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Andreas Gryphius: Was wir für ewig schätzen/ Wirdt als ein leichter traum vergehn

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Andreas Gryphius

Was wir für ewig schätzen/
Wirdt als ein leichter traum vergehn


Paul Hankamer schreibt in „Deutsche Gegenreformation und deutsches Barock“ (Kap. 6, die Lyrik):

Die lyrische Form als Darstellung des ironischen Spiels, das der Geist willkürlich mit dem Leben treibt, hat auch Gryphius als Prinzip nicht überwunden; denn der formale Gegensatz ist keine Überwindung. Der große Dichter des Trauerspiels hat die Ironie sittlich abgelehnt in dem Sinn, daß er zu einer ethischen Entscheidung drängte. Seine revolutionäre Radikalität ist scheinbar unübertroffene, völlig kompromißlose Verneinung der Ironie. Im Grunde aber entscheidet Gryphius sich gegen die menschliche Daseinsform schlechthin. Unser Leben in der vergänglichen Welt steht für ihn in einem zuletzt unverbindbaren Gegensatz zum reinen Geist, und so hat es für ihn nur einen Sinn, den Tod, die letzte Lebensverneinung. Der Tod, der für ihn im Leben allgegenwärtig ist, erst er verbindet den Menschen wieder mit seinem Ursprung und macht es wesentlich. Ihm gegenüber ist die Tat, die höchste noch, die das Leben formt, eitel. Leben heißt Sterben, und sein Sinn erscheint nur, indem es sich aufhebt. Als Leben selbst, als Dasein im Kreise dieser Dinge, in dem man es vollzieht, hat es keinen Wert. Wertvoll ist nur der Geist, der das Leben überwindet und gegenüber der Zeit das Ewige beruft.


 
 

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