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Cornelia Schmerle: plastique

Gedichte


Cornela Schmerle


plastique

als hätt ich in diese schluchten den fötus geworfen,
das unreife ding, das knorplige kleine,
das entstehen wollen aus dir und mir, liebestat &

weise. dann der ausgezählte griff zur gurgel:
der ausgeleuchtete schwan. das gelbstichige portrait
einer wiedergekehrten, dein summender honig.

und jung schmelzen die alten worte vorm sommer,
und vorbei zieht der kontext, im höschen aus glasur.
das fenster geöffnet, doch luft dringt nicht ein.

die schluchten ganz barfüßig vorm fließenden körper,
ihre sprache, intim, geht ein und aus; befingert
den zerbissenen mund. die obhut, die er noch trägt.


Cornelia Schmerle: unveröffentlicht, 2016.

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