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Dominik Dombrowski: Allerpunk

Gedichte


Dominik Dombrowski



Allerpunk


Der ich war der bin ich / höchstens aus Phantasie noch nachts kaum

draußen / gestillt an deiner Pharmazie / hüte ich in Träumen / die

Räume / der Alten wandere mit ihnen übers Eis oder betrauere

scheu / die erfrorenen Beine der Großtante im Suff präludierend

über den Stalinorgeln / der ich bis jetzt war / der will ich nur zur

Tarnung noch sein sprießend aus deinen offenen Launen meinem

Blut Bier nachschenkend von den Straßen her schon lange verzehrt

& schimpfend dem Tatenlosen Schnäpse / für die Gestapo deckten

einst den Tisch meines Urgroßvaters ein // Darunter sein Gewehr

genagelt / im Keller feierte sein Nachbar das Pessachfest / hütend

die Tarnung dessen / der ich nicht mehr bin mit den roten Flecken

aus deinen Küssen unterwegs in die Flussmitternacht mit dem stets

betrunkenen Trompetenmann im Herzen / der mir einst aus Nairobi

den bunten Dolch mitbrachte und der Wartenden die Syphilis bin ich

aus dem Spiel der ich war bei dir Samenfängerin will immerzu nur zu

den Hunden heim / in den lila Regen aus frischgeschnittenen Haaren

wo die Kinder kippen / die Fenster und kritisch ihre Rippen beäugen



(Dominik Dombrowski: unveröffentlicht, 2016)

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