (Groß-)Feuilleton“. Hurra? Die einstelligen Besucherzahlen von Lyrikveranstaltungen zeigen den Zustand, lassen sich eine Weile puschen, indem man die Werbetrommel rührt („Jeder muss mindestens zwei Freunde mit Gewalt dahin schleppen“) und sich auf diese Art eine temporäre weil höchst instabile Fanzone erschafft, die analytisch betrachtet eher erweiterten Familienfeiern gleicht. Hierzu stelle ich die These in den Raum, dass nach wie vor wenig bis gar kein (weitergehendes, öffentlich relevantes) Interesse an Lyrik besteht, was die Gesamtbevölkerung angeht. Der Beispiele und Belege dafür sind genug. Wer einmal quer über eine Literaturmesse läuft, hat in etwa den Querschnitt dessen gesehen, was hierzulande als Literatur gehandelt wird und womit Kasse gemacht wird. Ich beobachte im Gegensatz zur wuchernden Softcover-„Auslegware“ (!) seit Jahren die allmähliche Verkleinerung der Lyrikecken in vielen Buchläden bis hin zum Verschwinden. Rein kommerziell lässt es sich sogar verstehen: Der Prozentsatz dessen, was im Markt umgesetzt wird mit Lyrik, ist gleich Null. Daneben scheint mir aber auch das Interesse, das seit ich denken kann nie sonderlich groß war, en gros nicht wirklich aufgeflammt zu sein. Insgesamt beobachte ich ein großes Schulterzucken. Wenn jemand sagt, dass Lyrik ihn einfach nicht interessiere, ist das noch positiv. Ich höre immer wieder selbst von Leuten, die ihr kulturelles Bewusstsein ostentativ vor sich hertragen („Ich liebe Musik! Kino! Literatur! Kunst!“ –) sich gar nicht mit Lyrik auseinandersetzen. Manche äußern sich geradezu ignorant und verächtlich zum Thema Dichtung. Einige davon sagten mir sogar wortwörtlich: Ich hasse Lyrik. Gegenüber der Unterhaltungsprosa fristet die Lyrik ein Nischendasein, nach wie vor, die Lyrikszene ist sehr überschaubar. Es gibt eine Art Hype für Lyrik, aber es gab, seit ich die Lyrikszene beobachte, immer eine Art Hype für Lyrik, der sich alle Jahre wieder anders äußerte. Was richtig ist: es findet mehr Vernetzung statt, was für mich erst mal kein Beleg für wachsendes Interesse ist. Wo ich früher 2 Jahre lang Gleichgesinnte in München gesucht habe, brauche ich heute 2 Minuten. Diese Beschleunigung zusammengenommen mit der Tatsache, dass es trotz alledem derzeit ein lifestylehaftes, kulturbewusstes Interesse an „Poesie“ gibt, ist für mich noch kein Beleg für wachsendes Interesse, sondern eher für gelenktes Userverhalten qua Gefällt-mir-Klicks. Die junge Szene ist viel besser vernetzt als die … „alte“? „betagte“?: das allein lässt sich konstatieren, mehr nicht. Dass ein Buchpreis einmal an einen Lyriker ging, bestätigt doch eher die Regel, dass global gesehen in unserem Sprachraum kein wirkliches Interesse vorhanden ist. Bei aller Hochachtung für Tristan Marquardts idealistische Haltung – seine Meinung: „Die Szene wird immer umtriebiger, die Anzahl an Veranstaltungen und ihr Publikum wachsen beständig, reihenweise gute Gedichte werden veröffentlicht“ teile ich deshalb nicht ganz, weil es recht offensichtlich aus seiner Wahrnehmung heraus konstatiert ist. Er meint vielleicht nicht die Gesamtheit aller Lyrikveranstaltungen, -messen usw., sondern eher das eigene (wenn auch erweiterte) Umfeld, in dem er sich selbst bewegt, also auf einen Ausschnitt der gesamten Szene bezogen.

Eine Öffentlichkeit gibt es sehr wohl. Natürlich nicht, wenn Du quantifizierst. Ich halte hier den Konjunktiv für den richtigen Modus der Rede. Die Meliorisierung der Verhältnisse von denen der Tristan Marquardt schreibt, hat auch Ulf Stolterfoht in seinem als Essay getarnten Manifest behauptet. Das ist also nichts neues, es bleibt nur die ärgerliche Feststellung: Woher haben Ulf und Herr Marquardt ihre Einsichten? Nix wird besser. Und viel liegt daran, dass die Kollegenschaft nicht mehr unterscheiden will zwischen konventionell gearbeiteten und experimentellen bzw. essayistischen Zugängen, zwischen Lyrik und Poesie. Ann Cotten hat in ihrem Sendschreiben (http://www.hundertvierzehn.de/artikel/kein-offener-krieg_1467.html) nochmal klar gestellt, was ihr nicht passt, und konnte dabei auf den Fundus an Argumenten zurückgreifen, die sie in ihrem „Etwas mehr“-Essay (aus der gleichen Ausgabe der BELLA triste, in der auch Ulf Stolterfohts Manifest zu finden ist) bereits offeriert hat. Sie schreibt etwas von realen (männlichen) Machtstrukturen und einem Habitus, den sie nachahmt, um – den Machos Lektionen zu erteilen? Von solchen offenen Fragen abgesehen scheinen sich ihre und Deine Perspektive im nüchternen Realismus zu ähneln.

Es gibt etwas, das nenne ich Einzugsbereich: Das ist das Umfeld der eigenen Kollegen, die nähere Umgebung der eigenen Szene, in der man sich selber ständig bewegt. Was die Illusion erzeugt, das wäre schon die ganze Lyrikszene. Das betrifft aber eher die Stadt, die Veranstaltungsorte, die schreibenden Bekannten, die man in der Nähe hat, die Freunde, die Likes. Es ist eine Sache der Wahrnehmung und des Wahrgenommenwerdens. Und auch des Wahrgenommenwerdenwollens. Man kann jemand nur dann wahrnehmen, wenn sie*er sich als Lyriker zu erkennen gibt und äußert, d. h. in gewissen Portalen, (Print-)Magazinen usw. veröffentlicht, bei Lesungen auftritt oder hinterher mit den Akteuren ins Gespräch kommt, Essays publiziert usw. usf. Wenn in der einen Stadt ein Einzugsbereich entsteht oder auch mehrere parallel, die sich vernetzen, kommt es exakt zu diesem Phänomen, dass man unter sich ist und den Rest außen herum nicht mehr wirklich wahrnimmt. Bevor es soziale Netzwerke gab, war jede*r noch wesentlich mehr für sich. Da war die eigene Stadt, und in dieser ein oder zwei Orte womöglich schon die ganze Literaturwelt für einen. Berlin war für Münchner ein anderer Literaturplanet
¹, ähnlich wie Leipzig, Köln, Darmstadt usw., da kam man nur hin, wenn man dort eingeladen wurde und war dort dann entsprechend „Exot*in“. Aus ebendiesen diversen Szenen in Berlin, Leipzig, Köln usw. entstanden eigene Projekte, bei denen man natürlich nicht dabei war. Man wurde auch zu Anthologie-Projekten nicht eingeladen, wenn man nicht den Herausgebern bekannt war oder nicht als gruppenzugehörig² erachtet wurde. Die Gruppenzugehörigkeit ist ein spezifisches Phänomen. Es bilden sich in Einzugsbereichen immer gewisse Interessensgemeinschaften³, die teils kollaborieren, teils konkurrieren, teils für sich agieren. Diese (nennen wir sie ruhig das, was sie sind:) Lobbys werden aktiv, machen Aktionen verschiedenster Art, finden sich unter der eigenen Auffassung von Literatur und Lyrikwelt zusammen. Je subjektiver desto besser, da die Abgrenzungscodes zu anderen Gruppen auch desto massiver spürbar sind. Innerhalb dieser Gruppen entstehen Netzwerke, wo man sich gegenseitig hypt, andere disst. Immer geht es dabei um Zugehörigkeiten zu einem erlesenen Kreis. Schon da beginnt das Spiel, das auch Tristan Marquardt als ethisch fragwürdig heraushebt. Ich persönlich behaupte: es hat enorm zugenommen, Selfpublishing (Selfpushing?) waren nie so groß wie momentan, die Selfies nie so inflationär, und je mehr jede*r trommelt, desto höher steigt generell nur die Trommelei. Das Phänomen beginnt schon da, wer für wen Werbung macht und wie intensiv und mit welcher Rhetorik. So sind auch etliche Kritiken zu lesen: als seifenoperige PR-Instrumente. Da nirgendwo Geld vorhanden ist und auch mit Lyrik keines verdient wird, man aber trotzdem Aufmerksamkeit bekommen möchte, scheint es anders nicht zu gehen. Man ist unter sich, man hat seine Homies und Buddies, die man auch getreu lobt und hypt, wo man kann, andere werden eher nicht beachtet oder gar gedisst. Um die Konkurrenz darf man nicht herumreden. Entscheidend ist: das alles findet immer jenseits der Qualität eines Gedicht(bande)s statt, d. h. es geht vordergründig um Texte, aber eigentlich auch um Zu(sammen)gehörigkeiten. Und wo Texte augenfällig als wesentlich angeführt werden – denn natürlich geht es offiziell nur um Textqualität – wird Literatur nur immer den eigenen Filtern entsprechend gutgeheißen. Man ist ja schließlich selbst die eigene Ingroup, und somit das Maß aller Dinge? Alle anderen Wahrnehmungen außen herum werden häufig bewusst ignoriert. Innerhalb der Gruppen gibt es eine Wahrnehmungsangleichung, man „lernt“ äußerst schnell die Maximen der Gruppe, passt sich dort an und ein, was z. B. bei Anthologien oft zu einem relativen Einheitssound der Einzeltexte führt, die in einem begrenzten Einzugsbereich verortbar sind.

Sind solche Lobbies (meine Erfahrung sagt mir auch: Es gibt sie) nicht auch zu knacken? Alle sind doch so fürchterlich tolerant und neugierig und was nicht noch alles. Einige sind es tatsächlich. Rede mit denen. Übrigens scheint mir Konkurrenz etwas nicht völlig Verwerfliches oder ethisch Fragwürdiges zu sein, weil sie für mich Fairness und Achtung vor dem Gegenüber einschließt. Kollege Marquardt hat doch auch an Wettbewerben teilgenommen. – Ich bin immer sehr für eine konsequente Denk- und Lebensweise und mache mir aus Sultaninen nichts.

War es jemals anders? Lyriker verlegen Lyriker, Lyriker lektorieren Lyriker, Lyriker schreiben Klappentexte von Lyrikern, Lyriker machen Werbung für Lyriker, Lyriker besprechen Lyriker, Lyriker verlegen sich auch schon mal selbst. Freunde verlegen Freunde, Freunde lektorieren Freunde, Freunde schreiben Klappentexte von Freunden, Freunde machen Werbung für Freunde, Freunde besprechen Freunde. Das ist seit Lessing so, und Schiller hat Hölderlin nicht publiziert. Was davon „ethisch“ oder „moralisch“ in Ordnung ist, mag jede*r für sich entscheiden. Hier behaupte ich, sank die Hemmschwelle seit einiger Zeit weiter herab, sodass letztlich derjenige in die Röhre schaut, der da nicht mitspielt. Seine hohen ethischen Maßstäbe, vor denen ich großen Respekt habe, nützen keinem, der links und rechts von Kollegen überholt wird, die das nicht so streng sehen. Schaut man auf alle gängigen Veröffentlichungsinstrumente bis hinein ins Soziale Netzwerk, werwaswiewo in Erscheinung tritt, fällt auf, auch und gerade dort gibt es Akkumulation in Gruppen, die sich gegenseitig hochhieven oder aber über andere herziehen. Nie war die Lyrikwelt fragmentarischer als heute. Das liegt auch an den Abgrenzungsmechanismen der einzelnen Gruppen; was sich wiederum positiv sehen lässt als Vielfalt und Diversität.

Dennoch lässt sich ohne weiteres herausfinden, wer wem nahe steht und wer von einem meilenweit weg ist. Die Wahrnehmung steigt um ein Vielfaches, wenn man sich  sehen lässt, veranstaltet, liest, umtriebig und ständig auf Touren/Tournee ist, eine Reihe von Formaten bedient
–. Was real passiert, scheint sogar ab und zu zweitrangig zu sein. Wer halbwegs Erfolg haben will im Kleinstradius der Szenarios um Lyrik, muss aktiv werden. Weil es ja gerade wieder eine Art Hype für Lyrik gibt, der aber immer wieder in sich selbst implodiert. Bei Preisen ist das genauso: Da gibt es immer auch Juryvernetzung mit den Teilnehmern, man kennt sich, man fördert sich, man hat Einzugsbereiche. Jury und Autoren sind gleichermaßen geschätzte Lyriker. Ich kenne kein Portal, dessen Macher nicht ebenso einen eigenen Einzugsbereich hat und – von außen betrachtet – gewisse Lyriker bevorzugt, weil er ihnen näher steht als anderen, weil sie eine ähnliche Auffassung von Literatur haben. Man muss sich nichts vormachen: Immer werden doch diejenigen gepusht, von denen (nicht nur) Insider wissen, wie nahe sie sich stehen. Nicht dass mir das gefallen würde, aber es ist die Realität. Man könnte bald meinen, jeder hypt jeden hemmungslos und vor allem sich selbst. In Bezug auf Rezensionen und Literaturkritik habe ich ähnliche Bedenken, zumal wenn ganz offensichtlich die eigenen Buddies und Homies, und noch dazu die eigene Fanzone bepriesen werden oder wenn sich in der Rezension genau ablesen lässt, wo die Clangrenze verläuft.

Ich stimme Dir zu: Das ist der Ist-Zustand. Und erstaunlich ist die Kühnheit von Tristan Marquardt, weil er ja den Vergleich zwischen mir und einem verdienstvollen Verleger a.D. eines großen Publikumsverlags zieht, der den halben Literaturbetrieb kennt; über Produktionsmittel und kulturelles Kapital verfügt, deren Besitz mir nicht erstrebenswert erscheint. Marquardts Strukturanalogie erweist sich von daher schon als verfehlt. Er rätselt munter drauf los, setzt Fußnoten, erweckt den Eindruck erdrückender Beweislast. Nennt Freundschaften und legt nahe, dass aus diesen unbedingte Loyalität, ein Zitierkartellverhalten und ein peinlich genau buchgeführtes Geben und Nehmen folgen müssen. Im Zweifel wird bei mir schon etwas Dreck hängenbleiben. Problematisch ist in diesem Zusammenhang: Marquardt kennt mich nicht, weiß nichts über meinen Grad an Skrupeln, meine Vorstellungen von Freundschaft. In Ordnung finde ich das nicht, und ich wehre mich dagegen mit Spott und Satire, statt Einsicht und Besserung zu fordern und zu erwarten. Was ganz sicher genauso anmaßend und übergriffig wäre wie Marquardts Ausstreuen von Verdachtsmomenten und Herziehen über den unliebsamen Kritiker einer Anthologie, in der er selbst vertreten ist. – Im Lichte dieser jüngsten konkreten Erfahrung würde ich Dir und Deinem Unbehagen zustimmen: Ja, es geht um Aufmerksamkeit und Imagemaking, da ist jedes Mittel recht, um die Oberhand zu behalten. Das ist das Extrem der PR-Denke. Das Gegenteil dazu wäre ein vergnatztes Handtuchwerfen und Schmollen. Hier sind Freunde wichtig, die erden und sagen: Lass gut sein oder aber: Wehr dich und zwar genau jetzt! – Lass uns trotzdem einen Moment daran Zweifel hegen, dass die von Dir so beschriebene Fragmentierung nicht wieder rückgängig zu machen ist. Mir sind bestimmte ästhetische Standards heilig (Tempo, Nuancierung etwa), Dir vielleicht andere; solange es um sowas geht: ergibt Kommunikation Sinn. Und: Literarische Herrenreiterinnen und Herrenreiter gibt es ja nun weniger als es Schreiber_innen gibt, die sich weiterentwickeln wollen und neugierig sind auf andere Schreibweisen. Wenn das nicht so wäre, gäbe es in den Literaturinstituten Morde, Massaker, Amokläufe. Mir ist kein einziger solcher Zivilisationsausfall bekannt. Das kann nicht allein das Verdienst von Gruppen sein, in die man sich einigeln kann (gibt auch solche Leute), sondern wird vielleicht auch mit der Offenheit der Mehrzahl derjenigen zusammenhängen, die sich einer so interessanten Tätigkeit wie der Sprachkunst und ihrer Verfeinerung (bei sich) und anderen widmen. Ganz freiwillig. Berühmtheit (besser: das Streben danach) ist diesen Mitmenschen allenfalls eine Begleiterscheinung. Vielfalt, die sich nicht gegenseitig wahrnimmt, ist keine Pluralität. Zur Pluralität gehört auch die konventionelle Auffassung von Poesie, die Lyrik, das Sprachkunsthandwerk, das man bei erzählwütigen Meistern der Zunft in Leipzig und andernorts lernen kann. Hier gilt es zwar, tolerant zu sein, sich aber auch nicht zu voreiligem Sehenwollen von Konvergenzen herzugeben, wo es sie nun mal nicht gibt. Ich will von bestimmten Teilen der Kollegenschaft überhaupt nicht verstanden und geschätzt werden. Für Kritikerinnen und Kritiker von Publikationen im Bereich Poesie gilt das gleiche. Das senkt das Kränkbarkeitspotential ganz erheblich. Koketterie gibt es in allen Größen und Formen. Genauso aber auch Kritiker_innen und Juror_innen bei denen das nicht verfängt, das Buhlen. Das gilt als oldschool, ich steh voll drauf.

Für mich ist das Ganze reduzierbar auf Freund/Feindmuster(erkennung). Es gibt Menschen, die sind mir sympathisch, ohne dass ich auch nur irgendwie benennen könnte, warum, und umgekehrt. Beide können sich anstrengen, wie sie wollen, und werden das bei mir so schnell nicht ändern: Ein rein menschliches Phänomen. Das gleiche in der Literatur. Es beginnt doch schon da, wo ein*e Veranstalter*in A*** aus Sympathie einlädt (es müssen nicht einmal Freunde sein) und B*** nicht, obwohl es von außen besehen viele Gründe gäbe, die B*** sogar den Vorzug gäben. Für diejenigen, die gegenüber dem Veranstalter außen vor sind, wirkt das immer wie Kungelei, zumal wenn A*** dann zum Kreis XY gehört. Schwierig wird es da, wo derlei Mechanismen dargestellt werden und (übergriffig) gegen Personen (ad hominem) gewendet werden. Sofort entsteht Gerede, und wo Gerede entsteht, gibt es Verdächtigung, üble Nachrede, Verleumdung usf. Das wiederum wird interpretiert. Da in gewisser Weise allein schon über Sympathien (und wohin sie führen) jeder Dreck am Stecken hat („Niemand ist unschuldig!“), münden derlei Enthüllungen m. E. nirgendwohin außer in weitere Kontroversen. Kontroversen sind manchmal gut („Konflikte schaffen Klarheit!“), müssen aber insbesondere bei persönlichen Angriffen retourniert werden, die „Satisfaktionsfähigkeit“ muss geprüft werden und das ganze (Machismo-)Programm entrollt sich. Wozu führt es? Zu weiterer Abspaltung, Abkapselung, Gruppen-Kleinklein.

Zurück zur Kritik: Es wird eine objektivere Lyrikkritik nur dann geben, wenn das allgemeine Interesse für Lyrik wächst, und man nicht alles aus sich selbst heraus (=Einzugsbereich) auf die Beine stellen muss. Die wachsende Zeitschriftenszene und die Independent Verlage sind indes eine Reaktion auf den generellen Buchmarkt, wo Lyrikbände in der Dichte und Fülle, wie sie aktuell erscheinen, und was sehr positiv ist, einfach nie gedruckt werden würden. Allerdings bleiben damit die Lyrikbände bei den Lyrikern und die Lyrikverlage in der Lyrikszene. Der Büchermarkt, die Grossisten und in Folge die Buchläden zeigen (so gut wie) kein Interesse an Lyrikbänden, an Literaturzeitschriften schon gar nicht. Man ist mehr denn je unter sich. Independent bedeutet Unabhängigkeit. So unabhängig man ist vom Büchermarkt und dem Literaturbetrieb (dem jeder immer ambivalent gegenüber steht), so sehr findet auch ein Prozess statt, der m. E. auch etwas mit Abkapselung zu tun hat, cocooning im besten Sinne, in einer gut ausgepolsterten splendid isolation. Das hat Vor- und Nachteile. Da kommt es einem so vor, als gebe es einen Auftrieb, weil einfach mehr Bücher erscheinen, weil man nicht ein halbes Jahrzehnt warten muss, bis sich die eingeführten Großverlage „dann doch“ entscheiden, einen Band zu machen. Auf diese Art werden viele und gute Bücher verlegt, die Übergänge zu Bibliophilem sind fließend; und gerade die Handpressen liefern hohe, höchste Qualität, leider völlig jenseits der öffentlichen Wahrnehmung.

Die von Dir beschriebene Abkapselung ist wechselseitig. Das Publikum ist dafür mitverantwortlich. Du könntest die mangelnde poetische Sensibilität mit dem Fehlen von Medienbildung gleichsetzen. Nur wird es in vielen germanistischen Seminaren nicht besser (da kann die Medienpädagogik wohl schon eher Erfolge verzeichnen); es ist doch so, dass eine ganze Reihe von Schreibansätzen außen vor bleibt, weil bestimmte Traditionslinien (Morgenstern, Schwitters, Else Lasker-Schüler) durch systematisches Ausblenden verblasst sind. Morgenstern ist ein besonders handgreifliches Beispiel. So vielfältig ist seine Ausstrahlung auf das, was heutzutage als Postpoesie verhandelt wird: Er findet nicht die ihm gebührende Anerkennung, weil er vielen avancierten Poet_innen als zu leicht gilt, (vielleicht auch durch seine esoterische Wende und seine Nietzscheverehrung) sogar als problematisch gilt. Lieber lobt die verehrte Kollegin Monika Rinck Heinz Erhardt als Christian Morgenstern. Mir lief es am Vorabend des Darmstädter Kritikertheaters eiskalt den Rück runter. Auch eine wirklich wertschätzende und neugierige Haltung von Kulturjournalisten in seinem einhundertsten Todesjahr blieb weitgehend aus. Er wurde in der Süddeutschen als Proto-Loriot geführt. Schönen Dank auch. Das war mal ein Volksdichter, wie saublöd und problematisch auch immer dieser Begriff gerade in unseren rechtsalternativen Zeiten klingen mag; um eine angemessene Würdigung des monumentalen Werkes von Schwitters (anknüpfend daran) kümmern sich, soweit ich es sehe, nur Kollegin Simone Kornappel und Kollege Norbert Lange; und Lasker-Schülers Werk wird vielleicht dann ausgegraben, wenn zu einem Jubiläum eine Reverenz zu erweisen ist. Wie beschissen langweilig dieses Jubiläumsgeschäft doch ist! Thomas Kling hat es der Zuhörerschaft aus dem Grab sagen müssen („Die gebrannte Performance“), was sie am Expressionismus und namentlich an der „Menschheitsdämmerung“ haben! – Die splendid isolation ist ein tolles Sinnbild! Wie sähe eine Entente Cordiale aus? Wäre das ein Konglomerat der Indies als Ergänzung zu den klammen Poesieprogrammen der Publikumsverlage? Gemeinsame und regelmäßige, häufige öffentliche Großauftritte? Vorformen dazu wären die „Teil der Bewegung“-Nächte zu den Buchmessen? Oder wäre es das genaue Gegenteil: Festivals von Renommierten und Unbekannten. Letzteres gibt es zuhauf, das andere wäre eine größere Insel, aber immer noch eine Insel. – Wie denkst Du darüber?

Inseln sind wichtig. „Splendid“ heißt ja auch wundervoll, kostbar, prächtig, generös. Aber das Ganze ist eben zweischneidig. Just heute saß ich bei splendid weather in einem kleinen eher schicken Münchner Biergarten im bedienten Bereich und hörte eher zwangsläufig das Gespräch am Nebentisch, wo es um allerhand Planungen zu einer kleinen Feier ging, dann wieder um Kleidung, was man wo und wie anzieht. Da hatte ich plötzlich das Gefühl, dass so viele Menschen ganz anderes im Kopf haben als ich und auch sehr viel Zeit verbringen mit Dingen, die für mich nicht wichtig sind. Ihnen wird es mit Lyrik genauso gehen. Da wird Lyrik keinen Platz haben, selbst wenn ich ganz viel Wohlwollen voraussetze. Sie würden einen meiner Gedichtbände nicht einmal geschenkt haben wollen. Aber dass man es trotzdem macht, dass man Foren dafür schafft und Interesse wecken kann, ist die splendid isolation. Man bekommt die Lyrik nicht von der Insel runter.

Weil Öffentlichkeit nicht wirklich gegeben ist, weil auch Feuilletonkritiker wiederum Sozialkontakte zu Dichtern haben, verpufft nun die Energie – wie in einer Familie – nach innen; statt nach außen zu explodieren in konzertierter Aktion, wird nach innen verdächtigt und gehackt. Implosionen nützen den Lyrikportalen, es rührt sich was, die Aktivität steigt, und nichts ist tödlicher als ein verschlafenes Lyrikportal. Bertram Reinecke stellt gut heraus, inwiefern z. B. der Verdacht immer vorgängig ist. Alles, wo Konflikt drin steckt, läuft wie geschmiert. Es sieht für mich so aus, dass derlei Debatten erwünscht sind. Jede Plattform freut sich über Klicks und will das Gros davon bei sich abbilden oder auf die eigene Diskussionsfläche ziehen. Es ist geradezu amüsant, wer da meint, der erste (Daniela Seel hatte doch recht!) gewesen zu sein, der die „Groß“debatte ins Rollen brachte.

Sie ist doch gegeben, die Öffentlichkeit! Veröffentlichter Text ist nicht „nicht wirklich“ unöffentlich. Und die Kommentarfunktionen allerorten werden doch nicht wenig als Möglichkeit zum spöttischen Tuschieren genutzt. Unparteiisch ist da nix. Glaubt das jemand tatsächlich? Sonst gäbe es noch weniger verwirklichten Anarchismus. Zuviel nervt mich; und keinerlei Anarchie führt aber sofort zur Sterilität von Denken und Handeln. – Wer hat jetzt eigentlich die Debatte gestartet? Verkehrt war sicher nicht, dass Ann Cotten sich eingeschaltet hat, und so würde ich Szalays witziges Gezisch als Markstein des Beginns setzen. Denn was wäre meine Besprechung gewesen, wenn er nicht das Bein gehoben und Ann Cotten ihn nicht dafür gerügt hätte. Zu meiner Einschätzung von Tristan Marquardts Beitrag komme ich später. Klar ist: Auch sein Beitrag war voll Verdienst und überhaupt und so.


Objektivität? Welche Objektivität? Wirklichkeit


Der Witz ist, dass ich genau wegen dieser Mechanismen, die Tristan Marquardt beschreibt, mich endgültig aus der Rezensentenszene zurückziehen wollte
¹⁰. Meine Skrupel waren zu groß. Ich habe fast zwei Jahre lang das Schreiben von Rezensionen abgelehnt. Abgesehen von dem Umstand, dass ich nicht vordergründig als Rezensent, Literaturvermittler und Debattist in Erscheinung treten wollte, sondern definitiv als Dichter und weil mir die Mechanismen der (immer irgendwo inzestuösen) Lyrikkritik immer klarer wurden, sitzt man zunehmend zwischen vielen Stühlen. Völlig außerhalb zu stehen ist nicht möglich. Und hier finde ich mich, was meine Müdigkeit, Lyrikkritik zu verfassen, betrifft, teils in den Ausführungen von Kristoffer Cornils, teils bei Walter Fabian Schmid wieder. Gibt man sich dann doch  einen Ruck und verfasst einen ehrlichen, herzhaften Verriss, kommen quasi noch vor Absenden des endgültigen PDFs an den Portalbetreiber, schon die ersten Änderungswünsche des Lyrikers und die Beleidigungen seiner Buddies auf der FB-Seite. Die Fetzen fliegen. Die Lyrikpolizei schreitet ein. Die Chefpoetologen gerieren sich. Was auch – wie Frank Milautzcki es beschreibt, zu ebendieser Nivellierung führt. Kaum (noch) eine Rezension darunter, wo sich eine*r mal traut, Tacheles zu reden. Das wäre ja auch gewissermaßen unklug, sofern eben Lyriker Lyriker (aus der gleichen Gruppe) rezensieren. Das ging so weit, dass ich viele Rezensionen schon gar nicht mehr lesen mochte. Franz Hofner hat die Mechanismen, die hier entstehen (können), ganz gut beschrieben, wie sehr es nützt, seine Kollegen zu loben. Aus vielen Rezensionen sprangen mir der primär wohlwollende Grundtenor, der weichgewaschene freundliche Gefälligkeitstonfall, die Freundschaftshuldigungen, Lobpreisungen und Allgemeinhymnen ins Auge.

Anfangs (ich habe insgesamt ca. 60 bis 70 Rezensionen verfasst) habe ich 100% meine Meinung geschrieben. Und mit Verve. Doch Ernüchterung folgt da ja auf dem Fuß. Man braucht nicht zu glauben, dass man seine Kolleg*innen negativ besprechen kann. Verrisse, und seien sie noch so sachlich und begründet, werden alles andere als honoriert, weil man nicht nur den Autor sondern die ganze Gruppe und ihre innovative Poetologie gleich mit negativ darstellt. Es scheint: Verrisse kann sich nur leisten, wer bereits als Größe eingeführt ist oder außerhalb des Betriebs steht und (so gut wie) überhaupt keine Kontakte zu den schreibenden Akteuren pflegt. Man lernt sehr schnell kennen, was Dünnhäutigkeit bedeutet, da, wo man meint, man bespräche „nur die Texte“, kommt auch schnell etwas in Gang, was Gruppendynamik heißt, man wird da ganz schnell zur persona non grata und dementsprechend „sanft“ gemobbt, was sich – wie Frank Milautzcki es beschrieb, schon allein an den ausbleibenden Gefällt-mir-Klicks konstatieren lässt, die beileibe kein Gradmesser für Interesse sind.

Das unterscheidet aber den Lyriker und den Dichter vom Schriftsteller, das Letztgenannter sich massiv einschaltet in poetologische Debatten, in politische. Das ist so ein deutsches Ding, diese Dichtung und ihr wisperndes Geschwister, die Lyrik. Und der der Ahne des Ganzen sein soll: Hölderlin, der war ein grandioser politischer Kopf, und nicht von ungefähr frankophil. Was Ann Cotten dazu in ihrem Essay schreibt und die Imagologie, die sie auffährt: Da ist was dran. In den Sechzigern hat sich in der BRD Karl Otto Conrady in die Nesseln gesetzt, als er gegen die Mystifikation der Dichtung und des Dichters wetterte. Ann macht das noch etwas scharfzüngiger. Ich fand ihr Statement übrigens sehr wichtig (http://www.hundertvierzehn.de/artikel/kein-offener-krieg_1467.html), mindestens so wichtig wie ihr schon erwähnter Essay „Etwas mehr“ in der BELLA triste 17. Beides kam zur rechten Zeit. Ist doch gut, das einige nicht mitmachen; und Popularitätspunkte hat sie nicht gesammelt. Ihre Verbissenheit und Wachheit vermisse ich bei anderen Kollegen oft. Gerade auch beim Gros der Beteiligten (der von mir sicher nicht mit einem „Verriss“ bedachten Besprechung) des Babelsprech-Buchs: Ich habe es in eine Reihe mit anderen Anthologien gestellt, die sich Verdienste um eine Mehr an Öffentlichkeit für Poesie verdient gemacht haben. Ich habe mir mit dem Auseinanderdriften von Anspruch und Wirklichkeit des Unternehmens LvJ3 meinen Spaß erlaubt, kritisiert. Das darf Kritik, dort, wo sie das darf. Es ist zwar nicht üblich, dass sich die Betroffenen danach zu Wort melden. Aber 1) bin ich der letzte Mitmensch, der allzu viel auf Konventionen gäbe, und 2) dürfte der emotionale Haushalt der Herren Szalay und Marquardt, wieder in Ordnung gebracht sein. Das scheint mir nicht ganz unwichtig zu sein. Herausgekommen sind außerdem mehrere Positionen, die anschlussfähig sind, die Heuristiken von Kohm und Warsen und Schmid und die Dikta von Kuhlbrodt. – Was Du mit Mobbing meinst und Lyrikpolizei, weiß ich. Es kostet etwas Mühe, aber wenn jemand ein Troll ist, dann ignoriere ich ihn. Ich wurde auch auf fb schon von einem Verleger/Lyriker-Hybrid als Demagoge tituliert. Wer Kaffee filtert, darf sich auch Trolle ersparen. Und wer dich beleidigen kann, das entscheidest du immer noch ganz allein für dich.

Ich habe es leider lernen müssen: Kritikfähigkeit ist kaum vorhanden, was das eigene Werk betrifft. Insofern erkennt man dann leider doch: Ehrlichkeit ist nirgends, auch nicht im Eingestehen eigener Schwächen, und wo sie ist, führt sie nicht weit. Selbst wenn einzelne Autor*innen damit leben können, fühlen sich die Mitglieder des eigenen Einzugsbereichs getroffen und gehen in Stellung. Einige Rezensenten sagen sogar öffentlich, dass sie nur Lyrikbände besprechen möchten, die sie (weitgehend) gut finden, oder, diplomatischer, mit denen sie sich gerne befasst haben.

Das hat mit dem Kritik von Kunst nix zu tun, das stimmt. Jan hat doch in bester Benjamin’scher Manier einen Werte-Katalog aufgestellt. Ich habe einen anderen. Aber haben die Kritikkritiker einen lebbaren? Ultraweise Urteile (http://www.fixpoetry.com/feuilleton/notizen/2016-03-26/die-beste-kritik-der-kritik-besteht-in-guten-kritiken) klingen mir immer nach „Liebe ist …“-Kitsch, und auch die Ranking-Seligkeit („beste“) daran ist mir nix. Ein Kritiker muss doch kein Kritikkritiker sein. Außer ihm ist an Deutungsmacht gelegen und er sieht diese in Gefahr. Gerade deshalb ist mir die „Metonymie“ (weil dort expliziert und kommentiert wird) als Inspirationsquelle lieber. Es ist nicht das bessere Buch, es ist das transparentere und informativere, wenn sich wer für „das weite Spektrum poetologischer Zugänge innerhalb der Gegenwartsdichtung“ interessiert, weil in „Metonymie“ Poetologie explizit geboten wird; und eben nicht deren (wie auch immer gelungenes) Ergebnis: Lyrik von Jetzt und zeitgenössische Poesie. Es scheint mir sinnvoll, solche poetologischen Selbstäußerungen zu berücksichtigen (als lesender wie als kritisierender Mensch). Alles darüber hinaus gehende (vermeintliche) Kennen, kann (muss nicht) in einem biographistischen Kurzschluss enden.


Freundschaft? Welche Freundschaft? Gereifte und stilechte


Dass mir die „Fehde“ mit Bertram Reinecke einmal dahingehend nützen könnte, dass er mich damit vom Vorwurf des freundehuldigenden Nepotismus reinwaschen könnte, hätte ich mir nicht träumen lassen. Wobei ich dazu noch sagen möchte: Es geht dabei um keine Rezension, sondern ich habe auf Bertram Reineckes Artikel hin, der mich ob seiner Härte und destruktiven Tonfalls
¹¹ gegen den Autor einnahm, eine Replik geschrieben; ich tat das aber nicht, obwohl er mein Freund war, sondern weil er es war: weil es mich ärgerte, dass mein Freund so etwas tat. Wäre er nicht mein Freund gewesen, hätte es mich kaltgelassen. Die Sache basierte meinerseits allerdings auf ein paar Missverständnissen, was sich aber erst Monate nach der „Fehde“ herausstellte. Ich sehe Bertram auch deshalb nach wie vor als Freund an. Insofern ist der Beweis letztlich richtig: Man kann und darf seine Freunde scharf kritisieren. Doch nur wenige halten das aus; das ist das Problem.

Dabei stört es mich am wenigsten, dass die Rezensionen nicht von ausgebildeten Journalisten verfasst sind. Denn wer will wirklich so einen Ästhetizismus geschulter Journalismus-Rezensionen haben? Wer eine Reihe von Rezensionen verfasst hat, weiß genau, dass man seine Grundaussage so oder so oder so darstellen kann, alles ist graduell, etwas hübscher, etwas kürzer, d.h. wie möchte ich, dass das Buch gelesen wird, dass es aufgenommen wird, welche neue Zielgruppe soll das Buch erreichen? Und nun sind wir da, wo Kristoffer Cornils von der Kunst zu lügen spricht. Ich sehe das im Prinzip genauso. Gerade beim Feinschliff beginnt man abzuwägen, Halbsätze werden ergänzt, um die Wirkung etwas abzumildern, andere gekürzt, ein ganzer poetischen Absatz wird ausgestrichen, dafür noch eine etwas humorigere Passage eingezogen usw. Ganz abgesehen von den Anmerkungen des Herausgebers, der auch noch darin herumredigiert, was sein gutes Recht ist, kommt am Ende etwas heraus, was auch mit etwas anderer Tagesform in die andere Richtung gekippt sein könnte.

Ich habe mit dem Begriff Ästhetizismus im Zusammenhang mit Rezensionen meine Schwierigkeiten. Das sind doch Gebrauchstexte, nicht? Mit Rhetorik hat das was zu tun, Ästhetizismus (als Kampfbegriff) wäre dann doch eher im Bereich reiner Kunst anzutreffen. Ob die Metaphorisierung gelingen kann. Eine Kritik, die sich aus Gründen des Renommees in Fachterminologie hüllt, hätte keinen Gebrauchswert. Wie wäre es, von Stilempfinden zu sprechen, Varianz gut zu finden und Stilmonomanie lächerlich eitel? O Kommentarfunktion, die Welt ist schön! Ein Blick auf z.B. ZEIT online  wird genügen, um zu sehen: Es gibt dieses Regulativ, nämlich die temperamentvolle (dabei längst nicht immer simplifizierende) Leserschaft, die diese Kunst zu lügen mit Hohn und Spott bedenkt und die lahme, zahme Phrase abstraft, die auch in eher fachmedialen Foren zu finden ist. Kristoffer Cornils ist nun gerade ein Rezensent, der die Phrase nicht pflegt. Ich schätze seine Rezensionen deshalb überaus. Mir sind die Herausgeber lieber, die nicht (so sehr) eingreifen, deshalb publiziere ich Kritiken auch derzeit lieber im Netz, wo mehr Platz ist, wenn es mal ausführlicher werden muss. Die Selbstzensur ist aber (anders als die Frage nach editorischen Eingriffen) keine medienwissenschaftliche, sondern eine Charakterfrage. Wenn wer natürlich ins Hochfeuilleton will, muss sie_er wohl Zugeständnisse machen oder eben selbst ein Publikationsorgan gründen.

Insofern ist es eigentlich fast schon egal, zu welchem Zweck man eine Rezension verfasst. Die Verleger werden stets die hübschesten, blumigsten, lobendsten Stellen schon so dekontextualisieren, dass sie apart und klappentexttauglich werden. Da wird also aus PR-Gründen Raubbau betrieben. Und dennoch fühlt sich jeder Verfasser geschmeichelt, wenn er da und da und da und da zitiert wird. Mir persönlich geht es in Rezensionen immer nur darum, auf ein Buch hinzuweisen, dass es da ist, dass es nicht hinten runter fällt, um Interesse zu wecken. Ob Rezensionen nun eine Kunstform sein sollen, was bei Matthias Friedrich und Paul-Henri Campbell anklingt, ist für mich da ein Luxusproblem.

Medienunbildung/-kompetenz des Publikums liegt nicht im Verantwortungsbereich der Kritiker. Es gibt (inhaltsanalytisch fokussierend) unterschiedliche Zielstellungen von Werbung, Kunst, Kritik … Deiner altruistischen Position neige ich eher zu, allein schon, weil ich beim Kritikschreiben höchstens mein rhetorisches Geschick zeigen will. Rhetorik und Cleverness gelten mir immer weniger als Poesie, die ihren Bereich im Subjekt hat und in der Kommunikationsform Poesie, das ist zumindest meine Lesart des augenzwinkernden Crauss’schen Aperçu-Imperativs: „Poetisiert Euch!“. Aber poetische Kritiken – dafür haben viele Schriftsteller_innen schlicht keine Zeit und keine Kapazitäten. Das heißt aber nicht, dass deren Kritiken unprofessionell sind, sie sind bloß anders.

Die meisten Rezensionen sind brauchbar. Am meisten stört mich, was auch Marquardt beschreibt, dass ständig Bücher einfach, ohne überhaupt wahrgenommen zu werden, in der Versenkung verschwinden, trotz aller Netzwerke, weil keine Rezeption stattfindet. Dennoch bekommt man ständig virtuell jeden Tag ungefähr 28 Bücher vor die Augen. Es gibt immer wieder Bücher, die es nicht bis zu mir schaffen. Die ich dann nach 10, 15 Jahren entdecke und mich frage: „Warum habe ich das nicht gekannt? Wie konnte das denn komplett an mir vorbeigehen?“ Damit geht ein Wissensverlust einher, man verpasst eine Entwicklung. Das darf nicht sein. Dass es doch immer wieder ein Buch, das mich umhaut, bis zu mir schafft, ist oft nur ein glücklicher Zufall. Es geht doch darum, (teils fast verzweifelt) Interesse zu wecken, weil eben das eine oder andere droht unterzugehen.

Lesen und Schreiben macht den Bescheidenen bescheidener … Es wird nicht zu viel geschrieben, sondern zu wenig gelesen; wusste ja schon Lessing zu klagen.

Ein weiterer Grund, dass ich irgendwann gemerkt habe, ich kenne viele von den Lyriker*innen eigentlich zu gut (habe sogar zu einigen gute freundschaftliche Kontakte), als dass ich guten Gewissens sachlich und halbwegs objektiv sein könnte. Demgegenüber steht, dass es aus meiner Sicht ohne gegenseitige Unterstützung überhaupt nicht mehr geht. Warum rezensierst Du X, wenn Du nicht Y rezensierst? Und warum nicht auch MICH? Mit wachsender Anzahl von Jahren, die man sich in der kleinen aber feinen Lyrikszene bewegt, lernt man sich kennen. Irgendwann und irgendwo läuft man jedem über den Weg. Also das Kennen des Werks und das Kennen der Person. Man versteht das Buch auch besser, wenn man die Person und ihre Poetologie kennt.

Das ist eitel, dieses „… warum nicht auch MICH?“, grauenvoll eitel. Ein stilles Gebet für diese armen Seelen, und ab und an kräftiger Spott.

Die geforderte Objektivität wird es aus meiner Sicht nicht geben. Denn auch die Nichtpoeten unter den Rezensenten, also die „Journalisten“, pflegen sehr wohl ihre Kontakte zur Lyrikwelt, und auch oft ausgesprochen freundschaftlich. Wie das Beispiel Bertram Reineckes mit den Tischtennisfreunden belegt. Auch professionelle Kritiker sind mehr oder weniger involviert und somit befangen. Wer also soll bitte rein personell eine unabhängige Redaktion stellen, auch wenn sie gesponsert oder öffentlich bezuschusst werden könnte? Es bräuchte eine Gruppe an hochmotivierten Rezensenten, die sich bestens auskennen, was ja nur wieder ginge, wenn sie intern alles mitbekommen, was „läuft“ – das wäre eine Art Parallelbetrieb, der alles darf, außer selbst Gedichte schreiben und mit Lyrikern anbandeln. Frage: Wer soll das sein? Woher sollen diese Leute kommen? Und angenommen, man könnte wirklich so ein Journalistenteam, oder auch mehrere Teams, finden und Gelder bereitstellen. Da wären mir Gelder für die Autoren der kaum beachteten Primärwerke eigentlich lieber. Genau das sagt auch Bertram Reinecke, dass der Kuchen ja dann geteilt werden müsse.

Im Ganzen denke ich, hat Tristan Marquardt versucht, die von Jörg Sundermeier angestoßene Debatte auf den Bereich der Kritik poetischer Werke zu operationalisieren. Ekkehard Knörer hat zur Sundermeier-Debatte einen Überblick gegeben und dabei den Literaturkritiker Hubert Winkels (der bereits 2013 in einem Essay von Matthias Dell des Machiavellismus verdächtigt wurde) ins Visier genommen: Anlässlich eines Auftritts von Hubert Winkels (der als allseitig vernetzt beschrieben wird) bei einem buchwissenschaftlichen Kolloquium der Universität Mainz mit dem martialischen Titel „Das Ende der Literaturkritik?“ notiert Ekkehard Knörer in der Zeitschrift Merkur: „Dass das Ganze zwar auf dem Boden der Wissenschaft […] stattfand, aber in Wahrheit selbst eine Betriebssimulation war, konnte man spätestens daran erkennen, dass Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg) den Auftrag hatte, zu tun, was er auf ungezählten Veranstaltungen […] auch tut: Er moderierte, was auf den Tisch kam, souverän weg. […] Sundermeiers damals ganz aktueller Text war ein ständiger Bezugspunkt der Vorträge und Diskussionen. Während jedoch [Sandra] Kegel treuherzig-idealistisch und [Uwe] Wittstock abgeklärt-pragmatisch die Vorwürfe vom Tisch wischten, tat Winkels in einer frei vorgetragenen Performance etwas sehr viel Spannenderes. […] Zunächst entwarf er das romantische Bild der Kritik als Reflexionsinstanz […] Als Deuter der Deutung ist der Kritiker, so Winkels ausdrücklich, Gott, jedenfalls in einer Kultur, in der die Literatur eine zentrale Deutungsinstanz ist. Mit dieser literarischen Kultur und der ihr zugehörigen Figur des Großkritikers sei es nun freilich schon eine ganze Weile vorbei. Auch dieser Hinweis ist längst topisch und in Deutschland […] stark mit dem Namen Hans Magnus Enzensberger verbunden […] Auf eine solche […] enzensbergersche Abklärungsemphase wollte Winkels jedoch nicht hinaus. Er beharrte vielmehr darauf, das reflektierte Erhabenheitspotential des Kritikers […] im Gedächtnis zu bewahren, um dann in einer halsbrecherischen Volte aus dem gar nicht erhabenen Leben der allseits vernetzten exemplarischen Literaturbetriebsnudel Hubert Winkels zu berichten. Und so blätterte er sehr detailliert seinen Terminkalender für das Jahr 2015 auf, von Moderationen zu Vorträgen, von den Jurysitzungen […] zum nächsten Literaturfestival: im nächsten Jahr keine freie Minute. Zum Lesen und Denken und Schreiben kommt man dabei, wie er offen bekannte, eher nur zwischendurch. […] Und genau deshalb habe Jörg Sundermeier mit seinem Vorwurf, dass die gründliche Lektüre und die reflektierte und ausführliche Rezension schwieriger Bücher in der Kritik kaum mehr stattfinden könne, im Prinzip völlig Recht. […] Das Raffinierte an Winkels’ Performance: Er formulierte, was er beschrieb, nicht als Kritik, sondern skizzierte als teilnehmender Beobachter ein sich wandelndes Feld. […] Virtuoser als Winkels kann man das Nebeneinander von Beobachtung/Mittun/Kritik jedoch nicht inszenieren. Der Kaiser ist nackt, spricht es aus und liefert die Theorie der Notwendigkeit seiner Nacktheit gleich mit.“ (Neuigkeiten aus dem Betrieb – Literaturkolumne. In: Merkur 06/2015, S. 61-68, hier S. 67f.)

Im Licht dieses Zitats kommt uns die Debatte zur Lyrikkritik also schon sehr viel bekannter und weniger ungewöhnlich, weniger neu, vor allem aber: weniger konstruktiv geführt vor. Die Vorschläge von Tristan Marquardt bezüglich der Professionalisierung von Kritikern wäre unter Einbeziehung des Mainzer Elaborats von Hubert Winkels und der Knörer’schen Kritik daran noch einmal gründlich zu prüfen. Bertram Reinecke hat auch schon viel relativiert und das z.T. Scheinproblematische der Debatte sehr gut herausgearbeitet; seine kritische Sichtung (http://signaturen-magazin.de/bertram-reinecke--vermittler-und-dienstleister.html) bietet viel-fältige Anknüpfungspunkte. Bertram verweist auf den konstruktivistischen Kosmos, vor allem auf die Verantwortlichkeit der poesiekritischen Akteure. War auch Labsal, das zu lesen.

Ansonsten: Ich glaube schon, dass so ein unabhängiges Rezensionsorgan gepflanzt werden kann. Aber wie wären diese Leute drauf? Wahrscheinlich eine Mischung aus Niklas-Luhmann-Adepten und den grauen Männern aus „Momo“. Nein, danke! Mir sind gesellige Mitmenschen, die auch Poesie kritisieren lieber, das konstruktive Gespräch mit denen ist mir wichtig. Das möge bitte schlicht als meine Wendung einer treffenden Feststellung Walter Fabian Schmids („Sich Kennen ist unvermeidbar, und dass man sich gut kennt, aber trotzdem harsch kritisiert, ist vielleicht für jemanden, der auf dem Land aufgewachsen ist, verständlicher […] Ich meine also: Es gibt gar keine Lyrikkritik, die nicht verschwistert ist mit
Lyrikern.“(http://signaturen-magazin.de/walter-fabian-schmid--kommt-erst-mal-selbst-aus-den-seilen.html) ins Emphatische verstanden wissen. Deshalb werde ich auch weiterhin Kritiken schreiben, nicht beste, aber von Publikationen, die mich neugierig machen und die mich hoffentlich nicht (völlig) enttäuschen. Jeder Art von Deutungskartell sollte entgegengetreten werden; mir ist egal, ob es aus hochprofessionellen Kritikern bestünde (z.B. Insa Wilke und Michael Braun) oder aus Dichterkolleg_innen, die ab und zu auch literaturkritisch im Bereich Poesie unterwegs sind. Niemand sollte sich aber mit der Rolle als Kritikkritiker oder Kommentarfunktionär (in den einschlägigen Foren oder in den sozialen Netzwerken) zufrieden geben, sondern selbst Teil der Meliorisierung sein. In diesem Zusammenhang ist mir das Rezensionstagebuch von Ann Cotten wichtig; Widerspruch wird dadurch nicht nur möglich, sondern auch nötig. Ich sehe nicht, dass professionellen Kritiker_innen an so einem Selbstverständnis gelegen wäre, jedes „vielleicht“ käme einer Nimbus-Schmelze gleich. Noch etwas, das m.E. allzu oft vergessen wird: Demokratisierung geht nicht von Institutionen aus, sondern fängt bei einem selbst an. Die Bereitschaft zu teilen, die muss dafür vorab vorhanden sein; demokratische Kunst und Kritik sind nicht verrechenbar.


¹  Und es ist heute auch nicht anders, obwohl sich die Orte näher gekommen sind, aber es gibt hier ein (für mich eher unverständliches) Großstadt-Kleinklein, das sich in einer merkwürdigen Rivalität äußert.
²  
Gruppen-Kleinklein
³
(Privat-) Initiativen, Zirkel, Literaturgruppen, Kollektive, Clubs, auch organisierte Vereine, Redaktionen, usw.
die immer speziell ist und von sich glaubt, innovativer, subversiver, revolutionärer, bahnbrechender und radikaler als alles Vorherige zu sein.
⁵  Ob es immer gleich Seilschaften sind, oder Klüngel, bezweifle ich. Feststeht, dass es häufig bewährte Kumpelsysteme sind, die auf Teamebene etwas umsetzen, also Zusammenschlüsse verschiedener Akteure mit verschiedenen connections, die insgesamt Mechanismen entwickeln, die „PS“ der Gruppe effektiv auf die Straße zu bringen.
⁶  denn die anderen hätten ja schließlich das neue, innovative Potenzial der eigenen Gruppe längst nicht erkannt.
„die neuen Medien“ sind hier alles.
⁸  
Ich für meinen Teil habe mir schon überlegt, ob es nicht reicht, wenn man sich ankündigen lässt, dass man da und dort liest. Einmal war ich krank und wurde noch Monate später gefragt, wie meine Lesung war. Ich war nie dort, einfach angekündigt sein, reicht völlig, um im Geschehen zu bleiben.
Und nicht zuletzt gibt es ein paar global litteral players, die überall mitspielen, und dementsprechend auch vernetzt sind; und die immer, auch wenn es die Qualität ihrer Texte vielleicht gar nicht hergibt, überall mittenmang sind und auch jeden Tag ein kleines feines Gemotzerl öffentlich abhusten, das schnell zum Apokalypserl aufstilisiert wird, alldieweil Hysterien, gegenseitige Verleumdung. Entweder bin ich ethisch „reiner“ (!), blütenweißer Purist vor dem Herrn (was m. E. nicht so wirklich gehen wird) und halte mich da raus und werde in der Folge in der öffentlichen Wahrnehmung Sang und Klanges voll untergehen, Freunde im sozialen Mediengarten verlieren und nirgends mehr eingeladen, weil ich nach 2 Monate komplett weg vom Fenster bin. Oder aber ich mische mit beim Kuschelkurs im Haifischbecken.
¹⁰ Es gab schon häufig, nicht erst bei Dombrowski, das Problem, dass ich eine*n Autor*in eigentlich zu gut kenne, eigentlich sogar mit ihm/ihr befreundet bin. Das ist ohne Frage bedenklich.
¹¹ Das war meine Wahrnehmung.

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