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Armin Steigenberger: Zwanzig Jahre "Unendlicher Spaß"

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Armin Steigenberger



20 Jahre Unendlicher Spaß



Am 1. Februar 1996, also heute vor genau 20 Jahren, erschien die Erstausgabe von „Infinite Jest“: Ein Roman, der in naher Zukunft spielt und in all seiner sprachgewaltigen Fülle ein  hypernaturalistisches Werk darstellt, das im Englischen beschrieben ist als „ postmodern (also considered metamodernist and hysterical realist) encyclopedic novel“. David Foster Wallace sagte selbst, er habe ein trauriges Buch schreiben wollen, eines, das in vielfältigen Themen die amerikanische Gesellschaft zur Jahrtausendwende hin porträtiert; und ein Buch für junge Menschen, sich darin wiederfinden können. Die Idee, welche dem Roman zugrunde liegt, ist ein Film namens Unendlicher Spaß, der angeblich so unterhaltsam ist, dass sich die Menschen „nicht mehr von ihm lösen können und dabei verdursten und verhungern.“ (Klappentext). Dieser soll als Waffe eingesetzt werden, was ein wenig an Monthy Python erinnert
¹. Obwohl als sehr trauriges Buch beschrieben, ist es an vielen Stellen eine sehr humorvolle um nicht zu sagen beißend komische, ja sarkastische Kritik der US-amerikanischen Gesellschaft. Während es als Meilenstein gehandelt und vom TIME-Magazin zu einem der „100 einflussreichsten Romane seit 1923“ gewählt wurde, scheint das Buch in der Rezeption bisher kaum angekommen zu sein: Alle haben es, gelesen haben es wenige.

JAHR DES GLAD-MÜLLSACKS

Ich befinde mich in einem Büro, umgeben von Körpern und Köpfen. Meine Haltung kongruiert bewusst der Form des harten Stuhls, auf dem ich sitze. Es ist ein kaltes Zimmer, das zur Universitätsverwaltung gehört, holzgetäfelt, remingtonbehängt und doppelverglast gegen die Novemberhitze, durch das Empfangsareal draußen von Verwaltungsgeräuschen abgeschirmt. Dort wurden Onkel Charles, Mr deLint und ich vorhin empfangen.
  Ich bin hier drin.
(...)

Mit diesen Worten beginnt der Unendliche Spaß, übersetzt von Ulrich Blumenbach. Die Übersetzung erschien aufgrund der Komplexität des Werkes erst 2009 im Umfang von 1545 Seiten. „Wallace thematisiert im Buch unter anderem Drogenabhängigkeit, Hedonismus, Depressionen, Kindesmissbrauch, Materialismus, die Unterhaltungsindustrie, den Unabhängigkeitskampf von Québec und Tennis.“  (Wikipedia)

Links

• Ausschnitt aus einem Interview mit David Foster Wallace, wo er über Entstehung und Idee spricht, die zu dem fast 1500 langen Roman geführt haben.

Das ungeschnittene Interview (1:24:01)


• Inga Busch liest David Foster Wallace | 1LIVE

• Iris Radisch Besprechung des Buches


¹ Der lustigste Witz bei Monthy Python https://www.youtube.com/watch?v=LBWwezCcvMc

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