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Frank Milautzcki: Schön

Gedichte



Schön                                                                            

Kann ichs zurücknehmen? Nimm es zurück Während wir stehen und über die Realität verhandeln, den zärtlichen Blick auf deine Haut und die Frische der Erdbeeren im Korb, den Grundriss für eine Wahrheit, die gerade dem Plagiat entkam. Ohne Gedicht. Kann es weg Kann die Ausweidung der Wärme weg, das ungewollt oszillierende Scharfzeichnen im Paradies ohne Welt, das Cajenn und das Hinüber-malen ins Grenzland, wo die Beleidigungen abstrakten Rezepten folgen, kann die Distel weg im Abrissgelände, das violette und das graue und das bläuliche Schimmern im Fantum? Ein Kien, eine Pritsche, ein arkanes Wörterbuch im white cube. Kann ich weg aus dem hier? Du kannst weg den Einkaufswagen entlang, den billigen Radieschen, dem italienischen Essig, dem Glas mit den eingemachten Mirabellen zum Nachtisch (im Hausmüll die Sätze von gestern), dem Heimkommen zu deinen Bedingungen. Entlang und davon mit dem Bauch, dem Leichtsinn, den Wimpern der Aporie, dem Zweisein im Dritten, dem Laufen der Tanzzeit, gefragt dummer Hase ist schon vorbei, signier und klapper davon Bist du weg mit deim häßlichen Wagen, der schön ist.

(Frank Milautzcki: Poetryletter Nr. 273, 2014)

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