Ausiàs March: Gedicht LXVIII - Signaturen

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Ausiàs March: Gedicht LXVIII

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Ausiàs March: Gedicht LXVIII
übertragen von Matthias Friedrich

 
 

No em pren així com al petit vailet
qui va cercant senyor qui festa el faça
tenint-lo cald en lo temps de la glaça
e fresc, d’estiu, com la calor se met,
preant molt poc la valor del senyor
e concebent desalt de sa manera,
veent molt clar que té mala carrera
de canviar son estat en major.
         Jo son aquell qui en lo temps de tempesta,
quan les més gents festegen prop los focs
e pusc haver ab ells los propris jocs,
vaig sobre neu, desalç, ab nua testa,
servint senyor qui jamés fon vassall
ne el venc esment de fer mai homenatge
e en tot lleig fet hagué lo cor salvatge:
solament diu que bon guardó no em fall.
        Plena de seny, lleigs desigs de mi tall,
herbes no es fan males en mon ribatge.
Sia entès com dins en mon coratge
los pensaments no em devallen avall.

Ich bin ganz anders als der kleine Page.
Er sucht sich einen Herrn, der ihn empfängt,
ihn in der Zeit der Eiseskälte warm hält
und ihm im Sommer neue Kräfte gibt;
doch seinem Herrn erweist er wenig Ehre,
erst recht verschmäht er dessen Eigenheiten.
Er merkt: Das führt ihn auf den falschen Weg,
sofern er seine Lage bessern möchte.
          Und ich, ich laufe, wenn es donnert, wenn es blitzt,
wenn jedermann gemütlich um das Feuer hockt
und ich mich froh dazugesellen könnte,
mit bloßem Haupt und barfuß durch den Schnee.
Ich diene einem Herrn, der selbst nie diente,
der niemals irgendwem Bewunderung erwies;
er war verkommen, und sein Herz war grausam.
Er sagte bloß, dies mache sich bezahlt.
         Du Schöne, Kluge: Alles Schlechte reiß ich
aus mir. Kein Unkraut wächst in meinem Park.
Ich meine: Ich bin innerlich so standhaft,
dass ich, geht’s auf, geht’s ab, ich selber bleibe.

 

Ausiàs March, um 1397 in Gandia oder in Valencia geboren, ging an den valencianischen Königshof und wurde dort 1419 zum Ritter geschlagen. Von 1420 bis 1424 nahm er an Feldzügen teil, die Alfons V. von Aragón im Mittelmeerraum führte, z.B. nach Korsika und Nordafrika. Der König ernannte ihn zum Falknermeister des valencianischen Königshofes. Ausiàs March starb am 3. März 1459 in Valencia.

Marchs Werk besteht aus 128 Gedichten mit insgesamt über 10.000 Versen, eingeteilt in "Die Lieder der Liebe", "Die Lieder des Todes" und "Das spirituelle Lied".


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