Direkt zum Seiteninhalt

Alexandru Bulucz: Es hat was

Gedichte
Alexandru Bulucz


Es hat was
 

Libidinöses, durch Kontexte, Ösen, Äxte einen Pfeil zu schießen,
schießen können zu müssen wie Odysseus vom Ereignis übers Bild ins Urteil.
Schon fügt sich, ohne Grab und Kompass, derart rasch zur Trinität das, darunter
man so Krieg versteht, so unkeusch pornografisch, so obszön, dass Phantasie
verlöscht in Mitgefühl. Weder Standpunkt noch Betrachtung, keine Dimension.

Massive – zurückgedrängt von unsichtbaren Bergen. Aus der Klamm, die ich bin,
blieben Felswände, Stege, Brücken, Stollen, aus der Schlucht bliebe der Anstieg,
aus den vielen anderen Tälern bliebe eine abgenutzte Ausrüstung, ein Paar
Schuhe, ausgemergelt, roh. Es blieben Hohl, Daniel und zwei Amseln, Flüchtlings-
gespräche von Verwirklichung. Es bliebe vielleicht, auf Höhen zu sterben, in Höhlen
begraben zu werden, ganz mythisch wie – der Rede nicht mehr wert. Verlorene

Kontexte ganz normaler Bürger in Raqqa, todgeweiht, in Akra, und ein Als-ob
in Österreich oder so ähnlich. Als ob im Zedernwald (im Bauch der römischen Flotte)
Gezeter trösten würde. Wer lernte Raketen auch als Spektakel
zu nehmen? Daneben zerstörten sie Schreine, entweihten sie Bauten, daneben.

Egal, ob enthauptet oder entleibt wie entsagt – von den Bildern wurden wir frei-
gekauft. Die Ablösesumme in philippinischem Peso an grobe Augenkärrner gezahlt.
Grobe Augenkärrner – diese Lumpensammler, Cartoneros, Catadores, Chiffoniers.
Das müssen sie wohl sein. Nun bewegen sie Massive hinter unsichtbare Berge
von Datenmüll, menschlichem Abfall. Ohne Überreste-Glibber, Ratten und Gestank,
nur Jibber-Jabber, Kauderwelsch. Ohne Augen – keine Gipfel der Verzweiflung,
Null Material. Nur Seekabel, nur Meer schraffierendes Gedärm, libidinöse Pfeile
durch verlorene Zusammenhänge, zahllose Ösen, Äxte, Verdautes im Kabeldebakel
auf dem Weg zu Gletscherschmelze, unheiligen Halden, Haufen, Kippen, Tonnen, Deponien …

Zurück zum Seiteninhalt