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Enrique Winter Salzwüste von Uyuni

´Barrio latino
Foto: Adrian Kasnitz

Enrique Winter

aus dem chilenischen Spanisch von Léonce W. Lupette, Sarah Otter
und Johanna Schwering


SALAR DE UYUNI

Sal de mesa. La piel granula
con el leve respiro el cuello
que se aparece sobre las poleras
horribles que te pones debajo si hace frío.
Dados de sal. Estatuas que confían
(en todas las pestañas de los ojos cerrados
tejiendo los cáñamos del lago en
que un viejo agarra un pez para su hijo)
que el frío se mantenga para ocultar la ropa.
Pero aclara.




Toda tierra es desierto ocre
el adorno del árbol no debe confundirnos.
Se acumula la sal en panales de suelo y
las abejas también son un detalle.
Es un detalle que tu piel granule,
hexágono el comienzo: un
cristo crucificado en cada
juntura de los bloques del salar.
Saben si es mímica el silencio,
cuáles voces se oyen de las nuestras.




Éste es el lugar donde nada se acerca ni se aleja
donde deja de ser mi cuerpo lo que toco
y no siento pisadas
(es como verte sin oírme).
Atardece en mis cuatro, seis, costados
y camino a la izquierda del sol como un demente.
Soy una línea recta, una línea
un turista entre gránulos blancos.
Reemplaza el plato caliente
a nuestro sol que se ha ido.
 

SALZWÜSTE

Tafelsalz. Die Haut wird körnig
vom kleinsten Atemzug der Hals,
der aus den schrecklichen Hemden ragt,
die du unterziehst, wenn es kalt ist.
Salzwürfel. Statuen, die darauf vertrauen
(in jederWimper der geschlossenen Augen,
die den Hanf des Sees verweben, aus dem
ein alter Mann seinem Sohn einen Fisch fängt),
dass die Kälte anhält und ihre Kleider verborgen bleiben.
Doch es klart auf.


VON

Alle Erde ist Ockerwüste,
die Pracht eines Baums sollte uns nicht verwirren.
Das Salz sammelt sich inWaben am Grund und
auch die Bienen sind ein Detail.
Es ist ein Detail, dass deine Haut körnig wird,
im Anfang ein Sechseck: ein
Christus am Kreuz in jeder
Fuge der Salzblöcke.
Sie wissen, ob die Stille gespielt ist,
und welche unserer Stimmen man hört.


UYUNI

Das ist der Ort, an dem nichts nah ist, nichts fern,
wo es nicht mehr mein Körper ist, den ich berühre,
und ich meine Fußstapfen nicht spüre
(wie dich zu sehen, ohne mich zu hören).
Es dämmert zu meinen vier, sechs Seiten,
und ich irre links der Sonne entlang.
Ich bin eine gerade Linie, eine Linie,
ein Tourist zwischen weißen Körnern.
Die warme Mahlzeit ersetzt
uns die versunkene Sonne.

Enrique Winter: Oben das Meer unten der Himmel. Gedichte aus dem chilenischen Spanisch von Léonce W. Lupette, Sarah Otter und Johanna Schwering, Köln (parasitenpresse) 2018. 86 Seiten. 12,00 Euro

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