Direkt zum Seiteninhalt

Fundstücke - 2016

Diskurs / Poetik > Fundstücke

WILLIAM BLAKE: Bitte sagen Sie mir, Mr. Taylor, haben Sie sich jemals gleichsam unvermittelt dicht neben dem weiten und leuchtenden Rund des Mondes wiedergefunden?
THOMAS TAYLOR: Nicht dass ich mich entsinne, Mr. Blake: und Sie?
WILLIAM BLAKE: Ja, oft; und ich habe ein beinahe unwider-stehliches Verlangen gespürt, mich kopfüber hineinzustürzen.
THOMAS TAYLOR: Ich glaube, das sollten Sie lieber nicht tun; denn wenn Sie es je tun sollten, würden Sie höchstwahr-scheinlich nie wieder zum Vorschein kommen.

William Blake
(im Gespräch mit Thomas Taylor)
Blake Records Supplement,
hrsg. von G. E. Bentley jun.
ca. 1784/5




31.12.2016

"Es ist möglich, daß jene Praktiker und Psychologen recht haben, die alles menschliche Tun aus egoistischen Trieben ableiten. Ich kann zwar nicht ganz einsehen, warum ein Mensch, der sein Leben lang einer Sache dient, der sein Vergnügen und Wohlergehen vernachlässigt und sich für irgend etwas opfert, damit wirklich das gleich tun soll wie ein Mensch, der mit Sklaven oder mit Munition handelt und die Erträge mit Wohlleben durchbringt; aber ohne Zweifel würde ich im Wortgefecht mit einem solchen Psychologen sofort den kürzeren ziehen und überführt werden, denn Psychologen sind ja Menschen, welche stets den längeren ziehen. Meinetwegen mögen sie recht haben. Dann ist eben auch alles das, was ich für gut und schön hielt und wofür ich Opfer brachte, nur ein egoistisches Wunschziel von mir gewesen."

Hermann Hesse:
Die Morgenlandfahrt, 3
1932









24.12.2016

"Sie wollen Ihrem Vorhaben eine Absicht geben und das Vergangene derart ordnen, daß es sinnvoll wird. Das ist ein hübsches Spiel - nichts weiter. Sie haben obenhin gelebt; das heißt: Sie haben sich in Ihrem Körper eingerichtet. - Ob Sie dabei freilich viel Geschmack entwickelt haben, bezweifle ich. Wenn man Sie betrachtet, vermutet man jedenfalls sogleich, daß Sie nicht wissen, wo in Ihnen das Bett steht."

Hans Henny Jahnn:
Die Nacht aus Blei
1956



17.12.2016

"Ein Dichter schöpft die Tragik aus seiner eigenen Seele, der Seele, die allen Menschen gleicht."

William Butler Yeats:
Tagebuch 1909

10.12.2016

"Noch ein Jahrhundert Zeitungen - und alle Worte stinken."

Friedrich Nietzsche:
Nachgelassenes Fragment - KSA, 10, 73
1882
03.12.2016

"Nichts wird um seiner selbst willen erforscht, und der Geist ist ein dunkler Brunnen, nicht Oberfläche, nur Tiefe."

William Butler Yeats:
Autobiographie
(Zweites Buch, XIV) 1927
26.11.2016

"Solche Äußerungen lassen nur den Schluß zu, daß es allen Beteiligten völlig Wurst ist, wer was wie wo und zu welchem Ende >bespricht<. Nicht, daß es unter den Rezensenten Trottel und Schwätzer gibt, ist der springende Punikt, sondern daß die Form der Rezension als solche offenbar nicht mehr zu retten ist. Der literarische Journalist lebt von der Substanz, die der Kritiker ihm hinterlassen hat; wenn sie aufgezehrt ist, bleibt nur Gequassel übrig."

Hans Magnus Enzensberger:
Rezensenten-Dämmerung
(NZZ, Dez. 1986)




19.11.2016

"Zwei traditionelle Berufe, die es verstanden haben, mit der Zeit zu gehen, sind an die vakante Stelle der Kritiker getreten: die Zirkulationsagenten und die Pädagogen. Jene gehören überwiegend der Sphäre der freien Marktwirtschaft an, diese bilden die solide Basis der verstaatlichten Kultur."

Hans Magnus Enzensberger:
Rezensenten-Dämmerung
(NZZ, Dez. 1986)

12.11.2016

"Seit wann gibt es Kritiker? Seit wann gibt es keine Kritiker mehr? Die Berufe und ihre Namen kommen und gehen; sie unterliegen, als Figuren der Arbeitsteilung, den obskuren Regeln der kulturellen Evolution. Das sehen wír ein, damit haben wir uns abgefunden, wenigstens im allgemeinen. Nur mit der eigenen Zunft ist es etwas anderes. Wie schwer fällt es uns zu glauben, daß wir entbehrlich sind! Dabei bräuchten wir nur den Pfragner zu denken, den Schwertfeger - wo ist er geblieben? -, den Nestler, Gürtler, Nadler, Sporer ... So wie diesen könnte es auch uns ergangen sein, und wir hätten es nur noch nicht bemerkt."

Hans Magnus Enzensberger:
Rezensenten-Dämmerung
(NZZ, Dez. 1986)







11.11.2016

„In anderer Hinsicht wieder vollzieht sich die Lösung einer geistigen Aufgabe nicht viel anders, wie wenn ein Hund, der einen Stock im Maul trägt, durch eine schmale Tür will; er dreht dann den Kopf solange links und rechts, bis der Stock hindurchrutscht, und ganz ähnlich tun wir’s, bloß mit dem Unterschied, dass wir nicht ganz wahllos darauf los versuchen, sondern schon durch Erfahrung ungefähr wissen, wie man es zu machen hat. Und wenn ein kluger Kopf natürlich auch weit mehr Geschick und Erfahrung in den Drehungen hat als ein dummer, so kommt das Durchrutschen doch auch für ihn überraschend, es ist mit einemmal da, und man kann ganz deutlich ein leicht verdutztes Gefühl darüber in sich wahrnehmen, dass sich die Gedanken selbst gemacht haben, statt auf ihren Urheber zu warten. Dieses verdutzte Gefühl nennen viele Leute heutigentags Intuition, nachdem man es früher auch Inspiration genannt hat, und glauben etwas Überpersönliches darin sehen zu müssen; es ist aber nur etwas Unpersönliches, nämlich die Affinität und Zusammen-gehörigkeit der Sachen selbst, die in einem Kopf zusammentreffen. Je besser der Kopf, desto weniger ist dabei von ihm wahrzunehmen. Darum ist das Denken, solange es nicht fertig ist, eigentlich ein ganz jämmerlicher Zustand, ähnlich einer Kolik sämtlicher Gehirnwindungen, und wenn es fertig ist, hat es schon nicht mehr die Form des Gedankens, in der man es erlebt, sondern bereits die des Gedachten, und das ist leider eine unpersönliche, denn der Gedanke ist dann nach außen gewandt und für die Mitteilung an die Welt hergerichtet. Man kann sozusagen, wenn ein Mensch denkt, nicht den Moment zwischen dem Persönlichen und dem Unpersönlichen erwischen, und darum ist offenbar das Denken eine solche Verlegenheit für die Schriftsteller, dass sie es gern vermeiden.“

Robert Musil:
Der Mann ohne Eigenschaften
(Kapitel 28)
1930


























05.11.2016

"Schreiben ist immer auch erinnern und ggf. verinnern. Ein 17-jähriger hat natürlich nicht so viel zu erinnern wie ein 60-jähriger; also greift er auf Vorgeburtliches, das sog. kollektive Unbewußte und Instinktives zurück. Der Impuls zur Selbst-behauptung unter sonstwie kratischen Verhältnissen ist immer hervorfördernswert. – Mich erinnern Worte, Wörter, Idiome und Akzente an Menschen und umgekehrt. Eine Verinnerung ist eine verinnerlichte, permanent präsente Erinnerung bzw. Fetzen da-von, die mehr oder weniger dämonisch daherkomm' – wer will sich schon bei der bloßen Erwähnung eines bestimmten Wortes stets an mittlerweile längst Verstorbene erinnern, und zwar wahllos, komplett unabhängig von einstigen Sym- oder Anti-pathien. - Von Erfahrungen, die beim Schreiben verarbeitet wer-den, will ich gar nicht erst anfangen: schreiben kann man auch ohne nennenswerte Erfahrungen. Sprache ist nun mal Instinkt, die Arbeit an der Sprache impulsiv; sei sie Verzettelung, Verwurstung, Verballhornung und lieferte sich Scharmützel in den Niederungen der Dialekte: Hauptsache, sie trifft. Sprache ist ein Dialekt mit Land-, Luft-, See- und Kyberstreitkraft.

Bęrt Elsmann-Papenfuß:
Seifensieder
(Fortgesetzte Abgesänge auf Anfänge unter Umständen, Folge 6)
2016













29.10.2016

"Hatten die Toten laute Stimmen? Laute Stimmen, die etwas anderes sagen wollten? Die sagen wollten, sie wünschten, dass etwas anderes gesagt wird? Dass etwas anders gesagt wird? Dass die Welt anders gesagt wird? Dass sie eine andere sei? Noch unbewohnt, noch unerreicht, unerobert?"

Peter Waterhouse, (Nanne Meyer):
Die Auswandernden
2016

22.10.2016

"Lesen Sie alle anderen Besprechungen der Bücher, die Sie gerade besprechen wollen, ehe Sie selber ein Wort sagen. Zitieren Sie aus den Gedichten nur dann, wenn Sie in Zeitdruck sind; bei einer Besprechung sollte es um den Besprecher gehen, nicht um den Dichter."

Dylan Thomas:
Wie man Dichter wird
1983

15.10.2016

"O ihr Traumgestalten, ich wecke mich. Ich wecke euch. Dann seid ihr vertilgt. Sind wir nicht. Du kannst nicht einfach einen Namen nennen und erwachen. Eine Schlafspur hat sich durch das Ganze gezogen - die Spreu, was ist das? Sind die Bilder entnommen, die prallen, wohlgeheilten Narben, die glänzenden, pochenden und fröhlich schuftenden Organe?"

Monika Rinck:
Stimmenverleih
(in: Magnus William Olsson: Homullus absconditus) 2016

08.10.2016

"SOLCH' Freude, die getrübt, noch heller scheint, ist unver-gleichlich."

Cyrus Console:
Brief under Water
2008 / dt. (brueterich press) 2016
01.10.2016

„Die Fluglinie eines Gedichts. Sie müsste einem jeden sinnlich wahrnehmbar sein.“

René Char:
Hypnos, 98 - 1943/44
Übers. von Paul Celan
24.09.2016

"Fallen. Für mich ist das der Ort des Gedichts. Wer Gedichte schreibt, muss immer darauf vorbereitet sein, zu fallen."

Erín Moure:
O Cadoiro (roughbook #037), 2016
17.09.2016

"Beim Schreiben bin ich im geheimnisvollen Raum der Psyche, in dem sich alle Zeiten überlagern. In diesem Dickicht ist Fortschritt eine Illusion. Der Pfad durch die eigenen Abgründe verläuft jenseits der Arenen, Fanmeilen, Likes. Immer nah bei den Toten und Verletzten. I want to get abstraction to the point where it screams."

Barbara Maria Kloos:
Die Arbeit aus präsentischer Erfahrung speisen
(in "Poet nr. 21") 2016

10. 09. 2016

"Niemand weiß, was Postmoderne ist. Sie fühlt sich an wie ein zielloses Treiben, der totalen Verzweiflung immer knapp ausweichend, irgendwelchen Fetzen von Hoffnung nachjagend, mit kurzen Energiespannen, vielen zirkulären Argumentationen. Ein Strudeln bei sehr lascher Stimmung, durchsetzt von plötzlich aufflammenden irren Einzelkämpfen, die bald wieder vergessen werden. Es fehlen Kriterien, Normen, die gegen Halbwissen schützen, also ist man ständig in Gefahr, individuell zu wiederholen und als neu zu empfinden, was ein alter Hut ist, im Kreis zu denken etc."

Ann Cotten:
Fortschritt, produktiver Mythos
(in "Poet nr. 21") 2016






03. 09. 2016

"Heute herrscht ein neuer Ton. Ich fuhr in einen Affen hinein, entflammte mich. Erglühte. Mein Baden in Öl - erhärtete mich. Im Backofen schlief ich - Zeit zog mich groß. So lief ich auf und ab auf rauem Stein, jetzt kann ich fliegen."

Halldór Laxness Haldórsson:
Ich bin ein Bauer und mein Feld brennt
2015 (2016 roughbooks)
27.08.2016

„Ich schrieb einmal eine Geschichte über einen Mann, der beschließt, die Welt zu malen. Er setzt sich vor eine geweißte Wand – nichts hindert uns daran anzunehmen, daß diese Wand unendlich ist –, und der Mann beginnt, alle möglichen Dinge zu zeichnen: Er zeichnet Anker, Kompasse, Türme, Schwerter, Stöcke. Und so zeichnet er eine unbestimmte Zeitlang weiter, ihm wird Langlebigkeit zuteil geworden sein. Und schließlich hat er diese lange Wand mit Zeichnungen gefüllt. Dann kommt der Moment seines Todes, und es wird ihm gewährt – ich weiß nicht genau wie –, mit einem einzigen Blick sein ganzes Werk zu überschauen, und er stellt fest, daß das, was er gemalt hat, ein Bildnis seines eigenen Gesichts ist. Ich glaube, daß man diese Parabel oder Fabel von mir auf die Schriftsteller anwenden kann. Das heißt, ein Schriftsteller glaubt von vielen Themen zu sprechen, aber in Wirklichkeit ist das, was er, wenn er Glück hat, hinterläßt, ein Bild von sich selbst.“

Jorge Luis Borges, (Osvaldo Ferrari):
Lesen ist denken mit fremdem Gehirn
(Kap. Über Edgar Allan Poe)
1990











20. 08. 2016

"Ich hielt mich zwar für gefühlvoll, weil ich in der Kunst nach Gefühl gesucht hatte - vor allem in der Musik. Aber natürlich ist Kunst nicht Gefühl, sie ist ein Mittel, erlebte Gefühle neu zu wecken und zu verarbeiten. Wenn man aber klug ist, fällt es einem sehr leicht, sich Gefühle vorzutäuschen und sich selbst zu betrügen, denn was einem die Kunst gibt, ist der wirklichen Empfindung ungeheuer ähnlich."

Robertson Davies:
Rebellische Engel, 1981 (1987)
13. 08. 2016

"Ich bin daran gescheitert, daß es mir nicht gelang, das alte und das neue Wissen miteinander zu verbinden."

Robertson Davies:
Rebellische Engel, 1981 (1987)
06. 08. 2016

"Eia, Mut zum "Verklären"! Das haben Gedichte. Und sind nie abgeklärt oder glatt, sind zahnlückig und stacheln."

Karin Fellner:
Stacheln sprechen
(Essay in "All dies hier, Majestät, ist deins - Lyrik im Anthropozän") 2016
30.07.2016

"Die vollendete Kunst war zweifellos die arrangierte Landschaft des Stillebens. Deshalb vielleicht, weil seine bewegungslose Welt an die Ruhestellung eines aufgebahrten Toten erinnert, den man ganz nach Gutdünken so lange betrachten kann, wie man will, weil er sich nicht bewegt. Und dann ist da noch der starke Eindruck, daß der Tote lebendiger scheint als zu Lebzeiten, als er sich noch in unserer Gegenwart bewegte und dadurch einen Überschuß an Bildern von sich selbst erzeugte. Wíe im Film von James Whale: Der zu Lebzeiten Unsichtbare wird wunder-barerweise sichtbar, als er stirbt."

Paul Virilio:
Die Eroberung des Körpers
(Kap. "Die letzte Kunst")
1993 [1994]





23. 07. 2016

"Und das ist schon das ganze Problem, dem wir in moderner Dichtung begegnen: Dass all die guten Dichter zwischen, sagen wir mal, 19 und 29 aus San Francisco, die ich kenne, gegen Bildung sind, weil sie wissen, dass Bildung sie kaputtmacht. Sie kommen gegen all die Bänke und Stühle in ihrem Zimmer nicht mehr an, können sie nicht mehr umstellen. Dabei müssten sie sie nur von dem umstellen lassen, was ihre Dichtung antreibt, ihrer Quelle."

Jack Spicer:
Vortrag in Vancouver,
übersetzt von Stefan Ripplinger
für die Mütze #12
13. Juni 1965


16.07.2016

"Fasst man die Poesie als Spiel auf und spielt man sie nicht allein, sondern mit anderen und leibhaftig anwesenden Spielern, dann wird sie zu einem Gesellschaftsspiel: Aus bestimmten Zügen der Entstehung von Poesie (die mit der angesprochenen Entmachtung des Autors zu tun haben mögen) wie Zufall, Kontingenz, Glück, die sich ästhetisch und poetologisch beschreiben und rechtfertigen lassen, wird im poetischen Gesellschaftsspiel zumeist etwas einigermaßen Alltägliches, sie werden Teil gesellschaftlicher Usancen, auch erlauben sie Spannung und Zeitvertreib, werden sozusagen prosaisiert. Diese der Poesie äusserliche Hypostasierung durch mehrere Spielteilnehmer kann sich dann in der Äusserlichkeit der Beziehung von Spielregeln zu Form und Sinn der Verse zeigen."

Franz Josef Czernin:
Beginnt ein Staubkorn sich zu drehn.
(Kap. 9: Das Tier aus Stoff füllt manche Lücken)
2015







09.07.2016

"Zu meinem Erstaunen erkenne ich im leblosen Gegenstand den Maler, wie er den Pinsel in der Hand hält, um ein Glas zu malen, das, handelt es sich bei ihm tatsächlich um einen Meister, den Maler in seinem Atelier zeigen wird: und ich erlebe ein Moment der Verzückung. Ich bin überzeugt, mit der Träne in Friederike Mayröckers Kunst verhält es sich ganz ähnlich: Kaum hat die Träne das Auge verlassen, spiegelt sich in ihr dieses Auge selbst, und mit ihm spiegeln sich das Gesicht des Schreibenden, die den Stift haltende Hand oder die Hände auf der Tastatur, das Blatt Papier, die Schrift, der den Schreibplatz umgebende Raum und das Fenster, durch das Licht hereinfällt - kurz: das gesamte Atelier einschließlich des in die Arbeit versunkenen, weinenden, schreibenden >Ich<."

Marcel Beyer:
Sie nannten es Sprache
(Kap. "Friederike Mayröcker,
Logos und Lacrima, IV)
2016







02.07.2016

Es ist nicht sicher, daß es eine Wissenschaft von der Literatur geben kann.
Bestimmt man das Ziel der Literaturwissenschaft als die systematische Aufklärung all dessen, was an der Literatur spezifisch literarisch ist, so ist man leicht geneigt, dieses Spezifikum wie ein Rätsel zu behandeln, das in der allgemeinverständlichen Sprache der Wissenschaft seine Auflösung finden soll. Literarische Sprache wird dann zur systematischen Verzerrung einer Normalsprache erklärt, als deren Agentin sich orthopädisch die Literaturwissenschaft zu betätigen hätte. Versagt die Decodierung, deren epistemo-logische Voraussetzung die universelle Gültigkeit sprachlicher Bildungsregeln und ihres Gebrauchs ist, so wird man unter dem Druck des positivistischen Wissenschaftsideals darin nur eine momentane Verzögerung im Gang der Aufklärung sehen, die durch technische Verfeinerung oder Vervollständigung des Decodierungsbestecks wieder wettgemacht werden kann. Literaturwissenschaft, so betrieben, ist wesentlich ein Rehabilitierungsgeschäft, das alles, sei's historisch, sei's formal Deviante zur Vernunft der Gegenwart oder einer aufgeklärteren Zukunft bringen soll. Ihre grundlegende Prämisse – die erkenntnistheoretische, daß es allgemeine Verständigungsregeln gebe, und die korrespondierende geschichtstheoretische, daß ein ihnen entsprechender Sprachgebrauch durchgesetzt werden müsse – schließt die Erkenntnis der Literatur als Literatur aus. Die Literaturwissenschaft ist dann keine Wissenschaft von der Literatur, sondern - mal mehr, mal weniger verhohlen – Wissenschaft gegen sie.

Werner Hamacher:
Entferntes Verstehen
(Lectio - De Mans Imperativ)
1998























25.06.2016

"Niemand war und ist mir eine empfindlichere Geißel als der richterlich geartete Mitmensch. Er ist für mich der personifizierte böse Blick. Vor ihm erschrickt alles Lebendige in mir so tief, als hätte der Tod selbst es gestreift. So mag eine Pflanze aufhören zu wachsen, wenn sie ein schlimmer Zauberer anhaucht. Sie will gern von Wind, Regen und Kälte vernichtet werden, und wenn sie jemand zertritt, so wird sie es als etwas Natürliches hinnehmen, aber sich bei lebendigem Leibe von einem andern lebenden Wesen schlechtweg in Frage stellen, verneinen, für unfähig, für einen Irrtum erklären lassen zu müssen und das nicht etwa unter einem Feuer von Leidenschaft, sondern kalt, vorbedacht – das ist unerträglich."

Christian Morgenstern:
Stufen (In meum Ipsum), 1906









18. 06. 2016

"Etwas jedenfalls, bei dem Sprache so verwendet wird, daß man nicht das Gefühl hat, es sei nichts geschehen; oder so wollte ich es wenigstens. Etwas, bei dem man aus dem Sessel fährt."

Ernst Jandl:
Brief an Helmut Heißenbüttel, 10.09.1966
11.06.2016

"Die unmittelbare Antwort lautet, dass der Wahnsinn darin besteht, nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu können, die eine für die andere zu halten. Es ist die optische Täuschung desjenigen, der seine Augen und sein Hirn an Büchern abgenutzt hat und nun die Realität halluziniert, um in ihr wiederzufinden, was er gelesen hat."

Jacques Rancière:
Das Fleisch der Worte
(Kap.: Vom Wahnsinn des Kreuzes zum Wahnsinn des Buches)
1998 / 2010
04.06.2016

"Es ist klar, dass das Wahrnehmungsvermögen nicht der Wirklichkeit, sondern nur der Möglichkeit nach da ist; deshalb nimmt es nicht wahr, wie das Brennbare nicht an sich brennt ohne den Zündstoff: Denn sonst würde es sich selbst verbrennen und bedürfte mitnichten des in der Erfüllung vorhandenen Feuers."

Aristoteles:
Über die Seele, 2, 4, 416 b.
(384 - 322 v. Chr.)


28.05.2016

"Man soll zwar nicht vergessen, daß die Zeitgenossen schon immer über die Unverständlichkeit der Gedichte ihrer eigenen Zeit geklagt haben. Viele Gedichte von Klopstock, Novalis, Goethe, Hölderlin galten ihnen als völlig undurchschaubar. Eines der schönsten Gedichte von Else Lasker-Schüler "Ein alter Tibetteppich" wurde von der Presse mit dem Kommentar "Gehirnerweichung" abgedruckt. - Das Gedicht steht immer dort, wo die Sprache in der gegenwärtigen Situation gerade noch zufassen, also an der Grenze dessen, was ausgedrückt werden kann. Aber die Vorwürfe häufen sich in unserer Zeit. Hat sich diese Grenze wirklich so unendlich weit von den gewohnten Formulierungen unseres Betriebslebens entfernt? Oder liegt es daran, daß völlig unnotwendig und aus Effekthascherei mit der Sprache gespielt wird?"

Walter Höllerer:
Nach der Menschheitsdämmerung
(Akzente, Bd. 1)  1954










21.05.2016

"Leider sind mittelmäßige Talente dazu verdammt, [nur] die Schwächen der großen Meister zu imitieren ohne deren Schönheiten schätzen zu [können] -"

Ludwig van Beethoven:
Tagebuch, 85 (1812 - 1818)

14.05.2016

"Wenn ein Text keine Lücken lässt, wenn kein Raum bleibt für die Vorstellung, erkalte ich innerlich. Diese Texte bewirken: nichts. Das ist ein bisschen wie mit den Strebern, die furchtbar intelligent sind, angeblich, die aber einfach nicht verstehen, dass sie manchmal besser schweigen sollten. Strebertum ist das Gegenteil von Poesie. Streberliteratur (eine, die alles richtig machen will) kann nur scheitern."

Ina Hartwig:
Ton Sprache Scherben
(Vorwort zur Tippgemeinschaft 2016)



07.05.2016

"Ich gebrauche jetzt die besseren Wörter nicht mehr."

Ilse Aichinger:
Schlechte Wörter,
1976

30.04.2016

Der Kulturträger: seine Welt besteht aus Humus, Gartenerde, er verarbeitet, pflegt, baut aus, wird hinweisen auf Kunst, sie anbringen, einlaufen lassen, aber prinzipiell verarbeitet er, verbreitert, lockert, sät, weitet aus, er ist horizontal gerichtet, Dauerwellen sind seine Bewegung, er ist für Kurse, Lehrgänge, glaubt an die Geschichte, ist Positivist. Der Kunstträger ist statistisch asozial, weiß kaum etwas von vor ihm und nach ihm, lebt nur seinem inneren Material, für das sammelt er Eindrücke in sich hinein, d. h. zieht sie nach innen, so tief nach innen, bis es sein Material berührt, unruhig macht, zu Entladungen treibt. Er ist ganz uninteressiert an Verbreiterung, Flächenwirkung, Aufnahmesteigerung, an Kultur. Er ist kalt, das Material muß kaltgehalten werden, er muß ja die Idee, die Räusche, denen die anderen sich menschlich überlassen dürfen, formen, d. h. härten, kalt machen, dem Weichen Stabilität verleihen. Er ist zynisch und behauptet auch gar nichts anderes zu sein, während die Idealisten unter den Kulturträgern und Erwerbsständen sitzen.

Gottfried Benn:
Lebensweg eines Intellektualisten
1934













23.04.2016

"Wer schreibt und dabei die erste Person Singular verwendet, ohne daß es sich bei den Sätzen, in denen >ich< gesagt wird, um wörtliche Rede von Figuren, also um fiktive Zitate, noch um tatsächliche Zitate handelt, kann die Erfahrung machen, daß sich unter dem Schreiben das >ich< vom Schreibenden abzulösen beginnt, selbst wenn der Verfasser festen Willens ist, von sich und niemand anderem zu sprechen. Voraussetzung dafür ist natürlich nicht ein gespaltenes, aber ein literarisches Bewußtsein: Die sogenannte Ich-Aussprache kennt die Ablösungsbewegung des hingeschriebenen >ich< vom Ich des Schreibenden nicht, es ist im Gegenteil unabdingbar, daß beide als identisch erfahren werden."

Marcel Beyer:
Sie nannten es Sprache

(Ein Kunstgriff, der Wilthener Goldkrone trinkt, 1)

2016






16.04.2016

"Es ist vor allen Worten das Wort Poesie. Gibt es kein anderes? Es hat sich kein besseres gefunden. Es besitzt eine Aura - sie verliert sich nicht – des Betulichen und der Unsachlichkeit, der Verhäuslichung von Sprache und des Hohen Tons, des Tröstlichen, Müßigen und der Privatidiotie. Jedem guten Gedicht fällt die Aufgabe zu, die Aura des Wortes außer Kraft zu setzen. Das Gedicht ist Kunst oder es ist nichts. Es ist ein Gegenstand der Kunst, sonst nichts. Das Unerbittliche dieser Gesetzmäßigkeit – die keine Erfindung von Auguren ist, sondern aus dem Wesen gestalteter Sprache kommt – ist an den Rändern der Poesie eine Sage, sie findet dort keinen Glauben und kein Gehör. Aus dem Unglauben kommt die Überzeugung, die illusionengeschmückte des Amateurs, daß der gute Wille von außen nach innen dringt."

Christoph Meckel:
Von den Luftgeschäften der Poesie
(Vierte Vorlesung / Vierte Nacht)
1989









09.04.2016

"Erst in der letzten Arbeitsphase, als ich noch einmal die handschriftlichen Notate durchzugehen begann, nahm ich in vollem Umfang wahr, was geschehen war: Mit den ersten Lauten hatte sich, wie man bei einem Instrument vor dem Spiel prüfend einige Tasten anschlägt, mein subkutanes Lebewesen hervorlocken lassen und sich selbst angestimmt, sodaß es als leibliches Instrument fortan anwesend blieb!"

Elke Erb:
Sonanz
(Vorwort) 2008



02.04.2016

In der Tat kann die Kritik, erst wenn sie anerkennt, daß sie selbst nur eine Sprache (oder genauer Metasprache) ist, kontradiktorischer-, jedoch authentischerweise zugleich objektiv und subjektiv, historisch und existentiell, totalitär und liberal sein. Denn einerseits ist die Sprache, die zu sprechen jeder Kritiker wählt, nicht vom Himmel zu ihm herabgestiegen, sie ist eine der ihm von seiner Epoche angebotenen Sprachen, sie ist objektiv der Ausdruck eines bestimmten historischen Standes des Wissens, der Ideen, der intellektuellen Leidenschaften, sie ist eine Notwendigkeit. Andererseits ist diese notwendige Sprache von jedem Kritiker in seiner Abhängigkeit von einer bestimmten existentiellen Ordnung gewählt, als die Ausübung einer ihm eigenen intellektuellen Funktion, eine Ausübung, in die er seine ganze »Tiefe« legt, das heißt seine Wahlentscheidungen, seine Freuden, seine Widerstände, seine Obsessionen. Auf diese Weise kann im Inneren des kritischen Werkes der Dialog zweier Geschichten und zweier Subjektivitaten, der des Autors und der des Kritikers, beginnen. Doch dieser Dialog wird egoistischerweise ganz und gar nach der Gegenwart hin verlagert; die Kritik ist keine Huldigung an die Wahrheit der Vergangenheit oder die Wahrheit des »anderen«, sie ist Konstruktion des Intelligiblen unserer Zeit.

Roland Barthes:
Was ist Kritik?
1963


















26.03.2016

"Der Vers ist in der Sprache überall, wo es Rhythmus gibt, überall außer auf Plakaten und in Werbeanzeigen. In der Gattung, die Prosa heißt, finden sich - mitunter bewunderns-werte - Verse in jedem Rhythmus. In Wirklichkeit aber gibt es keine Prosa: Es gibt das Alphabet und dann Verse, mehr oder weniger dicht, mehr oder weniger locker, jedesmal, wenn es Willen zum Stil gibt, gibt es Versifikation."

Stéphane Mallarmé:
Aus seinem Vortrag an der Taylorian Institution in Oxford, am 1. März 1894



19.03.2016

"Die Erkenntnis- und Aufklärungsfunktion der Literatur ist nirgendwo (oder nur sehr indirekt) an die begriffliche der Philosophie oder die der Formeln der Wissenschaften gebunden, sie wird getragen von der vorstellenden, ausmalenden, sprachlich konkretisierenden und sprachlich formalisierenden Imagination. Imaginativ probieren die Autoren aus, was in der Lage ist, Licht auf die Situation des Menschen zu werfen. Indem diese Tätigkeit sich auf die Übereinstimmung mit einem weiteren Erfahrungsbereich stützt, ist sie zugleich an die historische Situation gebunden, in der sich diese Erfahrung ausbildet, und zwar unabdingbar. Das bedeutet aber, daß die Literatur nicht stehenbleiben kann bei dem, worauf sie bereits Licht geworfen hat. Sie unterliegt einem inneren Zwang, weiter fortzuschreiten. Literatur unterliegt seit dem Überschreiten der geschilderten Grenze einer Progression, die bis heute andauert."

Helmut Heißenbüttel:
Literatur und Wissenschaft
(in Akzente, 12. Jg.)
1965










13.03.2016

"Die Gedichte werden dann Bildchen, wenn man nur im Bild bleibt."

Wulf Kirsten:
die Poesie der Landschaft
(Gespräch: "Ich schreibe wie ein Quartalssäufer"), 2016
05.03.2016

Die Poesie wird im Bett gemacht wie die Liebe
Ihre zerwühlten Laken sind die Morgenröte der Dinge
Die Poesie wird in den Wäldern gemacht

Sie hat den Raum den sie braucht
Nicht den hier sondern den andern und den bestimmten

André Breton:
Sur la route de San Romano
(Poèmes, 1948)


27.02.2016

Die "Metren", chandas, sind die Gewänder, in die die Götter "sich hüllten", acchādayan, um sich dem Feuer zu nähern und von ihm nicht entstellt zu werden wie von der Klinge eines Rasiermessers.  So versuchten die Götter,  dem Tod zu entgehen. So ahmten die Menschen sie nach, denn stets glauben sie: "Ich muß tun, was die Götter getan haben." Wenn es in der Taittirīya Saṃhitā heißt: "Er hüllt sich in die Metren ein und nähert sich dem Feuer, um sich nicht zu verletzen", so ist damit jeder Offiziant, jeder Mensch gemeint. Mit heutigen Augen betrachtet, also von Menschen, die nicht mehr an Riten und Feuer gewöhnt sind, verweist dieser Satz unweigerlich auf das, was - bewußt oder unbewußt - jeder Dichter, jeder Schriftsteller vollbringt.

Roberto Calasso:
Die Literatur und die Götter

(VII "Die Metren sind das Vieh der Götter")

2001 / 2003







20.02.2016

Siehst du die kleine geflügelte Fliege, kleiner als ein Sankorn?
Sie hat ein Herz wie du; ein Hirn, dem Himmel & der Hölle offen,
Das in sich wundersam & weit; seine Tore sind nicht verschlossen;
Ich hoffe, deine sind es nicht: darum kleidet sie sich in reiches
            Gewand;
Darum bist du bekleidet mit menschlicher Schönheit, o sterblicher
            Mensch.

William Blake:
Milton, 1, 18, 27ff.
1804 - 11



13.02.2016

"Chaos bleibt das ganze Werk und leer,
Kommt nicht aus dem Chaos selbst die Grenze her."

Oskar Pastior:
Pythagoräischer Lehrsatz
(Gedicht) 1952

06.02.2016

"Nicht das Wort ist ursprünglich Material der Dichtung, sondern der Buchstabe. Wort ist:

1. Komposition
2. Klang
3. Bezeichnung (Bedeutung)
4. Träger von Ideenassoziationen:"

Kurt Schwitters:
Konsequente Dichtkunst
1924


30.01.2016

"Die freie Wahl seiner Themen und der uneingeschränkte Zugang zu ihnen – das sind Errungenschaften, auf die jeder Künstler ein unveräußerliches Recht hat. Im Bereich künstlerischen Schaffens muß die Phantasie von allen Zwängen befreit werden und darf sich unter keinem wie auch immer gearteten Vorwand Fesseln anlegen lassen. Jenen, die uns jetzt oder in Zukunft dazu auffordern, Kunst einer Disziplin zu unterwerfen, was mit ihrem Wesen von Grund auf unvereinbar ist, erteilen wir eine entschiedene Absage und wiederholen unsere feste Absicht, an der Forderung festzuhalten:

Uneingeschränkte Freiheit der Kunst."

André Breton, Diego Rivera:

Manifest für eine unabhängige revolutionäre Kunst
1938







23.01.2016

"Das Ich erstickt uns und verbirgt uns unser wahres Sein."

Octavio Paz:
Der Surrealismus
(1957)

16.01.2016

Verwirrung der jetzigen Zeit,
eine Art von Nacht, vergleichbar mit der des Mittelalters, die in Ereignissen wie Gemütern herrscht.
Ungeheurer Einsturz der Werte: die Leute wissen nicht mehr, an welche Idee sie sich klammern sollen, sie spüren, wie die Ideen unter den Fakten und den Menschen, die sich nicht mehr nach ihren Ideen richten, vermodern.
Unter alledem bleibt die Poesie ein verschwommener Begriff vom Erhabenen, das nur noch unter seinem niederschmetternden Blickwinkel wahrgenommen wird. Erhabenes herrscht in gewissen Naturkatastrophen: Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Spaltungen des Meeresgrundes, übermäßig angestiegene Zusammenstöße, Kollisionen in Brand geratener Flugzeuge, Eisenbahnkatastrophen. Erhabenes und Poesie herrscht im Verbrechen, im Wesen mancher Verbrechen, deren Ursachen nicht zu erkennen sind, und sogar nur noch dort.
Wir sind genau der Ansicht, daß es einen Begriff von Poesie zu zersetzen, Formen geschriebener Poesie auszureißen gilt, in denen eine völlig zerrüttete und kranke Zeit die ganze Poesie festhalten lassen will. Und wenn ich sage, daß sie will, so übertreibe ich, denn in Wirklichkeit ist sie außerstande, irgend etwas zu wollen; sie ist förmlich einer Gewohnheit unterworfen, von der sich zu befreien sie völlig außerstande ist.

Antonin Artaud:

Dossier zu "Das Theater und sein Double", V

(1936 / 1969)


















09.01.2016

"Kunst erscheint mir als das Bestreben eines einzelnen, über das Enge und Dunkle hin eine Verständigung zu finden mit allen Dingen, mit den kleinsten, wie mit den größten, und in solchen beständigen Zwiegesprächen näher zu kommen zu den letzten leisen Quellen alles Lebens. Die Geheimnisse der Dinge verschmelzen in seinem Innern mit seinen eigenen tiefsten Empfindungen und werden ihm, so als ob es eigene Sehnsüchte wären, laut. Die reiche Sprache dieser intimen Geständnisse ist die Schönheit."

Rainer Maria Rilke:
Moderne Lyrik
(Vortrag in Prag, 1898)





02.01.2016

Zurück zum Seiteninhalt